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Geschichte und Theorie des Fernsehens
Stephan Geene WS 09/10
Nachklausur
Freitag 26.3.2010 12.15 am bekannten Ort
NOTENLISTE ALS PDF
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skript3-technikgeschichte
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S 1 Einführung
Als
Fernsehen
(auch kurz "TV", vom griechisch-lateinischen Kunstwort
Television)
bezeichnet man zunächst ein Massenmedium,
das zentral konzipierte und produzierte audiovisuelle Sendungen
unidirektional und synchron an ein disperses Massenpublikum
vermittelt.
Unter Fernsehen wird aber ebenso ein sozio-technischer Komplex von Organisationen (öffentlich-rechtliche oder priatwirtschaftliche Sendern) und Techniken (Aufnahme-, Aufzeichnungs-, Produktions-, Sende- und Empfangstechniken) verstanden sowie die Tätigkeit der Zuschauer, die mittels eines Fernsehgeräts fernsehen. Wikipedia

Beispiel 2: Am laufenden Band und die DDR
Am
Knöpfchen
gedreht
(Artikel, Berliner Zeitung )
TV-Show mit Rudi Carell, Am laufenden Band
zwischen 1974 und 1979

Beispiel 3, SKY Deutschland Launch + Werbespot "Das Besondere Sehen"

MATERIAL
München, 13.08.2009,
08:33
Blickpunkt:Film | TV
Sky mit Riesenverlusten
Sky-Deutschland-Chef
ist
mit
den
Fortschritten
seit dem Start der Marke Sky sehr zufrieden
Sky-Deutschland-Chef ist
mit den
Fortschritten seit dem Start der Marke Sky sehr zufrieden
Der Bezahlsender Sky Deutschland hat das zweite Quartal
2009 mit einem Nettoverlust von 365,8
Mio. Euro abgeschlossen. Im Vorjahreszeitraum lag das Minus erst bei
37,8 Mio. Euro. Allein die Umbenennung auf den neuen Firmennamen
kostete dem Unternehmen, das früher als Premiere aktiv war, eine
Sonderabschreibung in Höhe von 253,9 Mio. Euro.
Aber auch insgesamt laufen die Geschäfte des Pay-TV-Senders alles
andere als rund: Der Umsatz ging von 252,1 Mio. Euro auf 230,6 Mio.
Euro zurück. Das Ebitda, im zweiten Quartal des Vorjahres noch mit
11,6 Mio. Euro im Plus, verwandelte sich in ein Minus von 63,4 Mio.
Euro. Ähnlich das Bild bei den Abonnenten: Die Abo-Zahlen gingen
im Vergleich zum ersten Quartal des laufenden Jahres um 7.000 auf 2,364
Mio. zurück. Einem Zugewinn von 23.000 Laufzeitabonnenten stand
ein Rückgang von 30.000 Flex-Kunden gegenüber.
Senderchef Mark Williams
sagte zu den
Ergebnissen: "Wir sind sehr zufrieden mit dem
Fortschritt, den wir seit unserem erfolgreichen Marktstart am 4. Juli
erzielt haben. Die Marke Sky hat schnell einen Bekanntheitsgrad von
über 50 Prozent erreicht."
Sky bestätigte den Ausblick für 2009 und die Folgejahre und
erwartet für das laufende Jahr einen negativen Cash-Flow im
Bereich von 250 bis 275 Mio. Euro. und ein "deutliches Ebitda-Minus".
Der Break-even wird für das vierte Quartal 2010 bei drei bis 3,4
Mio. Abonnenten in Aussicht gestellt.
Literaturliste (vorläufig)
T.W.Adorno, Prolog zum Fernsehen
Baudrillard, Requiem für die Medien, in: Kool Killer, Berlin 1979
Baudrillard, Realität und Simulation
Marshall McLuhan, div.
Tania Modleski, Die Rhythmen der Rezeption. in: Adelmann u.a.,
Grundlagentexte zur Fernsehwissenschaft, Konstanz 2001
Siegler, Bewusstseinsindustrie
Avital Ronell, in: Baer u.a. Niemand zeugt für den Zeugen,
Frankfurt
Maurizio Lazzarato, Videophilosophie, Berlin 1999
Freitag 16.10.2009
S 2 TV
im
Moment
seiner
Auflösung
Ist das Ende von Fernsehen der Anfang von Geschichte und damit
ein historischer Moment?
Winnenden
http://www.youtube.com/watch?v=GQD6zedOcrI
http://www.youtube.com/watch?v=Tf6k5CoxkzA&NR=1, Tim K. Die wahren Täter (Fotos mit Musik)
http://www.youtube.com/watch?v=LSdvHPtpzE4&NR=1 allgemeiner breicht zdf
http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/suedwild/tagesthema-amoklauf-winnenden-ID1236773029789.xml
http://www.stern.de/digital/online/amoklauf-von-winnenden-das-internet-verplappert-sich-657495.html
Brechts Radiotheorie, Enzenberger Baukasten zu einer Theorie der Neuen Medien 1970
„In der heutigen Gestalt dienen Apparate wie das Fernsehen oder der Film deswegen nicht der Kommunikation sondern ihrer Verhinderung. Sie lassen keine Wechselwirkung zwischen Sender und Empfänger zu: technisch gesprochen, reduzieren sie den feedback auf das systemtheoretisch mögliche Minimum.“
– Kursbuch 20/1970: 160
Freitag
23.10.2009
S 3
Das golden
age
des TV, die Familie

Eine amerikanische Familie beim Fernsehen, ca. 1958
Als der NWDR Weihnachten 1952 ganz offiziell den Fernsehbetrieb aufnahm, verbindet sich Enthusiasmus bereits mit familiären Gefühlen und Kaufinteressen:
„Wir versprechen Ihnen, uns zu bemühen, das neue geheimnisvolle Fenster in ihrer Wohnung, das Fenster zur Welt, Ihren Fernsehempfänger, mit dem zu erfüllen, was Sie interessiert, Sie erfreut und Ihr Leben schöner macht... Es kommt auf uns an, ob dieses technische Mittel schadet oder nützt. Ich meine, wir könnten mit ihm die Ausdrucksmöglichkeiten des Menschen vermehren, und wir sollten es dazu benutzen, das grosse Wunder des Lebens im Reichtum seiner Formen und Inhalte anzuschauen und zu erkennen... Das Fernsehen schlägt Brücken von Mensch zu Mensch, von Völkern zu Völkern. So ist es wohl wirklch das richtige Geschenk, gerade zu Weihnachten...“ Ansprache des Intendanten Werner Pleister. (in TvS, S.33)
Der
BR
führte
als
erster
Sender
1956 Werbung ein.
Erste
Werbung, Persil mit Liesl Karlstadt und Beppo Brehm:
http://www.youtube.com/watch?v=s2iVRi0_EDg

opening season 1 1954): http://www.youtube.com/watch?v=-D27Gj0rIpE&NR=1
opening season 3: http://www.youtube.com/watch?v=BiW1gxgOsSU&NR=1
opening season 6: http://www.youtube.com/watch?v=8_uRQI_9sD4&NR=1
http://www.youtube.com/watch?v=4Y1__b6uyxg
Married....with Children (Fox, 1987-1997) dt.: Eine schrecklich nette Familie
http://www.youtube.com/watch?v=EpIvvU9XYYk
http://www.youtube.com/watch?v=U2aNgO_gSVQ&NR=1
Freitag
30.10.2009
S4 Das golden
age des TV und Familie
(Forts.)
VORSPANN: Lektüre einer Ausgabe der Berliner Zeitung vom 28.10.2009
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1029/seite1/0073/index.html
Alte Medien/Neue
Medien/ Der Begriff der (bürgerlichen) Öffentlichkeit
FAMILIE/NÄHE (Fortsetzung)
“Jene
fatale
,Nähe'
des
Fernsehens,
Ursache aus der angeblich
gemeinschaftsbildenden Wirkung der Apparate, um die
Familienangehörige und Freunde, die sich sonst nichts zu sagen
wüßten, stumpfsinnig sich versammeln, befriedigt nicht nur
eine Begierde, vor der nichts Geistiges bestehen darf, wenn es nicht
in Besitz verwandelt, sondern vernebelt obendrein die reale
Entfremdung zwischen Menschen und zwischen Menschen und Dingen.”
Adorno, Prolog fürs
Fernsehen 1952/53
Nicholas Ray, Rebel without a cause (USA 1955) mit James Dean und Natalie Wood

Literatur: Geschichte der Kindheit, Philippe Ariès,
München 1975 (Original 1960)
Freitag 6.11.2009
S
5 Ist Technikgeschichte
Kulturgeschichte?
Ein
kurzer
Abriss
über
die
Geschichte des Fernsehens vor dem 2.
Weltkrieg
„ein
am Orte A befindliches Objekt an einem beliebigen Orte B sichtbar zu
machen“
(aus der Patentschrift 'Elektronisches Teleskop' von Paul Nipkow
1884 beim kaiserlichen Patentamt in Berlin)

Paul Nipkow
Nipkow-Prinzip:
http://www.fernsehmuseum.info/fernsehgeschichte06.html
Die
Auflösung
(Zeilenanzahl)
der
ersten
Fernsehbilder zwischen 1929
und 1934 (30/48/60/90/180)








Gleitbombe Henschel
293, in der Spitze eine Kamera, am Heck eine Antenne
Hans Magnus
Enzensberger,
Baukasten zu einer Theorie der Medien (1970)
[Auszug] http://www.medienkunstnetz.de/quellentext/51/
S 6 Die ewige Gegenwart –
Die TV-Show
[Nachtrag,
das
Ende
des
Fernsehens:
http://www.worldscreen.com/articles/display/23266
http://www.newzealand.com/travel/trade/whats-happening/news/2009/september/backpackers-urged-to-go-all-the-way.cfm
Endemol, die Erfinder von BigBrother u.v.a, weiltweit 2. grösster
Hersteller von Show-Formaten, starten ein neues Format, eine Soap, die
auf facebook und anderen sozialen Netzwerken spielt.]
Talk
Show
/
Late
Night
us-amerikanische
Vorbilder
Talk Show in Deutschland, Harald Schmidt
TV Total (Stefan Raab)
=> Das Gesicht/ Die Ansprache/ Die Persona/ Live/ Fernsehen in der
Form des Präsenz
„Die
Fernsehshow arbeitet seit ihren Anfängen immer perfektere
Ereignisräume aus, um das Unmögliche zu inszenieren: die
Umarmung von Sender und Zuschauer; der Bruderkuss von Kandidat und
Moderator, die sich als Kinder des gleichen künstlichen Welten
erkennen. Der Kandidat, das traumhafte Doppel von jedermann, bewegt
sich durch diesen Kanal zwischen Institution und Intimität und
gewährleistet die erwünschte Rückspiegelung der beiden
gekoppelten Räume. Der
Moderator
steuert
zur
ereignishaft
aufgebauten Situation der Spiel-,
Quiz, und Unterhaltungsshow das Element der Übertragung und
Wiederholbarkeit bei, das alle intimen Beziehungen benötigen.“ Fernsehshows, Theorie einer neuen
Spielwut, 1991, S. 8
Stimulus-Response-
(S-R-) oder Reiz-Reaktions-Modell
Nutzen-
und
Belohnungsansatz (Uses
and
Gratifications
Approach,
Uses-and-Gratifications-Ansatz
oder Theorie der selektiven Zuwendung)
Donald Horton und R. Richard Wohl analysieren schon 1956 in den USA Massenkommunikation als 'parasoziale Interaktion' und thematisieren Intimität und Distanz. Sie schlagen vor, eine „scheinbare Face-to-face-Beziehung zwischen Zuschauer und Performer eine parasoziale Beziehung zu nennen.“ (Horton/Wohl, in: Grundlagentexte, 74).
Sie ersetzen den Performer durch den Moderator und entwickeln diese Position und Figur als 'Persona'.
„Was die Persona vor allem anbietet, ist eine dauerhafte Beziehung. Ihre Erscheinung ist ein regelmässiges und verlässliches Ereignis, auf das man zählen, das man einplanen und in sein tägliches Leben miteinbeziehen kann.“ (77)
Unter „Das Band der Intimität“: „Der Zuschauer soll den Eindruck gewinnen, dass alles, was in der Sendung passiert, im Moment der Aufführung eine Eigendynamik hat. Deshalb weist Steve Allen sein Publikum immer darauf hin, dass „wir nie wissen, was in dieser Show passieren kann“.“ (79)
















„Die Fernsehshow arbeitet seit ihren Anfängen immer perfektere Ereignisräume aus, um das Unmögliche zu inszenieren: die Umarmung von Sender und Zuschauer; der Bruderkuss von Kandidat und Moderator, die sich als Kinder des gleichen künstlichen Welten erkennen. Der Kandidat, das traumhafte Doppel von jedermann, bewegt sich durch diesen Kanal zwischen Institution und Intimität und gewährleistet die erwünschte Rückspiegelung der beiden gekoppelten Räume. Der Moderator steuert zur ereignishaft aufgebauten Situation der Spiel-, Quiz, und Unterhaltungsshow das Element der Übertragung und Wiederholbarkeit bei, das alle intimen Beziehungen benötigen.“ Fernsehshows, Theorie einer neuen Spielwut, 1991, S. 8
Freitag
20.11.2009
S8 Kritik und Gegenkritik
Ideologie,
Adorno
(Prolog
zum
Fernsehen)
Bewusstseinsindustrie
Rückkehr der frankfurter Schule
http://www.zeit.de/2009/45/Frankfurter-Schule?page=1
T.W. Adorno, Prolog zum Fernsehen,
1953:
"...Euphorie
im
Unglück.
Die
meisten
der herrschenden Bedürfnisse, sich im
Einklang mit der Reklame zu entspannen, zu vergnügen, zu benehmen
und zu konsumieren, zu hassen und zu lieben, was andere hassen und
lieben, gehören in diese Kategorie falscher Bedürfnisse."
Herbert Marcuse, Der eindimensionale Mensch, 1965 (S.25)
„Erst das Zusammenspiel all der aufeinander abgestimmten und dennoch nach technik und Effekt voneinander abweichenden Verfahren macht das Klima der Kulturindustrie aus. Daher fällt es den Soziologen auch so schwer zu sagen, what television does to people.“ (70)
„Eher werden die Menschen ans Unvermeidliche fixiert als verändert. Vermutlich macht das Fernsehen sie nochmal zu dem, was sie ohnehin sind. Das entspräche der wirtschaftlich begründeteten Gesamttendenz der gegenwärtigen Gesellschaft, in ihren Bewusstseinsformen nicht länger über sich selber, den status quo hinauszugehen, sondern diesen unablässig zu bekräftigen und, wo er etwa bedroht dünkt, wiederherzustellen. Der Druck, unter dem die Menschen leben, ist derart angewaychsen, dass sie ihn nicht ertrügen, wenn ihnen nicht die prekären Leistungen der Anpassung, die sie einmal vollbracht haben, immer aufs neue vorgemacht und in ihnen selber wiederholt würden.“ (70)
„Heimkino(s). Auch sie wird eine Tendenz der gesamten Kulturindustrie verstärken: die zur Herabsetzung der Distanz von Produkt und Betrachter, im wörtlichen und übertragenen Sinn. Sie ist wiederum ökonomisch vorgezeichnet. Was die Kulturindustrie liefert, empfiehlt sich allein schon durch die in Amerika eingestandene Reklamefunktion als Ware, als Kunst für den Konsumenten; wahrscheinlich in geradem Verhältnis zu dem Mass, in dem sie duch Zentralisierung und Standardisierung dem Konsumenten aufgezwungen ist. (..) als eine Gefälligkeit (..) Sie sollen seinem grauen Alltag Glanz spenden und doch ihm selber wesentlich gleichen: sie sind so vorweg vergeblich. Was anders wäre, ist unerträglich, weil es an das erinnert, was ihm versagt ist. Alles erscheint, als gehöre es ihm, weil er selber sich nicht gehört. er muss sich nicht einmal mehr fortbewegen, um ins Kino zu kommen (..) Die bedrohlich erkaltete Welt kommt zutraulich zu ihm, als wäre sie ihm auf den Leib geschrieben: er verachtet sich in ihr. Distanzlosigkeit, die Parodie auf Brüderlichkeit und Solidarität, hat dem neuen Medium sicherlich zu seiner unbeschreiblichen Popularität mitverholfen.“ (72f)
„Die Grenze zwischen Reallität und Gebilde wird fürs Bewusstsein herabgemildert. Das Gebilde wird für ein Stück Realität, eine Art Wohnungszubehör genommen, das man mit dem Apparat sich gekauft hat, dessen Besitz ohnehin unter Kindern das Prestige erhöht. Schwerlich ist es zu weit hergeholt, dass umgekehrt die Realität durch die Fernsehbrille angeschaut, dass der unterschobene Sinn des Alltags auf diesen zurückgespiegelt wird.“ (73f)
T.W.Adorno, Fernsehen als Ideologie,
1953:
„Der Pseudorealismus des Spiels ist nicht so so einfacher Art, dass die Konterbande wie die Selbstverständlichkeit des Verbrechens ins Bewusstsein des Publikums geschmuggelt würde. Pseudorealistisch ist vielmehr die inwendige Konstruktion der Handlung. Der psychologische Prozess der vor Augen gestellt wird, ist erschwindelt – phony. mit einem Wort, für das es schlechterdings kein deutsches Äquivalent gibt.“ (91)
„Denn dass nichts von ihren Erzeugnissen ernst, alles bloss Ware und Unterhaltung sei, schreckt die Kulturindustrie nicht. Sie hat daraus längst ein Stück der eigenen Ideologie gemacht. Unter den analysierte Manuskripten finden sich nicht wenige, die mit dem Bewusstsein spielen, Kitsch zu sein, und dem unnaiveren Betrachter zuzublinzeln, sie glaubten sich selber nicht, sie seien selber nicht so dumm; ihn gewissermassen ins Vertrauen ziehen, indem sie seiner intellektuellen Eitelkeit schmeicheln. Aber eine Schandtat wird dadurch nicht besser, dass sie sich als solche deklariert, und so muss man schon dem Unfug die Ehre antun, die er sich selbst verweigert, und ihn bei dem Wort nehmen, das in die Zuhörer einsickert.“ (95)
„Es liesse sich eine Art von Impfung des Publikums gegen die vom Fernsehen verbreitete Ideologie und die ihr verwandten denken.“ (97)
Hans Weingartner
Free Rainer – Dein Fernseher lügt (2007), engl Titel:
Reclaim your brain
Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=9eO6R5un9Yk

DIedrich Diedrichsens Kritik an Free Rainer http://www.filmzentrale.com/rezis/freerainerdd.htm
Freitag 27.11.2009
S9 Kritik und Gegenkritik
Kritik des Spektakels bei der Situationistischen
Internationale (Paris)
bis zu anderen Subkulturen wie der Punks
[Referat,Architektur und Fernsehen, Natalie Plätzer und Olga Lorenz]
Guy
Debord,
Die
Gesellschaft
des
Spektakels
(orig. La Societé du spectacle, Paris 1967)

http://www.ubu.com/film/debord_spectacle.html


Freitag 4.12.2009
S10 Kritik und Gegenkritik
Walter Benjamin
Marshall McLuhan
[ Referat: Anna-Lena Brandt & Maximilian Roloff, Fernsehen und Internet-TV]


„Heute ist Fernsehen das wichtigste der elektronischen Medien, weil es in beinahe jeden Haushalt eindringt und dabei das Zentralnervernsystem jedes Zuschauers ausweitet, indem es den gesamten Sinnapparat durcheinanderbringt und mit einer ultimativen Botschaft neu formt. Vor allem das Fernsehen ist dafür verantwortlich, dass die Vorrangstellung der Visualität zu Ende geht, die für alle mechanischen Technologien charakteristisch war – auch wenn all anderen elektronischen Medien dabei zusätzlich eine Rolle gespielt haben.“ (McLuhan, in: Absolut McLuhan, S. 19)
"Der Betrachter wird zum Brennpunkt des Fernsehgeräts" (S. 20)
>THE MEDIUM IS THE MESSAGE<
(1964)
(1967)
McLuhan
Zitate :
With
telephone and TV it is
not so much the message as the sender that is
“sent.”
We look
at the present through a rear-view mirror. We march backwards
into
the future.
The car has become the carapace, the protective and aggressive shell, of urban and suburban man.
People don’t actually read newspapers. They step into them every morning like a hot bath.
The road is our major architectural form.
Today the business of business is becoming the constant invention of new business.
News, far more than art, is artifact.
When you are on the phone or on the air, you have no body.
Tomorrow is our permanent address.
All advertising advertises advertising.
The answers are always inside the problem, not outside.
“Camp” is popular because it gives people a sense of reality to see a replay of their lives.
This information is top security. When you have read it, destroy yourself.
When a thing is current, it creates currency.
Food for the mind is like food for the body: the inputs are never the same as the outputs.
The future of the book is the blurb.
A road is a flattened-out wheel, rolled up in the belly of an airplane.
At the speed of light, policies and political parties yield place to charismatic images.
“I may be wrong, but I’m never in doubt.”
—Copyright © 1986, McLuhan Associates, Ltd.

Mashall McLuhan in Woody Allens
'Annie Hall' (1977)
Szene bei YouTube: http://www.youtube.com/watch?v=OpIYz8tfGjY&feature=related
Kurzeinführung:
http://www.youtube.com/watch?v=A7GvQdDQv8g
CBTV: http://www.youtube.com/watch?v=l9zH6z9pm8k&feature=fvw
replay, consumer as producer:
http://www.youtube.com/watch?v=gfS4HFcPJWU
onThe Ttoday Show, Interviewed by
Tom Brokaw
and Edwin Newman the morning after the Carter/Ford Debate, September
24, 1976.
http://www.youtube.com/watch?v=ZF8jej3j5vA&feature=related
McLuhan Reenactment:
http://www.youtube.com/watch?v=RtycdRBAbXk&feature=related
MadMen, Medium is the message
http://www.youtube.com/watch?v=eteErs0GCBQ&feature=fvw
McLuhans Wake
http://www.youtube.com/watch?v=faK9HUvH2ck&feature=fvw
Freitag
11.12.2009
S10 Diskussion eines Textes
Jean
Baudrillard,
Requiem
für
die
Medien

text, download Requiem für die Medien
Nachruf Jean
Baudrillard in Die Zeit, 7.3.2007
http://de.wikipedia.org/wiki/Mai_68#Vorbedingungen
Freitag 18.12.2009
S 11 Das History-Event und
die
Frage nach Realität und Simulation 1
DIE
WELT
(globalität),
Eventübertragung,
Nachrichten
Mondlandung 1969 und Vietnam-Krieg

The Truman Show,
1998, Peter Weir
Das
Genre
'Mockumentary'
'Landesweite Bekanntheit erlangte Orson Welles durch das
Hörspiel War of the Worlds nach der Vorlage des
Science-Fiction-Romans Krieg der Welten von H.
G. Wells, das am Halloween-Abend
1938 ausgestrahlt wurde. Diese fiktive Reportage soll bei ihrer
Erstausstrahlung am 30. Oktober 1938 an der Ostküste der USA eine
Massenpanik ausgelöst haben – ob dies tatsächlich oder
nur laut
Medienberichten so war, ist umstritten.' [Wikipedia}
Kubrick, Nixon und der
Mann im Mond (fake doku) 1-6
mondlandung
aufnahmen
http://www.youtube.com/watch?v=B882w2gC22s&NR=1


Vietnamkrieg
und
Fernsehen (englisch)
[Referat :Jasmin Mahler, Neo Niemann, Geschichtlicher Ablauf des
Musiksenders
Mtv (inkl. dem wirtschaftlichen Aspekt)]
Freitag
8.1.2010
S 12
Das History-Event und die Frage nach Realität und Simulation 2
Freitag 15.1.2010
S13
Das Ende der Arbeit und
die Verwertung des Lebens 1
[Referat
:
Katharina
Reimerz
und
Alexander Kaiser, Thema Talkshow]
„Die
Eliten
in
Wirtschaft
und
Politik sind nicht abzubringen von dem
Gedanken der Arbeit für alle. Infolgedessen sind sie seltsam
farbenblind für das Ausmaß der Hoffnungslosigkeit, das
sich in den Überflüssigen-Ghettos ausbreitet, die sich von
einer Existenzsicherung durch Erwerbsarbeit abgeschnitten sehen.
Sowohl linke wie auch rechte Parteien, neue und alte
Sozialdemokraten, Neoliberale und Sozialstaatsnostalgiker wollen
nicht wahrhaben, dass sich unter den Bedingungen des jobless growth
Arbeit längst von einem ¸¸großen Integrator"
in einen Mechanismus der Ausgrenzung verwandelt hat.“
Ulrich Beck Süddeutsche Zeitung 15.11.2005
"Beginnen
wir mit der Seite des ›Lebens‹. In der zweiten Halfte des 20.
Jahrhunderts wurde
das Leben der Kunst tatsachlich immer ahnlicher, und das in dreierlei
sich genau unterscheidenden Weisen; in der westlichen Welt ist das
Alltagsleben in nahezu allen seinen Aspekten unter das Regime des
Stils gefallen, meist als Folge der unaufhorlichen Asthetisierung (um
einen Begriff Benjamins zu verwenden) oder der Kommodifizierung (um
einen marxistischen Begriff zu verwenden). Aber in der Form von
Design ist dieser Wille zum Stil sehr viel mehr geworden als
wahlweise Asthetisierung oder Kommodifizierung: Er ist zum genauen
Begriff unserer Selbstbestimmung, unseres Selbstbezugs als Individuen
und als politisches Kollektiv
geworden: Wir wollen uber unsere Leben Kontrolle haben, indem wir ihm
Form und
Design geben, wir wollen es nicht nur so lange wie moglich
›erhalten‹, sondern verbessern, maximieren, optimieren. Folgt man
dieser Foucault’schen Linie, so liese sich sagen: Die ≫Sorge um
sich≪ wird zunehmend neu formuliert als ›Sorge um das zukunftige
Selbst‹ — ein nach vorn gerichtetes Unternehmen, in dem die
personliche Ethik so weit zu einer Art selbst-›dienendem‹
Unternehmertum wurde (dem die Idee der res
publica, eines
offentlichen
Raums,
geopfert
wurde),
dass die ›Regierungsgeschafte‹
in vielen westlichen Landern in praktisch nichts anderem mehr
bestehen als Gesundheitsreform und Pensionssicherung. Zweitens hat
der Begriff Design, wenn er an das Konzept der Technik geknupft ist,
eine alles durchdringende Ausstrahlung, nicht nur in der Sphare der
›Sozialtechnologien‹, der ›Planung‹ oder der personlichen
Lifestyle-Entscheidungen". aus: Thomas Elsässer, Kon struktive
Instabilit, Das Leben der Ding als Nachleben des Kinos?, in Film
Avantgarde Biopolitik, Wien 2009
Freitag
22.1.2010
S14 Das Ende
der Arbeit und
die Verwertung des Lebens 2
[Referat: Anke Dieckmann und Maria
Bramke, "Kartographie in den Medien"
]
Die
TV-Sendung
"Afghan
Star"
ist
nach dem Muster von Deutschland sucht den
Superstar gemacht und war in Afghanistan ein grosser
Hit. Daoud Sediqi war sein Erfinder und lange sein Moderator.
www.tagesschau.de/ausland/kabul34.html
http://www.cicero.de/97.php?ress_id=9&item=4522
auch:
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0513/politik/0018/index.html
und
parallel:
gross
angelegter
Angriff
auf die afghanische Regierung durch
mehrere Selbstmordattentäter
http://www.morgenpost.de/printarchiv/titelseite/article1241450/Kabul-Taliban-attackieren-Karsais-Palast.html
Precarious
Life,
Judith
Butler
(dt:
Gefährdetes Leben, Frankfurt/M. 2005)
"Die
Forderung
nach
einem
wahrhaftigeren
Bild, nach mehr Bildern, die den
ganzen Schrecken und Wirklichkeit des Leidens übermitteln, ist
wichtig und angebracht. Die Tilgung dieses Leidens durch das Verbot von
Bildern und Darstellungen grenzt allgemeiner betrachtet die Sphäre
der Erscheinens ein, den Bereich dessen, was wir sehen und was wir
wissen können. Es wäre aber ein Fehler, zu glauben, wir
müssten lediglich die richtigen und wahren Bilder finden und dann
werde eine bestimmte Wirklichkeit schon übermittelt. Die
Wirklichkeit wird nicht von dem vermittelt, was im Bild dargestellt
wird, sondern dadruch, dass die Darstellung, welche die Realität
übermittelt, in Frage gestellt wird." (S. 173)
Freitag
29.1.2010
S15 Die us-amerikanische
TV-Serie 'Madmen'
[Referat
Die
Entwicklung
des
Fernsehens und des Films, Sarah Weiß, Ulrike
Reichelt, Sabrina Prodlik , John Rohloff, Kirsten Kropf]
[Besprechen
der Hausarbeit: C. Wiggert,
Gesellschaftliche Auswirkungen der Simpsons]






http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,579152,00.html
kodak
carousel
http://www.youtube.com/watch?v=R2bLNkCqpuY
Freitag
5.2.2010
S16 Klausurvorbereitung
Freitag
12.2.2010
S17 Klausur