|
Samstag,
16.1.2009 at Basso.
18
Uhr:
Einführung/Einleitung, Aljoscha
Weskott
„...and all these images out
there,
which belong to us?!“
Kurzfilm
19
Uhr: Tal Sterngast, What is being
said in how it is being told?
Inspired by the intersubjective experience of a conversation and on the
other hand from dialoge as a literary form of expression,
I examine interviews in film and tv shows (mainly from the US and
Israel). I will show interviews as a complete aesthetic form
and ask what happens when the contextual (historical, of entertainment
or informational) content is taken out? Or rather I will
exchange the question "what is being said" in "how it is being told?"
moderiert
von Mirjam Thomann
19.45
Uhr Kurzfilm
20
Uhr: David Weber, Aker-Mann!,
Aker-Men!
Bruxelles-New York-Miami
(BRU-JFK-MIA): connecting flights disconnecting, aka:
a theory of /life/
Filme
bieten Bilder des Lebens.
Realistische Filme, versichern seine Apologeten, Bilder vom
wirklichen Leben. Spätestens seit
etwa 1960 (eher vermutlich
seit der Renaissance und je) ist diese Sicht verhangener ("more
draped") als mitunter angenommen.
Unter anderen Bildern wie
unter Wolken folgt eine "Pictures Generation" der nächsten:
man empfindet "disconnected" (Rachel
Mencken). Dieser
Kondition eines verallgemeinerten "draping" -- "Every
day I make pictures where people appear to be living
a life. I know
what it looks like." (Don Draper) -- wird nachgegangen anhand
der Arbeiten von Vielfliegern:
Anfang
der 70er Jahre fliegt
Chantal
Akerman (via Israel) nach New York und kehrt bald darauf zurück
nach Brüssel. Michael
Mann fliegt Ende der 60er nach London und
Paris und kehrt bald darauf zurück nach Los Angeles und Miami.
Don Draper
fliegt, wie so viele andere, Anfang der 60er nach
Kalifornien und kehrt kurz darauf zurück nach New York und
Ossining. "I was
in California. Everything is new and it's
clean."
Gibt
es einen Zusammenhang
zwischen
Bildern als: neuen und alten, sauber und verhangen, und: /Leben/?
20.45
Uhr: Kurzfilm
21
Uhr: Stephan Geene, i like your life (more than mine) /
2
mal dasselbe
ein re:run über die äusserlichkeit
fusioniert
man 2 filme
miteinander,
entsteht nicht notwendigerweise ein neuer film. vor allem wenn es
sich 2 mal um >denselben<
film handelt, dann kommt es
vielleicht zu einer art innerer abstossung, die eben nicht auf
differenz beruht (dass die dinge nicht
zueinander passen würden),
sondern eher so wie die 2 positiv geladenen pole, die sich abstossen
weil sie gleich sind und
dazwischen einen abstand schaffen + halten.
besonders dann, wenn dasselbe einmal tom cruise ist + einmal eduardo
noriega,
einmal new york, einmal madrid. + einmal penelope cruz +
dann aber nochmal penelope cruz. nur anders.
film-reste zwischen Abre los ojos
(alejandro amenabar, 1997) und vanilla sky (cameron crowe, 2001).
21.45
Uhr: Kurzfilm
22
Uhr: Alexis Waltz/ Maximillian
Linz, Party im Film
Ravende Statisten, Ekstaseblödsinn, Dekadenz
Als Partygänger wird man von Parties in Filmen meistens enttäuscht: die
Diffusität und der sinnliche Reichtum selbst erlebter
Feiersituationen wird nicht erfasst, stattdessen zeigt sich die
allgemeine Inkompabilität der
Darstellungskonventionen, outet
sich die Projektion der Filmemacher auf eine Situation
gesteigerter Lebendigkeit. Das Programm geht dieser prekären Stelle
in verschiedenen filmischen
Erzählungen nach.
22.45:
Kurzfilm
BAR
opened.
DJ Filmefahren
Sonntag
17.1.2010 at Basso
18
Uhr Intro
18.15 Uhr:Judith
Albrecht, Die Frau im roten Kleid
zu Entstehungsbedingungen,
Geschichte und transnationaler Rezeption von Bildern aus dem Iran.
Sowohl
das iranische Autorenkino als auch spontan aufgenommene Videos mit
dem Mobiltelefon erzeugen Bilder, denen
das historische Ereignis,
nationale Codes und bestimmte Produktionsbedingungen eingeschrieben
sind. Wie verhalten sie
sich zu Iran-Bildern, die stereotyp durch die
Medien und Köpfe geistern? Und zu anderen, die schon fertiges
Bild sind bevor es
eine Einstellung gibt (wie der blinde Zensor)?
Mit
einem solchen Bild arbeitet der aufgrund eines Drehstops unfertige
Dokumentarfilm über die Leben zweier iranischer Frauen,
die
einander jeden Tag auf dem bekannten Ferdosi Platz in Teheran
begegneten. Yaghut, die obdachlose Frau in Rot, hatte
anscheinend das
Schicksal gewählt, jahrzehntelang an einem öffentlichen Platz auf ihren
Geliebten zu warten, der nie kam.
Sichtbar für
jedermann und scheinbar unberührt vom rigiden Wandel des
öffentlichen Lebens nach der Revolution wurde sie
einem Land, in
dem die Liebe zum Politikum erhoben und ins Private verbannt wurde,
zu einem urbanen Mythos.
Im Anschluss der
Kurzfilm von Amirali Navaee, Sight (12 Min., 2009)
moderiert von Daniel von Delhaes
19
Uhr: Volker Pantenburg, PLAN,
SHOT,
EINSTELLUNG. KINO IM KLEINFORMAT
Damals,
als das Kino noch
einigermaßen
bei Gesundheit war, haben Filmtheoretiker die Einstellung gern als
"die kleinste
lebendige Zelle" des Films charakterisiert.
Der Körper, den diese Metapher unterstellt, ist heute
parzelliert, vervielfacht,
quecksilbrig untot und scheinlebendig.
Grund genug, ein paar Zellen zu entnehmen und zu sehen, was sie nach
dem Tod
über das Leben des Kinos sagen können. Vier oder
fünf Einstellungen, mehr nicht, und ein paar Gedanken dazu.
19.45
Uhr Kurzfilm
20
Uhr: Clemes von Wedemeyer, First
Contact, Kameras und Masken.
ich
zeige Found-Footage-Ausschnitte aus dem Projekt "Die Vierte Wand". Es
geht um erste Kontakte zwischen Entdeckern
und bis dahin
unkontaktierten Urwaldbewohnern; um Masken, Theater und
anthropologische Filme. Die Ausschnitte kommen
aus verschiedenen, teils
wissenschaftlichen Archiven, z.B. von Craig Baldwin in San Francisco,
aber auch YouTube, Spiel-
filme, etc. Die These ist, dass die Kamera ein
ähnliches kulturelles Werkzeug ist wie die Maske, nur auf der anderen
Seite der
Beobachtung.
20.45
Uhr: Kurzfilm
21
Uhr: Michaela Wünsch, Images
of the
series OZ (HBO)
Die
HBO-Serie OZ, bestehend aus
sechs
Staffeln, die zwischen 1997 und 2003 zum ersten mal in den USA und
nie in
Deutschland lief, spielt in einem Zellenblock des Oswald
Maximum Security Correctional Facility. Der Zellenblock wird
extrem
kontrolliert und die Gruppe der Gefangenen wurde aus verschiedenen
Kategorien zusammengestellt: Muslimen,
Homeboys, Ariern, Bikern,
Latinos, Italiener und Iren. Außergewöhnlich an OZ sind
die unterschiedlichen Bildebenen, mit
denen die Serie spielt.
einerseits die extrem brutalen Szenen, in denen die Kämpfe
zwischen den Gefangenen und mit den
Wärtern gezeigt werden, dann
gibt es fast romantische genet-eske Einstellungen auf Gefangene, die
den Gefängnisalltag zu
überwinden scheinen und die
außergewöhnlichen Szenen mit Augustus Hill, einer Art
Moderator, der das Geschehen in OZ
vor dem Hintergrund surrealer
Bilder, direkt an das Publikum gerichtet, mit allgemeinen
philosophischen und banalen Lebens-
weisheiten kommentiert und die
verschiedenen Plots und Subplots zusammenführt.
In meinem Beitrag werde ich die
Serie
vor allem in Ausschnitten vorstellen und diskutieren.
21.45
Kurzfilm
22.00:
Tim Stüttgen, A Matter of Point of View: Der Porno In Mir
Über
Youporn, Egoshooter und
Gonzo-Perspektiven
Der
Vortrag analysiert Verschiebungen der Porno-Produktion und -Rezeption
in den letzten Jahren und probiert einen Minimal-Umriss einer neuen
Dispositiv-Theorie des Pornofilms vorzustellen.
Die
zentrale Frage jedoch bleibt, wo das Subjekt sich in diesem
panoptischen Kreislauf befindet, sein Geniessen und seine
Handlungsfähigkeit, seine Identifikationen und somatischen
(Selbst-)Ausbeutungsverhältnisse. Besonders relevant wird dabei eine
ABerücksichtigung des Point-of-View-Shots und seine genealogische
Verfasstheit in Filmgeschichte und Chat, Computer-Spiel und Handkamera
sein.
22.45 Kurzfilm
23.00 Bar opened
Montag, 18.1.2010 at b_books 21
Uhr
Tavia Nyong´o,
The Body Betwixt Race, Sexuality and the Freak Show
World champion runner Caster Semenya returned to a hero’s
welcome in her native South Africa last year, where the public
denounced the “gender testing” she was forced to undergo after her gold
medal in Berlin. South Africans aren’t the only ones
angrily comparing Semenya’s treatment to that of Saartjie Baartman, the
nineteenth-century Khoisan woman who was
exhibited throughout Europe as a sexualized monstrosity. White
audiences guffawed, prodded and poked at her exposed body,
which they laughingly demeaned as that of a “Hottentot Venus”: the
inverse of European standards of beauty. Challenging
Semenya’s femaleness, people now assert, is imperialism all over again.
If ever a case called for an intersectional analysis
that included queer and trans perspectives, as well as anti-racist and
anti-imperialist ones, this is it. Instead of insisting upon
the naturalness of her gender, how about turning the question around
and denaturalizing the world of gender segregated,
performance-obsessed, commercially-driven sports, a world that can
neither seem to do with or without excessive bodies
like Semenya’s and their virtuosic performances?
|
|