Einführung
Als
Fernsehen
(auch kurz "TV", vom griechisch-lateinischen Kunstwort
Television)
bezeichnet man zunächst ein Massenmedium,
das zentral konzipierte und produzierte audiovisuelle Sendungen
unidirektional und synchron an ein disperses Massenpublikum
vermittelt.
Unter
Fernsehen wird aber ebenso ein sozio-technischer Komplex
von Organisationen (öffentlich-rechtliche oder
priatwirtschaftliche Sendern) und Techniken (Aufnahme-,
Aufzeichnungs-, Produktions-, Sende- und Empfangstechniken)
verstanden sowie die Tätigkeit der Zuschauer, die mittels eines
Fernsehgeräts fernsehen. Quelle: Wikipedia
Übersicht:
Hilft eine Definition, um zu erklären, was doch ohnehin jeder und
jede aus eigener Aunschauung kennt: Fernsehen? Es geht einleitend
darum, die Binsenwahrheiten über das Fernsehen zu sammeln und
festzustellen, dass an dieser einfachsten Sache der Welt doc h einiges
weniger einfach ist. Denn wenn Fernsehen auch so darauf wert legt, dass
ALLE es verstehen können und daher oft als primitiv gilt -- und
entsprechend ein böser Zeitvertreib -- dann geht es auch darum,
diese Schnellurteile zu überdenken. Mario Barth dürfte Vielen
als ein besonderer Exponent eines solchen seichten Scherzes sein und
ebenso die Nervigkeit der notorischen Media-Markt-Werbungen (Media
Markt, Ich bin doch nicht blöd"), und dennoch ist die
untenstehende Werbung nicht so simpel wie sie aussieht. Dass man zur
IFA, der internationalen Funkausstellung, einer der größten
Unterhaltungsmessen der Welt, nicht damit wirbt, die neuesten
technischen Gadgets anzubieten, sondern eine neue Werbekampagne,
nämlich mit Mario Barth, also für die Verpackung wirbt statt
für das Verpackte, das ist schon eine sehr lustige Ironisierung
der üblichen testimonials im Fernsehen und bringt auch die
interessane Geschichte der IFA (und ihres Wahrzeichens, des Berliner
Fernsehturms) seit 1924.

Das Fließband, das Rudi Carrell für seine Sendung seit 1974
verwendet, ist ein überaus prägnates Symbol für die
Verhältnisse: ein Band, auf dem die Preise (Waren) vor dem Auge
der Kandidat/in Parade laufen und doch schnell im NIchts verschwinden:
denn nur, was am Ende noch erinnert werden kann, stellt den Gewinn dar
und darf behalten werden. Welche Wirkung muss das gehabt haben für
Zuschauer/innen in der DDR (die fast überall Westfernsehen
empfangen konnten).
TV-Show mit Rudi
Carell, Am
laufenden Band
zwischen 1974 und 1979

Der Bezahlsender SKY (Nachfolger von Premiere) tut sich sehr schwer. Er
versucht aber noch einmal die Größe des Fernsehens zu
beschwären. Interessant an seiner Kampagne ist hier wiederum, dass
auch hier nicht tolle Filme oder Shows beworben werden, sondern das
eigene Leben selber, das, welches man ohnehin fürht, wird wertvoll
gemacht. SKY gehört dann nur irgendwie dazu.
SKY Deutschland Launch + Werbespot "Das Besondere Sehen"

Literaturliste (vorläufig)
T.W.Adorno, Prolog
zum Fernsehen und Fernsehen
als Ideologie, in: Adorno, Eingriffe,
Ffm.,
1963
H.M.Enzensberger, Baukasten zu einer Theorie der Medien, in:
Günther Helmes (Hg.), Texte zur Medientheorie, Leipzig 2009
Jean Baudrillard, Requiem für
die
Medien und Politik und Simulation, in: Kool Killer,
Berlin 1979
Marshall McLuhan, Die Magischen
Kanäle. Dresden 1995
Lynn Spigel, The
Suburban Companion: Television and the Neighborhood
Ideal in Postwar America, in : Beatriz Colomina, Sexuality and Space,
Princeton 1996
Tania Modleski, Die Rhythmen der
Rezeption. in: Adelmann u.a.,
Grundlagentexte zur
Fernsehwissenschaft, Konstanz 2001
Maurizio Lazzarato, Videophilosophie; Berlin 2000
Alexander Kluge, Die Macht der
Bewußtseinsindustrie und das Schicksal unserer Öffentlichkeit,
in:
Bismarck
u.a.,
Industrialisierung
des Bewußtseins, München, 1985
Avital Ronell, Trauma-TV: Video als
Zeignis, Zwölf Schritte jenseits des Lustprinzips, in: Baer
u.a. Niemand zeugt für
den Zeugen,
Frankfurt
Wolfgang Scheidt, Affekt - Talks,
Rezeptionsmotive und affektive Bewertung eines TV-Genres,
Potsdam, 2000
Judith Butler, Krieg und Affekt, Berlin 2009
Gute Textsammlung:
Texte zur Medientheorie (Hg. von Günter Helmes und Werner
Köster), Reclam, Stuttgart 2002
stephan
geene
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