minimal club







 


about

minimal club wurde 1982 gegründet, in münchen. minimal club wollte auf theater bestehen, gerade auch weil es sich an kunst, vor allem konzeptkunst, an französischer theorie und musik orientierte -- unter musik fällt das, was damals als independent music vorhanden war. die stücke/aufführungen von minimal club waren frontal zum publikum ausgerichtet, wie ein konzert. das erste stück hatte den titel:
es gibt keine lösungen weil es kein problem gibt sagt marcel duchamp zu recht.
die nöchsten :
7 stücke gegen das leben
und
baal bert brecht konzert schaustück

die stücke steckten zwischen neuer deutscher welle und fluxusnotationen, live-präsenz + schriftlichkeit. der computer, als idee + als gerät (commodore 64), platze 1983 vehement in dieses setting, 2 bild war 1983 vielleicht auch ein versuch, im inneren einer solchen maschine stattzufinden.

die darauf folgenden stücke bis 1987 spielten sich dann zunehmend weniger in einer splendid isolation der galerie karin papst in haudhausen ab, sondern wurden teil der sehr experimentierbereiten müncher freien theaterszene. andere personen kamen hinzu + machten aus sabeth buchmann + stephan geene eine gruppe bestehend aus elfe brandenburger, mano wittmann, david hudson, stefan schmitt-k, imke toksoez u.a.

zu den selbstgeschriebenen stücken kamen aufführungen anderer autoren wie lieber georg von thomas brasch, zahltag der angst von alexeij sagerer, leben gundlings lessings schlaf traum schrei von heiner müller. die aufführungsorte gehörten eher nicht zum bereich des theaters; baustelle, deutsches museum, projekträume.

1988 kam die gruppe zu dem schluss, dass die sache stagniert. auswege aus diesem stillstand wurden auswärts gesucht (new york, köln, berlin), aber auch im milieuwechsel zur kunstszene. die projektform theoretisches fernsehen, die aus modulen bestand, die variabel eingesetzt werden konnten, mehr installation waren, mehr dekonstruktionen des phänomens fernsehen, oder des imaginären von kommunikation, eignete sich für diesen exit, damit liess sich leichter weggehen. auf dem weg fanden viele installtionsarbeiten statt, die gruppe war jetzt mit elfe brandenburger, sabeth buchmann, stephan geene, mano wittmann eine künster/innen-gruppe im engeren sinne, alle arbeiten wurden nur in der gesamten gruppe entwickelt.

im april 1989 wurde der erste teil der anti new york pläne, naturidentische stoffe, im kunstverein münchen aufgeführt, parallel dazu organisierte minimal club dort eine ausstellung zum thema der naturidentischen stoffen + lud jutta koether, (schule der) tödlichen doris + nina hofmann dazu ein. es erschien die erste ausgabe der zeitung für 10 jahre, A.N.Y.P.
der umzug nach berlin begann, 1991 erschien die dritte ausgabe der A.N.Y.P. im künstlerhaus bethanien, zur aufführung des zweiten teil der anti new york pläne, moderne mathematische probleme.

die A.N.Y.P. wurde für minimal club zum medium, sich mit vielen anderen künstler/innen und leuten aus anderen feldern eng zu verbinden, die ausgaben gemeinsam zu entwickeln, texte, publikationen, ausstellungen. gleichzeitig entstand in berlin eine breite sezene aus kollektiven und heterogenere assoziationen, die zwischen kunst, theorie + politik agierten. A.N.Y.P. + minimal club beteiligten sich daran + lösten sich im engeren sinne in diesem prozess auf. minimal club war in der folge eher ein label für projekte wie die 16 filme der nouvelle-vague-tv-soap le ping pong d'amour. in diesem kontext wurde auch b_books gegründet.