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Montag 14.11.05  9 p.m.
Ausschnitte + Diskussion zu den Auseinandersetzungen in Frankreich


Die Revolten der Banlieues sind (ähnlich wie die lateinamerikanischen Aufstände der letzten 15 Jahre) ein Ausdruck kollabierter Repräsentation ? die Leute, die da Autos anzünden, fühlen sich von niemandem mehr vertreten, und auch wenn Einzelne aus ihren Reihen interviewt werden, wird diese Lücke nicht wirklich geschlossen. Zeichen wechseln ihre Bedeutung, es gibt kein inhaltliches Programm, keinen erkennbaren Charakter einer Bewegung ? und so interpretieren alle das hinein, was sie erkennen möchte: „Integrationsdefizite“, „Arbeitslosigkeit“, „Revolte ohne politisches Bewusstsein“, am Ende sogar „Geburt einer neuen Klasse“ … Die Frage ist, ob man über die Revolten sprechen kann, ohne in diese Falle zu gehen. Und dann natürlich: welche Möglichkeiten durch Krisen der Repräsentation eröffnet werden. In ihnen steckt ein beträchtliches Maß an kollektiver Intelligenz. Auch ohne strategische Planung handeln die Akteure strategisch, auch ohne politischen Diskurs ist ihr politisch. Wo führt diese Intelligenz hin? Haben die Revolten ein emanzipatorisches Potenzial? Und betrifft uns das hier überhaupt?
Raul Auschnitte aus:

WESH WESH (Qu’est ce qui se passe?) ist ein Film des berberisch-französischen Filmemachers Rabah Ameur- Zaimeche. Kamel, die Hauptperson der Geschichte, kommt nach einer Doppelbestrafung (Verurteilung, Abschiebung) zurück nach Seine-Saint-Denis und versucht wieder Fuß zu fassen. Die Personen der Geschichte spielen sich dabei weitgehend selbst. Ameur-Zaimeche, der aus Stadtteilprojekten kommt, hat den Film sozusagen dokumentarisch gedreht.

- LA  SOCIOLOGIE EST UN SPORT DE COMBAT - jochen becker kommentiert  ausschnitte aus einem film über bourdieu, dessen auftritt von jugendlichen unterbrochen wird, die ueber die bullen reden wollen, es kommt zu einer auseinandersetzung.

- audio-statement von mogniss abdallah; agence IM'media - Paris - kommentiert von Katja Diefenbach

- der nicht mehr ganz so neue NEUE PHILOSOPH André Glucksmann in einem kurzen TV-interview zu den ereignisse in Paris und seinem neuen buch über HASS - kommentiert von nicolas siepen

Montag, 17.10., 9 p.m.,
Filmdokumentation zum Ladyfest Wien und der  Riot Grrrl Bewegung, in der ueber Zielsetzungen und Ablaeufe diskutiert wird.
Wie ging es mit Ladyfesten los und welche Ideen stecken dahinter?

Wer vorher noch viel lesen will, hier zwei Texte zum Stand der Dinge von bbooks-Autorinnen:
"There’s a riot going on" (malmoe, wien)
"Plattformen für Lady-Empowerment" (taz, berlin)
http://www.ladyfestwien.org/

MONTAGSPRAXIS BEI B_BOOKS AM MITTWOCH,
16. Februar 2005, 21 Uhr

vorstellung des neuen bandes der reihe metroZones:
"Self Service City: Istanbul"
mit orhan esen und stephan lanz
mit bild und text

und video "In Transit" von berke bas
zu irregulären zuwanderInnen, die sich in istanbul durchschlagen.

"Self Service City: Istanbul" thematisiert aus unterschiedlichen Blickwinkeln die faktische Neugründung der 2700 Jahre alten ›Megapolis‹: Seit 1950 ist Istanbul von einer Million Einwohner durch Zuwanderung auf über zehn Millionen angewachsen. Auf besetztem Land errichteten die ländlichen Arbeitsmigranten zunächst in Selbsthilfe ihre Gecekondus. Innerhalb eines halben Jahrhunderts entwickelten sich diese informellen »Ersatzstädte« städtebaulich, kulturell und politisch zu einer der bedeutendsten Komponenten der »selbstgemachten« Metropole. Eine Entwicklung, die von bürgerlichen Urbanitätsdiskursen oftmals nur als zerstörerische Invasion des bestehenden Istanbuls wahrgenommen wurde.

In den Neunzigerjahren hat sich die Zuwanderung in die Bosporus-Metropole internationalisiert. Heute ist Istanbul wieder jene kosmopolitische Weltstadt, die sie die längste Zeit ihrer Geschichte gewesen war. Ein zweiter Fokus von "Self Service City: Istanbul" liegt daher auf dem städtischen Handeln von Flüchtlingen und Migranten aus Osteuropa sowie zunehmend aus Asien und Afrika. Historische Stadtteile verwandeln sich dabei in Praxislaboratorien eines transkulturellen Zusammenlebens. Es handelt sich gerade um die Orte, die in offiziellen Urbanitätsdiskursen aus Trauer über eine vorgeblich verlorene bürgerliche Kosmopolizität nostalgisch verschleiert werden, womit der Blick auf selbst organisierte Produktionsweisen von Stadt erneut verstellt wird.

"Self Service City: Istanbul" versammelt Analysen, Essays, Reportagen, Interviews und Bilder – nicht zuletzt um auch einen Blick auf westeuropäische Metropolen zu werfen, in denen eigenständige Aneignungen städtischer Räume auf ähnliche Weise aus den herrschenden Bildern einer urbanen Civitas ausgegrenzt sind. In einer solchen Perspektive des jeweiligen »Lernens von ...« ergänzen sich die beiden kurz nacheinander erschienenen Bücher "City of COOP. Ersatzökonomien und städtische Bewegungen in Rio de Janeiro und Buenos Aires" (Hg. Stephan Lanz) und "Self Service City: Istanbul" mit den bisherigen Bänden der metroZones-Reihe.

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b_books praesentiert * mo 31.01.05 * 9 p.m.
[dia-lesung und video-schau mit tanya ury]
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heute, 27.01.05, aufruf gegen die "flick collection" in der FAZ
www.flickconnection.de
www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,338689,00.html

tanya ury zeigt dias und liest einige ihrer neuesten kurzgeschichten. sie sind zum groessten teil autobiographisch, werden aber in der dritten person unter dem antiken namen hermè (her & me) erzaehlt, mit dem distanz in die erinnerung eintritt.
stechmücke * bei einer akupunktur-therapie entwickelt sich eine unterhaltung mit dem arzt, die mehr als die patientin zu hoeren wuenscht, enthuellt. dazwischen wird eine chronik geblendet, die die kunstgeschichtliche tradierung und das, was als tatsache in diesem diskurs verbuergt ist, stoert.

tag und nacht * donatello dubini ist ein in köln lebender filmemacher. die geschichte portraitiert ihn, ein andenken an eine nacht, die er gemeinsam mit hermè verbracht hat.

koelnisch wasser * split-screen video, GB/D 1993/97 , 33 min

tanya ury erinnert sich in dem video daran, dass ihre großmutter und ihre mutter koelnisch wasser benutzt haben. 1993 laesst sie zum andenken an ihre nach theresienstadt und auschwitz verschleppten verwandten die zahl 4711 auf ihren oberschenkel taetowieren. einige zeit spaeter erfaehrt sie, dass die widerstandskaempferin milena jesenská im kz ravensbrueck die nummer 4714 und deshalb den spitznamen "4711 - koelnisch wasser" erhalten hatte.

die video-performance zeigt auf einem monitor die taetowierung, waehrend der tanya ury mit dem tatookuenstler ueber die geschichte des nationalsozialismus, deutschland und die stadt koeln spricht. ueber die zweite spur des videos singt sie das lied der loreley und verschiedene karnevalslieder. auf zwei weiteren monitoren sieht man, wie sie mit blonder langhaarperuecke und in leder gekleidet striptease macht. zwischendurch geht sie unter die dusche. die zwei kameramaenner, die den strip aufgenommen haben, filmen sich gegenseitig. ein vierter monitor zeigt das publikum, dass sich selbst beim schauen zuschaut.
[tanya ury zeigt in berlin im moment einige ihrer arbeiten. eroeffnungen 27. und 28. januar]

who’s boss project , "stets gern fuer sie beschaeftigt" (always glad tobe of service), ifa galerie, berlin, opening january 7 pm, 27th, 28.1-27.3.2005 www.ifa.de/galerien/holocaust2/d_ury.htm

boss rune t-shirt , schoene gruesse (best wishes), propeller, seume strasse 23, friedrichshain, berlin, opening 8 pm, january 28th, 28.1.- end april 2005

Heil Dich doch selbst! Die "Flick Collection" wird geschlossen

16.12. 19 Uhr, Hau 2, Nähe Hallesches Tor. Vorträge.
Statements. Visuals.

         Berlin hat jetzt eine staatlich sanktionierte „erste Adresse“ für zeitgenössische Kunst, die in verschiedener Hinsicht monumental zu nennen ist: Die „Friedrich Christian Flick Collection“ ist ein temporäres Denkmal für den Flickreichtum, ein ausgestellter Konsumakt, der sich aus dem Geld speist, das mit der Kriegs- und Vernichtungsmaschine der Nazis erworben wurde. 1944 arbeiteten im NS-Industrie-Imperium Flick rund 50.000 Zwangsarbeiter/innen, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Der Enkel handelt im Sinne seines Großvaters, wenn er sich weigert, die Überlebenden zu entschädigen. Dabei stellt der Entschädigungsfonds nur einen minimalen Bruchteil dessen zur Verfügung, was an Zwangsarbeit verdient, über viele Kanäle in die Nachkriegsökonomie eingespeist wurde und den magischen Namen  "Wirtschaftswunder" erhielt.

         Flick spricht davon, seinen Familiennamen "auf eine neue und dauerhaft positive Ebene zu stellen". Toll, sagt Staatsministerin Weiss, die Ausstellung schließe "einen Teil der Wunde, die in Berlin durch die Nazi-Zeit gerissen wurde". So versöhnen sich die Deutschen mit sich selbst. Die Nazis nahmen ihnen die moderne Kunst, einer der Enkel aber gibt etwas davon zurück. Er kauft mit dem geerbten Geld post-avantgardistische Werke und redet von Sehnsucht und Unbegreiflichem, von gebrochen existenziellen Codes, die den Sammler und sein Leiden an der Geschichte verkörpern. Da kann auch der Generaldirektor der Staatlichen Museen, Schuster, einsteigen und "vom Drama der Deutschen mit der Kunst" zu sprechen beginnen. Der Themenwechsel ist abgeschlossen, von der Vernichtung durch Arbeit im Nationalsozialismus zu zeitgenössischer Kunst im Hamburger Bahnhof. Postavantgarde und ein staatlich unterstützter Normalisierungsanspruch gehen eine unheimliche Synthese ein. 

         Keine Kunst ist an sich gut oder schlecht. Jede Arbeit ist die Summe ihrer Elemente. Dazu zählen die Entstehungsbedingungen, Durchsetzungsstrategien und auch ihr Gebrauch. Der Rahmen ist ein Teil des Bildes, wer ihn ändert, ändert das Bild. Und hier ist zu sehen, wie das Projekt "Deutschland, alles ist wieder okay!" in der Berliner Republik funktioniert. Ausgerüstet mit einem Willen zur Debatte, der an den letzten Erfahrungsresten von 1968 geschult ist, und einer gewissen Distanz zum Wertekonservatismus wird jede Auseinandersetzung begrüßt, auch über den Nationalsozialismus, solange sie konsequenzlos bleibt. Die Erinnerung der Shoah wird noch in ihrer Benennung stillgestellt. Die Blockade politischer Macht, die durch die deutsche Geschichte gegeben ist, soll damit aufgehoben werden. Vielleicht ist der politische Unternehmer Friedrich Christian Flick auch deshalb zum Nach-MoMA-Joker der Berliner Kulturpolitik geworden, weil die Unterstützer in der Dreistigkeit des Coups ihre eigene Macht erkennen. "Heil Dich doch selbst!" ist ein weiterer Versuch, diese Form der Stillstellung der Erinnerung zu unterbrechen.

Vorträge. Statements. Visuals. u.a. mit Monika Baer, Alice Creischer, Diedrich Diederichsen, Katja Diefenbach, Stephan Dillemuth, Helmut Draxler, Discoteca Flaming Star, Stephan Geene, Andrea Geyer, Asta Groeting, Imma Harms, Judith Keilbach, Peter Kessen, Gertrud Koch, Jutta Koether, Clemens Krümmel, Thomas Kuczynski, Susanne Leeb, Albert Oehlen, Christiane Post, Josephine Pryde, Karin Rebbert, Lars Rensmann, Daniel Richter, Thomas Ruff, Sabine Sanio & Christian v. Borries, Jo Schmeiser, Sophia Schmitz, Astrid Schmidt, Andreas Siekmann, Hito Steyerl, Sissi Tax, Tanya Ury, Jeff Wall, Annette Wehrmann, Aljoscha Weskott, Thomas Winkelkotte, Michaela Wünsch, Ina Wudtke, Raul Zelik.



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femalehiphop.net presents
an evening with words and sounds
mo 29.11.2004 :: 21:00

::caynd & hae-lin introducing: *female hiphop*

:: spoken word performance: jade

:: djs:
bb.edit (femalehiphop.net)
ela (b_books)
karin (subotage)
kiwi (push it)
maren (berlin digital)

www.femalehiphop.net www.bbooks.de www.de-bug.de

Female HipHop
Identitätsstrategien von Frauen im HipHop

HipHop ist momentan weltweit die tonangebende Jugend- und Popkultur und gilt als extrem sexistisch und frauenverachtend. Frauen sind im HipHop auffällig unterrepräsentiert. Wenn sie wahrgenommen werden, dann immer untrennbar verknüpft mit ihrem Geschlecht. Gleichzeitig spiegelt sich diese Problematik in den Identitätsentwürfen und Darstellungsformen der Künstlerinnen selber auf unterschiedliche Weise wieder. So gibt es neben künstlerischen Positionen auch immer den Gender-Faktor.
Diesen Zusammenhang will das Projekt Female HipHop beleuchten und mit positivem Aktionismus entgegentreten. Mittels Forschung, interaktiver Online-Datenbank, einer Veranstaltung im Frühjahr 2005 und einer in De:Bug publizierten Sonderbeilage sollen erstmalig in diesem Umfang Positionen von Frauen im HipHop thematisiert werden. Dadurch wird einerseits die Weiterentwicklung des Diskurses angeregt als auch, durch einen hohen Praxisbezug, die Vernetzung von Aktivistinnen angestrebt. Female HipHop hat sich zum Ziel gesetzt, theoretische Erkenntnisse mit dem performativen Wissen der kulturellen Praxis zu verbinden.

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b_books praesentiert

mo, 22.11., 21 uhr: STATEMENTS + FILME zum SYMPTOM, zu dem die ERMORDUNG THEO VAN GOGHS geworden ist

Ueber die Entwicklungen des POLITISCHEN ISLAMS als moderne reaktionäre Strömungen, die gleichzeitige Zunahme von POPULAEREM ANTI-ISLAMISMUS und STAATSRASSISMUS & die Frage, warum MULTIKULTURALISMUS nicht gescheitert, sondern auf einer ganz anderen Ebene als fuer die ANTI-PC-IRREN im "Spiegel", die behaupten, seit dem NS sei in der BRD "nichts verwerflicher, als sich dem Verdacht des Rassismus auszusetzen", Teil des kulturalistischen Neorassismus der 80er ist.

Katja Diefenbach ueber UEBERSCHREITUNGSSTRATEGIEN, die nach rechts wirken: THEO VAN GOGH und MICHEL HOUELLEBECQ
Die beiden teilen eine Reihe von Ueberschreitungswitzen, darunter den Islam als vormoderne Wuestenreligion darzustellen und sich einen Wie-geil-ist-das!-Lustgewinn zu verschaffen, indem sie ihre Transgression sexualisieren, was Van Gogh auch gerne im Stil Wer-traeumt-heute-von-Vergewaltigung-im-KZ machte. Sie eint der froehliche Wille, spiessiges Gutmenschengelabere anzugreifen, was eigentlich nicht schlecht ist. Nur wollen sie vergessen, dass die Kritik an der Peinlichkeit linken Moralismus schon im Punk begann. Ihr Anti-PC-Diskurs geilt sich an der irre vergroesserten Vorstellung eines Korrektheitsmeinungsterrors auf, um lustig reaktionaere Vorschlaege unterbreiten zu koennen. Sie sind die juengsten Erben kapitalistischer Ueberschreitungskultur, um endlich auch mal von Kultur zu reden, in der ein Imperativ darin, besteht, sich zu entaeussern und entgrenzend voranzuschreiten, waehrend gleichzeitig munter Wertekonservatismus modernisiert wird.

SCREENING:

Submission. Part One. Regie: Theo van Gogh. Drehbuch + Idee: Ayaan Hirsi Ali, NL 2004, 11 min.
Euroquiz. Regie: Theo van Gogh, NL 2004, 6 min.
Ausschnitte aus: Cool!, Regie: Theo van Gogh, NL 2004, 87 min.
Ausschnitte aus: "Berlin Mitte" mit Maybrit Illner: "Multikulti am Ende - Waechst der Hass auch bei uns?". Gaeste: Joerg Schoenbohm, Marieluise Beck, Nadeem Elyas, Heinz Buschkowsky, Henryk M. Broder

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Die Normalisierung der deutschen Geschichte, Teil X: Die "Flick-Collection",
oder: Warum kann Kulturstaatsministerin Christina Weiss sagen, Friedrich Christian Flick schliesse mit seiner Ausstellung "einen Teil der Wunde, die in Berlin durch die Nazi-Zeit gerissen wurde"
Diskussion + Lesung mit Peter Kessen, Autor des Buches "Von der Kunst des Erbens. Die 'Flick-Collection' und die Berliner Republik" (Philo 2004)

I
"Friedrich Flick hatte bis zum Juli 1943 das groesste private Industrie-Imperium im Reiche Adolf Hitlers errichtet. Dieser Aufstieg beruhte in besonderem Masse auf Ruestung sowie auf der Expansion durch Arisierung und Aneignung von Unternehmen in besetzten Gebieten: An der jaehrlichen Steigerung der Rohstahlproduktion von 1929 bis 1941 waren die Ruestungsbetriebe des Konzerns mit 52 Prozent beteiligt. Flick hatte Krupp ueberrundet."

II
" Im groessten Ruestungswerk Groeditz in Sachsen arbeiteten seit 1940 4000 Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion. Sie fertigten Flakgeschuetze und Material fuer die Marine. Bald umschliessen Stacheldraht, Stromleitungen und Wachtuerme mit Maschinengewehren die Maschinenhalle. Im Werk entsteht ein Lager mit KZ. Die Manager Weiser und Hoeger reisen ins KZ Flossenbuerg, um Haeftlinge auszuwaehlen. Ende September 1944 treffen 300 Haeftlinge aus dem KZ Dachau ein. Die Viehwaggons rollen direkt in die Maschinenhalle. Flick besuchte sein Werk zweimal, zuerst im Sommer 1941 und dann im Oktober 1944. Sein Sohn Otto-Ernst, der Vater von Friedrich Christian, wurde zum Vorstandsmitglied und 'Betriebsfuehrer' ernannt."

III
"In den Werken um das Dorf Allendorf befanden sich die Betriebe der Dynamit Nobel AG und der Westfaelisch-Anhaltinischen Sprengstoff AG. Rund 17.500 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen haben waehrend der NS-Zeit in diesen Werkshallen gearbeitet: 'Das TNT wurde auf ueber 80 Grad erhitzt, um dann in Granaten abgefuellt zu werden. Die Menschen, die dort beschaeftigt waren, haben die Daempfe eingeatmet.' Taegliche Vergiftungen waren die Folge. Haut und Fingernaegel verfaerbten sich gelb, die stoppelkurzen Haare gelb-rosa. Die Monate als Zwangsarbeiterin bleiben Eva Fahidi fuer immer im Gedaechtnis: 'Die Erniedrigung kann und will man nicht vergessen, auch wenn man so alt wird wie die Berge.' Fuenfzig Menschen aus ihrer Familie sind umgekommen, Eva Fahidi hat Vater, Mutter, Schwester und Tanten verloren. Die rund 1000 ungarischen Zwangsarbeiterinnen aus Allendorf litten ein Leben lang unter den Auswirkungen dieser Zeit. Friedrich Flick sass in den 40er Jahren im Aufsichtsrat der Dynamit Nobel AG. Seit 1959 gehoerte ihm die Firma. Die Blockadehaltung gegen eine Entschaedigung galt in der Familie Flick bald als Generallinie."

IV
"Flicks Nachkriegskarriere begann bereits in der Landsberger Zelle, die sich schnell in eine Konzernzentrale verwandelte. Sohn Otto-Ernst besorgte mit Ehefrau Barbara den Aktentransport. 1950 galt der Entlassene wieder als reichster Mann Deutschlands. Flick schichtete Kapital um. Bereits einen Tag nach der Waehrungsreform stieg das Grundkapital der Harpener und Essener Bergbaugesellschaften von 142 Mio RM auf 263 Mio DM, alles gespeist aus bisher versteckten Gewinnen. Woher diese versteckten Gewinne stammten, bleibt unklar, auf jeden Fall fuehrte der Verkauf der Harpener Bergbau AG und der Essener Steinkohlebergwerke 1954 zu einer Kriegskasse von etwa 280 Mio DM. Diese Summe bildete, nach Eberhard von Brauchitsch, 'die Grundlage von Friedrich Flicks Wiederaufbauwerk'."

V
"Friedrich Christian Flick und sein Bruder begannen 1986 mit den Aktien der Feldmuehle Nobel AG, dem neuen Konzern, in dem die Dynamit Nobel aufgegangen war, zu spekulieren. Mick Flick beginnt ab 1996 auch mit den erspekulierten 200 Mio DM des Nobel-Aktiendeals, eine der groessten Kunstsammlungen der Welt aufzubauen."Im Dezember 2004 wird die Datenbank unter www.femalehiphop.net online gehen und anlässlich dieses Ereignisses findet eine kleine Vorstellung des Projekts mit den beiden Initiatorinnen statt, begleitend von einer Spoken Word Perfomance und viel guter Musik. Mo 27-9 um 21 h, Luebbener Str. 14

VI
"Der Protest in Zuerich entzuendete sich an einem Brief Flicks, den dieser 1997 an seinen Onkel Friedrich Karl geschrieben hatte: Die Kunstkollektion werde 'meinen Kindern und Nachkommen eine konstruktive und sinnvolle Moeglichkeit zur neuen Identifikation mit unserem Namen aufbauen'. Ziel sei es, 'den Namen Flick auf eine neue und dauerhafte positive Ebene zu stellen'."

VII
"Flick spricht von einer 'Sehnsucht', das zu begreifen, was man nicht begreifen koenne, was man bloss 'signalhaft' empfinde. Diese 'Sehnsucht' koennten die Kuenstler irgendwie aufzeichnen. Zu seinem Kuenstlerkreis gehoeren neben Fischli/Weiss, Roman Signer und Pipilotti Rist auch Franz West aus Wien und der als enfant terrible des internationalen Kunstbetriebs verschriene Kalifornier Paul McCarthy: 'McCarthy war schon oft bei mir oben in Gstaad. Bis um fuenf Uhr morgens haben wir auf dem Balkon gesessen und diskutiert."

VIII
Die hoch subventionierte Heimholung des Erben begeisterte den Kanzler in ihren schieren Dimensionen: 'Wie ich gerade von Ihnen erfahren habe, war es mal die laengste Halle in Berlin, also gerade richtig, um Ihre grosse Sammlung aufnehmen zu koennen.' Vielleicht ist Friedrich Christian Flick auch deshalb zur einer Galionsfigur der rot-gruenen Kulturpolitik geworden, weil die Unterstuetzer in der Dreistigkeit des Coups ihre eigene Macht erkennen."

Gekuerzte Auszuege aus: Peter Kessen, Von der Kunst des Erbens, Philo Verlag 2004

b_books praesentiert
 
Mo, 15.11., 9 p.m. RENEE GREEN + KARIM AINOUZ are presenting THE EVERCHANGING NOW: NEGOTIATIONS IN THE CONTACT ZONE - Discussion + Book Release Party de Luxe

 
Homeboys in Greenwich Village, Hubert Fichte in Portugal, an attempt to capture Sly Stone in print, Tulio Carella's sensual odyssey in Brazil, a reflection on the relationship between Angola and Portugal in the Sixties, Tlingit elders as museum consultants etc.
 
"Negotiations in the Contact Zone" brings together essays by cultural critics, writers, filmmakers, art historians, journalists and visual artists, which were delivered in a symposium organized by Renee Green in 1994:
 
"At the time in which I was invited by the Drawing Center to do a project it was the eve of 1992 and all of the Columbus protests and celebrations were brewing, as well as numerous debates about 'identity politics', 'multiculturalism' and 'political correctness'. It was my intention to complicate the terms of some of these debates, and also to focus my work on what specifically occurs in the cultural realm - knowing that it intersected political, economic and social sectors. Examining how the history of art and aesthetics among other histories affects what has been and is currently produced was an aim. I didn't want to begin with broad themes such as 'colonialism', 'Eurocentrism', 'racism', 'sexism', 'heterosexism', 'imperialism', but rather I wanted to begin by examining an artifact, a text, a painting, a decorative object, an image, a novel, a poem, a garden, a palace, a house. By beginning with these objects or places, and the contexts in which they appeared, it was possible to detect the intricate workings of certain ideologies which were being put forth and it was possible to read these objects or places in different ways, and to attempt to present or decipher the contradictory pleasure which might accompany them." Renee Green

 
"Negotiations in the Contact Zone"
Essays by Karim Ainouz, Diana Andringa, Judith Barry, James Clifford, Manthia Diawara, Diedrich Diederichsen, Renee Green, Miwon Kwon, Sowon Kwon, Simon Leung, Lynne Tillman + Joe Wood
Assirio & Alvim, Lisboa 2003, 36.40 EUR
 

b_books presents
montagsPraxis 1.11., 9 p.m.

Filmvorfhrung & Diskussion >Things. Places. Years<

Jo Schmeiser und Anthony Auerbach sprechen ber den Film >Things. Places. Years< und ueber die Anwesenheit der Erinnerungen an Vertreibung, Emigration und Holocaust in der Gegenwart. Die Diskussion wird auf Englisch gefuehrt.


Tipp:
4.11. Islamismus Kulturphänomen oder Krisenlösung? Diskussion m. S. Alnasseri, HU, Hauptgebaeude, 19 h
5.-7.11. Masochistische Ekstase: 14 Folgen R.W. Fassbinder >Berlin Alexanderplatz<, ab 16 h UdK Hardenberg 33, R 110

Things. Places. Years.
Ein Film von Klub Zwei (Simone Bader und Jo Schmeiser)
ֳterreich 2004, 70 min., engl. mit dt. UT

Als ich Klub Zwei (Simone Bader und Jo Schmeiser) 2000 das erste Mal in London traf, hatten sie gerade mit der Recherche an einem noch nicht benannten Projekt begonnen. Sie präsentierten sich mir nicht als Dokumentarfilmerinnen. Vielmehr machten sie mich mit einer kollaborativen Kunstpraxis bekannt, die auf Gesprächen über Erfahrungen von Frauen basierte und die den Ansatz verfolgte, dass jegliche Form der medialen Repräsentation, ob nun in Grafik, Video oder Text, als Intervention in den öffentlichen Raum verstanden werden kann. Das bedeutet, es handelt sich bei ihrer Arbeit um Interventionen in den öffentlichen Diskurs und nicht den angeblich autonomen Kunstdiskurs." (Anthony Auerbach)

Erfahrungen von Vertreibung, Emigration und Holocaust werden oft in der Vergangenheit verortet. Der Dokumentarfilm Things. Places. Years. bringt diese Vergangenheit in die Gegenwart. Sie ist Teil unserer Identität als Angehörige der Vertriebenen und Deportierten, als Söhne und Töchter der TäterInnen und MittäterInnen.
Things. Places. Years. zeigt wie Vertreibung, Emigration und Holocaust das Leben von zwei in London beheimateten Frauen durch drei Generationen prägten. Der Film fokussiert zudem die Arbeit der Frauen, die fast alle im Kulturbereich tätig sind. Viele von ihnen haben einen jüdischen Hintergrund. Ihre Gemeinsamkeit ist schwer zu definieren: Ist es das Jüdisch-Sein oder ihr Interesse an Kunst und Kultur, oder ist es ihre Auseinandersetzung mit der Vergangenheit?
Der Film konstruiert keine homogene, weibliche Identität sondern umgeht das Dilemma der Zu- und Festschreibungen. Er gibt den Frauen Raum, um über ihre Identität zu sprechen, die komplexer ist als die Feststellung, dass sie Jüdinnen sind. Eine Feststellung, die im Nationalsozialismus zu Vertreibung und Ermordung führte. Eine Feststellung, die Menschen mit jdischem Hintergrund zu Juden und Jüdinnen macht. Wie sie sich selbst sehen, hat sie bis zu diesem Film kaum jemand gefragt. (Rosa Reitsamer)

concept and interviews: simone bader, jo schmeiser
editing: maria arlamovsky, club zwei
music: zenzile und jamika ajalon

Things. Places. Years.
a film by Klub Zwei (Simone Bader und Jo Schmeiser)
österreich 2004, 70 min., engl. mit dt. UT

Often, in their representation, experiences of expulsion, emigration and the Holocaust are treated at things past. The
documentary Things. Places. Years: recognises the past as part of the present. This past is part of our identities, as the descendants of those deported and forced into exile, as the children of witnesses, bystanders and perpetrators.
Things. Places. Years. shows the impact of forced emigration and the Holocaust in the lives of three generations of women in London. The film also focuses on their work. Nearly all of the twelve women featured in the film found their occupations in the cultural field. Most have a jewish background. However, it is difficult to define what these women have in common. Is it their Jewishness or their interest in art and culture? Or is it how they confront the past?
The film does not construct a homogeneous female identity. Rather, Things. Places. Years. goes beyond the dilemma of ascription and determination. It gives these women ample space to speak about their identities, which is much more multifaceted than their identification as being Jewish. An identification that was cause for deportation and murder during the Nazi era. An identification that makes Jews out of men and women with a Jewish background. Until this film was made, these women had raley been asked how they identify themselves. (Rosa Reitsamer)

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montagsPRAXIS 6.9. 21 uhr
Gillo Pontecorvo
DIE SCHLACHT UM ALGIER /BATTLE OF ALGIERS

Die Filmgruppe im Rahmen der Antikolonialen Afrika-Konferenz Mitte November >http://www.africa-anticolonial.org/<sichtet zur Vorbereitung einer Filmreihe im Arsenal oeffentlich Filme, die antikolonialen Widerstand thematisieren. Nach einer Praesentation im Fluechtlingsheim Henningsdorf wird nun im Rahmen der Montagspraxis am 6. September Gillo Pontecorvos Klassiker DIE SCHLACHT UM ALGIER (1965, Italien/Algerien) diskutieren.
mehr infos unter /more infos
http://www.b-books.de/mp/index.html (ab so 22 uhr)

montagsPRAXIS mo 16. 8. 21 uhr
film + gespräch
Jarmark Europa
Minze Tummescheit, Deutschland 2004
        
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         Der 'Jarmark Europa' im Stadion 'Dziesieciolecia' in Warschau ist einer der grössten Basare in Osteuropa und Zentrum eines Kleinhandels, der in keiner Handelsbilanz auftaucht. Die Händler Innen kommen aus den verschiedensten Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Sie transportieren ihre Waren in den berhmten Tragetaschen nach Warschau oder in andere Städte westlich der Grenzen der ehemaligen SU. Auf Russisch werden sie 'Tschelnoki' genannt. Das Wort 'Tschelnok' bedeutet Weberschiffchen und beschreibt anschaulich den unsteten Lebensstil der HändlerInnen. Meist haben sie ihre bürgerliche Existenz gegen ein Leben in ständiger Bewegung zwischen ihrem Heimatort und dem Basar eingetauscht. Viele von ihnen sind AkademikerInnen, die zu wenig verdienen, um davon leben zu können, andere sind arbeitslos oder in Rente. Die 'Tschelnoki' sind UnternehmerInnen der ersten Stunde in einer sich verändernden Gesellschaft. Es fällt auf, dass besonders viele Frauen auf diese Weise das Einkommen ihrer Familien sichern. Jarmark Europa erzählt von Kaleria Michajlowna, der ehemaligen Leiterin einer Poliklinik in ihrer Heimatstadt Penza, 700 km südlich von Moskau; sowie von Swetlana Anatoljewna, die aus Brest, der Grenzstadt zwischen Weissrussland und Polen kommt und frher eine angesehene Musiklehrerin war. Der Film begleitet Kaleria und Swetlana auf ihren Reisen, zu Hause und auf dem Basar und betrachtet die Auswirkungen der Osterweiterung der EU aus der Sicht jener, die draussen bleiben.

'Jarmark Europa' at Warsaw's Dziesieciolecia Stadium, is one of Eastern Europe's largest bazaars and a centre for small trade that doesn't appear on any tax declarations. The traders come from a variety of countries in the former Soviet Union. They transport their goods to Warsaw or other cities west of the ex- USSR in unmistakeable bags. In Russian, these traders are known as 'chelnoki'. The word 'chelnok' means 'weaver's shuttle' and graphically describes their peripatetic lifestyle. Most of them have exchanged their settled existences for a life of constant movement between their hometown and the bazaar. Many are academics who earn too little to survive. Others are unemployed or retired. The 'chelnoki' are pioneering entrepreneurs in a changing society. It is remarkable that it is mainly women who prop up their families in this way. Jarmark Europa is about two of these women, about me and about how this film came about. Kaleria Michailovna, the former head of the outpatients' clinic in her home city of Penza 700 kilometres south-east of Moscow, is a respected and well-known figure back home. Today Kaleria is a pensioner. Every two months, she and her friend Valentina travel to Warsaw together, where they sell anything that costs nearly nothing in Penza and therefore can be sold at a profit in Poland. Svetlana Anatolievna comes from Brest, the town on the border between Belarus and Poland. Having lost her job as a music teacher through perestroika, she initially tried, like so many others, to make a living with cross-border small trade in Poland. The film follows Kaleria and Svetlana on their travels, at home and at the bazaar, and observes the effects of the EU's eastward enlargement through the eyes of those who will always remain outside.

Buch, Schnitt: Minze Tummescheit
Kamera: Minze Tummescheit, Arne Hector
Ton: Arne Hector, Johanna Olausson,
Mirjam Junker
Format: DigiBeta, Farbe
L䮧e: 124 Minuten, 25 Bilder/Sek.
Sprache: Russisch, Polnisch, Deutsch

Minze Tummescheit, geb. 1967 in Lima. Studium der experimentellen Filmgestaltung an der HdK Berlin. Filmemacherin, Kamerafrau und Cutterin. Jarmark Europa ist ihr erster abendfllender Dokumentarfilm.


montag 2-Aug-04 [montagsPraxis]
Screening von 'Madame Sata'. Ein Film von Karim Ainouz.
DER REGISSEUR KOMMT ZUR DISKUSSION
b_books luebbener str 14 u-schlesisches tor 9 p.m.

Madame Sata is inspired by the legends and myths built around the real life character Joao Francisco Dos Santos (1900-1976), also known as Madame Sata. A name taken from a character in a Cecil B. De Milles 1930 film Madame Satan, for which Dos Santos conceived a strong passion. The film is set in the 1930s, in Rio de Janeiro, in the bohemian neighborhood of Lapa, when Dos Santos is about to achieve his dream: becoming a stage star.  A tall black man, a proud rogue, female impersonator, gangster, convicted prisoner and adoptive father, Dos Santos spent most of his life in the streets of Rio. The film takes us on an intimate journey into the life of Dos Santos and his close friends, focusing on a crucial time in his life.Through the character of  Dos Santos, a son of ex-slaves, this film also examines the blossoming of a pulsating urban Afro-Brazilian culture that emerged in Rio de Janeiro in the post-abolition years. A culture that was forged as an expression of resistance in a society that had no use for Black peoples after the abolition of slavery (1888). Madame Sata is not only the story of a complex real life character, but also an attempt to bring to light a crucial moment of the Afro-Brazilian diaspora.

Directed and written by Karim Ainouz
Cast: La zaro Ramos, Marcelia Cartaxo, Flavio Bauraqui, Felipe Marques, Emiliano Queiroz, Renata Sorrah, Giovana Barbosa, Ricardo Blat, Guilherme Piva, Marcelo Valle.
Cinematography: Walter Carvalho.
In Portuguese with English subtitles. 35 mm, 103 min


see http://www.wellspring.com/ + http://www.madame.com.br/
Karim Ainouz lebt zur Zeit in Berlin mit DAAD-Stipendium

b_books presents [mo 12-07 9p.m.]

Fortress Europe / Festung Europa , Doku-Drama von Zelimir Zilnik, 60 min, 2001

"Fortress Europe" wurde in den Grenzregionen Italiens, Sloweniens, Kroatiens und Ungarns gedreht. Der Film zeigt die Geschichte einer geschiedenen russischen Familie. Die Frau ist nach Triest ausgewandert und wartet in Italien auf die Ankunft ihrer Tochter, die von ihrem Ex-Mann aus Weissrussland begleitet wird. Vater und Tochter stranden auf dem Weg nach Italien ohne Papiere an Grenzposten und Lagern, ueberqueren die verschiedenen nationalen Grenzen und werden  wieder in das Land, aus dem sie gekommen sind, zurueck geschickt, wo sie in Abschiebehaft geraten.
Zilnik stilisiert die ProtagonistInnen seines Films nicht als blosse Opfer des EU-Grenzregimes, sondern zeigt, wie sie immer neue Strategien entwickeln, die Grenzen zu passieren und Kontrollen erfolgreich zu unterlaufen.

Ende der 60er Jahre dreht Zelimir Zilnik seine ersten Filme, erhaelt jedoch Arbeitsverbot als Tito den Film "Fruehe Werke" zu sehen bekam, fuer den er den Berliner Baeren erhalten hat. Er verlaesst Jugoslawien und geht nach Deutschland. Mit seinen kritischen Arbeiten zur Wohnsituation von ArbeitsmigrantInnen und vor allem mit dem Film "Oeffentliche Hinrichtung" ber die Medieninszenierungen der Verhaftungen von RAF-Mitgliedern, stoesst er auch hier auf staatliche Repression und wird des Landes verwiesen. Zurck in Jugoslawien arbeitet er als Theaterregisseur und entwickelt als Filmemacher das Format des Doku-Dramas. Gedreht hat er u.a. Nezaposleni ljudi [Arbeitslose] (1968) Early Works (1969), Oeffentliche Hinrichtung (1975), Unter Denkmalschutz (1975), Paradise (1976), Farewell (1976), The Way Steel Was Tempered (1988), Tito Among the Serbs for the Second Time (1993), Marble Ass (1994) The Fortress Europe (2001). Kennedy is coming back (2003)

"Why should one hide the fact that observing affects as the observed? Why shouldn't people state whatever they like and consider effective, why shouldn't the pose if they feel like posing, why shouldn't they act for the camera, why shouldn't they try to force their way into the frame if they feel like it, why shouldn't they curse and use foul language if they feel that it can fool or entertain someone? Why shouldn't we document these attempts, attempts of the people to affect their own public image and image of the world they live in when we shoot a documentary?" Zelimir Zilnik



montagsPRAXIS 28.6. 9 p.m. b_books

"Der Fotograf", Dok-Film von Dariusz Jablonski, Polen 1998, ca.50 Min.

1987 werden hunderte Farbdias mit Ansichten aus dem Lodzer Ghetto in einem Wiener Antiquariat gefunden. Aufgenommen wurden diese Bilder vom NS Finanzbuchhalter des Ghetto Lodz, Walter Genewein. Im Film werden sie kommentiert von Arnold Mostowicz, der als Arzt im Ghetto lebte.
 
Eine Veranstaltung des Bildungswerks Stanislaw Hantz e.V.

14.6. montagsPRAXIS: Heinrich Dubel (Helikopter Hysterie, Snyper, Forscher in Sachen Lingo-physikalische Niederschlaege) praesentiert und diskutiert:

Das Meisterspiel - Master Game
1997, 105 min, 16 mm/BETA SP, Farbe
Buch und Regie: Lutz Dammbeck
Kamera: Eberhard Geick, Thomas Plenert, Leo Potesil
Produktion: Lutz Dammbeck Filmproduktion/ WDR

Silberne Taube des 41. Internationalen Leipziger Festivals fuer Dokumentar- und Animationsfilm
Die Dokumentation nimmt den 1994 veruebten Anschlag auf Bilder des oesterreichischen Malers und Professors der Wiener Akademie, Arnulf Rainer, zum Anlass, nach den politischen Hintergruenden der Tat zu fragen. 1995, ein Jahr, nachdem Rainers Bilder mit schwarzer Farbe uebermalt wurden, tauchte ein Bekennerschreiben auf, ein voelkisch-konservatives Pamphlet gegen die Moderne. Dammbeck entwirft in seinem Film moegliche Szenarien der Tat: Hat der Kuenstler - in den 50er und 60er Jahren einer der Protagonisten des Wiener Aktionismus, der mit den