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Montag 14.11.05 9 p.m.
Ausschnitte + Diskussion zu den Auseinandersetzungen in Frankreich
Die Revolten der Banlieues sind
(ähnlich wie die lateinamerikanischen Aufstände der letzten
15 Jahre) ein Ausdruck kollabierter Repräsentation ? die Leute,
die da Autos anzünden, fühlen sich von niemandem mehr
vertreten, und auch wenn Einzelne aus ihren Reihen interviewt werden,
wird diese Lücke nicht wirklich geschlossen. Zeichen wechseln ihre
Bedeutung, es gibt kein inhaltliches Programm, keinen erkennbaren
Charakter einer Bewegung ? und so interpretieren alle das hinein, was
sie erkennen möchte: „Integrationsdefizite“, „Arbeitslosigkeit“,
„Revolte ohne politisches Bewusstsein“, am Ende sogar „Geburt einer
neuen Klasse“ … Die Frage ist, ob man über die Revolten sprechen
kann, ohne in diese Falle zu gehen. Und dann natürlich: welche
Möglichkeiten durch Krisen der Repräsentation eröffnet
werden. In ihnen steckt ein beträchtliches Maß an
kollektiver Intelligenz. Auch ohne strategische Planung handeln die
Akteure strategisch, auch ohne politischen Diskurs ist ihr politisch.
Wo führt diese Intelligenz hin? Haben die Revolten ein
emanzipatorisches Potenzial? Und betrifft uns das hier überhaupt?
Raul Auschnitte aus:
WESH WESH (Qu’est ce qui se passe?) ist ein
Film des berberisch-französischen Filmemachers Rabah Ameur-
Zaimeche. Kamel, die Hauptperson der Geschichte, kommt nach einer
Doppelbestrafung (Verurteilung, Abschiebung) zurück nach
Seine-Saint-Denis und versucht wieder Fuß zu fassen. Die Personen
der Geschichte spielen sich dabei weitgehend selbst. Ameur-Zaimeche,
der aus Stadtteilprojekten kommt, hat den Film sozusagen dokumentarisch
gedreht.
- LA SOCIOLOGIE EST UN SPORT DE COMBAT - jochen becker
kommentiert ausschnitte aus einem film über bourdieu, dessen
auftritt von jugendlichen unterbrochen wird, die ueber die bullen reden
wollen, es kommt zu einer auseinandersetzung.
- audio-statement von mogniss abdallah; agence IM'media - Paris -
kommentiert von Katja Diefenbach
- der nicht mehr ganz so neue NEUE PHILOSOPH André Glucksmann in
einem kurzen TV-interview zu den ereignisse in Paris und seinem neuen
buch über HASS - kommentiert von nicolas siepen
Montag, 17.10., 9 p.m.,
Filmdokumentation zum Ladyfest Wien und der Riot Grrrl Bewegung,
in der ueber Zielsetzungen und Ablaeufe diskutiert wird. Wie ging
es mit Ladyfesten los und welche Ideen stecken dahinter?
Wer vorher noch viel lesen will, hier zwei Texte zum Stand der Dinge
von bbooks-Autorinnen:
"There’s a
riot going on" (malmoe, wien)
"Plattformen
für Lady-Empowerment" (taz, berlin)http://www.ladyfestwien.org/
„
MONTAGSPRAXIS BEI B_BOOKS AM MITTWOCH,
16. Februar 2005, 21 Uhr
vorstellung des neuen bandes der reihe metroZones:
"Self Service City: Istanbul"
mit orhan esen und stephan lanz
mit bild und text
und video "In Transit" von berke bas
zu irregulären zuwanderInnen, die sich in istanbul durchschlagen.
"Self Service City: Istanbul" thematisiert
aus unterschiedlichen Blickwinkeln die faktische Neugründung der
2700 Jahre alten ›Megapolis‹: Seit 1950 ist Istanbul von einer Million
Einwohner durch Zuwanderung auf über zehn Millionen angewachsen.
Auf besetztem Land errichteten die ländlichen Arbeitsmigranten
zunächst in Selbsthilfe ihre Gecekondus. Innerhalb eines halben
Jahrhunderts entwickelten sich diese informellen
»Ersatzstädte« städtebaulich, kulturell und
politisch zu einer der bedeutendsten Komponenten der
»selbstgemachten« Metropole. Eine Entwicklung, die von
bürgerlichen Urbanitätsdiskursen oftmals nur als
zerstörerische Invasion des bestehenden Istanbuls wahrgenommen
wurde.
In den Neunzigerjahren hat sich die Zuwanderung in die
Bosporus-Metropole internationalisiert. Heute ist Istanbul wieder jene
kosmopolitische Weltstadt, die sie die längste Zeit ihrer
Geschichte gewesen war. Ein zweiter Fokus von "Self Service City:
Istanbul" liegt daher auf dem städtischen Handeln von
Flüchtlingen und Migranten aus Osteuropa sowie zunehmend aus Asien
und Afrika. Historische Stadtteile verwandeln sich dabei in
Praxislaboratorien eines transkulturellen Zusammenlebens. Es handelt
sich gerade um die Orte, die in offiziellen Urbanitätsdiskursen
aus Trauer über eine vorgeblich verlorene bürgerliche
Kosmopolizität nostalgisch verschleiert werden, womit der Blick
auf selbst organisierte Produktionsweisen von Stadt erneut verstellt
wird.
"Self Service City: Istanbul" versammelt Analysen, Essays, Reportagen,
Interviews und Bilder – nicht zuletzt um auch einen Blick auf
westeuropäische Metropolen zu werfen, in denen eigenständige
Aneignungen städtischer Räume auf ähnliche Weise aus den
herrschenden Bildern einer urbanen Civitas ausgegrenzt sind. In einer
solchen Perspektive des jeweiligen »Lernens von ...«
ergänzen sich die beiden kurz nacheinander erschienenen
Bücher "City of COOP. Ersatzökonomien und städtische
Bewegungen in Rio de Janeiro und Buenos Aires" (Hg. Stephan Lanz) und
"Self Service City: Istanbul" mit den bisherigen Bänden der
metroZones-Reihe.
+
b_books praesentiert * mo 31.01.05 * 9
p.m.
[dia-lesung und video-schau mit tanya ury]
+heute,
27.01.05, aufruf gegen die "flick collection" in der FAZ
www.flickconnection.de
www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,338689,00.html
tanya ury zeigt dias und liest einige ihrer neuesten kurzgeschichten.
sie sind zum groessten teil autobiographisch, werden aber in der
dritten person unter dem antiken namen hermè (her & me)
erzaehlt, mit dem distanz in die erinnerung eintritt.
stechmücke * bei einer akupunktur-therapie entwickelt sich eine
unterhaltung mit dem arzt, die mehr als die patientin zu hoeren
wuenscht, enthuellt. dazwischen wird eine chronik geblendet, die die
kunstgeschichtliche tradierung und das, was als tatsache in diesem
diskurs verbuergt ist, stoert.
tag und nacht * donatello dubini ist ein in köln lebender
filmemacher. die geschichte portraitiert ihn, ein andenken an eine
nacht, die er gemeinsam mit hermè verbracht hat.
koelnisch wasser * split-screen video, GB/D 1993/97 , 33 min
tanya ury erinnert sich in dem video daran, dass ihre großmutter
und ihre mutter koelnisch wasser benutzt haben. 1993 laesst sie zum
andenken an ihre nach theresienstadt und auschwitz verschleppten
verwandten die zahl 4711 auf ihren oberschenkel taetowieren. einige
zeit spaeter erfaehrt sie, dass die widerstandskaempferin milena
jesenská im kz ravensbrueck die nummer 4714 und deshalb den
spitznamen "4711 - koelnisch wasser" erhalten hatte.
die video-performance zeigt auf einem monitor die taetowierung,
waehrend der tanya ury mit dem tatookuenstler ueber die geschichte des
nationalsozialismus, deutschland und die stadt koeln spricht. ueber die
zweite spur des videos singt sie das lied der loreley und verschiedene
karnevalslieder. auf zwei weiteren monitoren sieht man, wie sie mit
blonder langhaarperuecke und in leder gekleidet striptease macht.
zwischendurch geht sie unter die dusche. die zwei kameramaenner, die
den strip aufgenommen haben, filmen sich gegenseitig. ein vierter
monitor zeigt das publikum, dass sich selbst beim schauen zuschaut.
[tanya ury zeigt in berlin im moment einige ihrer arbeiten.
eroeffnungen 27. und 28. januar]
who’s boss project , "stets gern fuer sie beschaeftigt" (always glad
tobe of service), ifa galerie, berlin, opening january 7 pm, 27th,
28.1-27.3.2005 www.ifa.de/galerien/holocaust2/d_ury.htm
boss rune t-shirt , schoene gruesse (best wishes), propeller, seume
strasse 23, friedrichshain, berlin, opening 8 pm, january 28th, 28.1.-
end april 2005
Heil Dich doch selbst! Die "Flick Collection" wird geschlossen
16.12. 19 Uhr, Hau 2, Nähe Hallesches
Tor. Vorträge.
Statements. Visuals.
Berlin hat jetzt eine staatlich sanktionierte „erste Adresse“ für
zeitgenössische Kunst, die in verschiedener Hinsicht monumental zu
nennen ist: Die „Friedrich Christian Flick Collection“ ist ein
temporäres Denkmal für den Flickreichtum, ein ausgestellter
Konsumakt, der sich aus dem Geld speist, das mit der Kriegs- und
Vernichtungsmaschine der Nazis erworben wurde. 1944 arbeiteten im
NS-Industrie-Imperium Flick rund 50.000 Zwangsarbeiter/innen,
Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge. Der Enkel handelt im Sinne
seines Großvaters, wenn er sich weigert, die Überlebenden zu
entschädigen. Dabei stellt der Entschädigungsfonds nur einen
minimalen Bruchteil dessen zur Verfügung, was an Zwangsarbeit
verdient, über viele Kanäle in die Nachkriegsökonomie
eingespeist wurde und den magischen Namen "Wirtschaftswunder"
erhielt.
Flick spricht davon, seinen Familiennamen "auf eine neue und dauerhaft
positive Ebene zu stellen". Toll, sagt Staatsministerin Weiss, die
Ausstellung schließe "einen Teil der Wunde, die in Berlin durch
die Nazi-Zeit gerissen wurde". So versöhnen sich die Deutschen mit
sich selbst. Die Nazis nahmen ihnen die moderne Kunst, einer der Enkel
aber gibt etwas davon zurück. Er kauft mit dem geerbten Geld
post-avantgardistische Werke und redet von Sehnsucht und
Unbegreiflichem, von gebrochen existenziellen Codes, die den Sammler
und sein Leiden an der Geschichte verkörpern. Da kann auch der
Generaldirektor der Staatlichen Museen, Schuster, einsteigen und "vom
Drama der Deutschen mit der Kunst" zu sprechen beginnen. Der
Themenwechsel ist abgeschlossen, von der Vernichtung durch Arbeit im
Nationalsozialismus zu zeitgenössischer Kunst im Hamburger
Bahnhof. Postavantgarde und ein staatlich unterstützter
Normalisierungsanspruch gehen eine unheimliche Synthese ein.
Keine Kunst ist an sich gut oder schlecht. Jede Arbeit ist die Summe
ihrer Elemente. Dazu zählen die Entstehungsbedingungen,
Durchsetzungsstrategien und auch ihr Gebrauch. Der Rahmen ist ein Teil
des Bildes, wer ihn ändert, ändert das Bild. Und hier ist zu
sehen, wie das Projekt "Deutschland, alles ist wieder okay!" in der
Berliner Republik funktioniert. Ausgerüstet mit einem Willen zur
Debatte, der an den letzten Erfahrungsresten von 1968 geschult ist, und
einer gewissen Distanz zum Wertekonservatismus wird jede
Auseinandersetzung begrüßt, auch über den
Nationalsozialismus, solange sie konsequenzlos bleibt. Die Erinnerung
der Shoah wird noch in ihrer Benennung stillgestellt. Die Blockade
politischer Macht, die durch die deutsche Geschichte gegeben ist, soll
damit aufgehoben werden. Vielleicht ist der politische Unternehmer
Friedrich Christian Flick auch deshalb zum Nach-MoMA-Joker der Berliner
Kulturpolitik geworden, weil die Unterstützer in der Dreistigkeit
des Coups ihre eigene Macht erkennen. "Heil Dich doch selbst!" ist ein
weiterer Versuch, diese Form der Stillstellung der Erinnerung zu
unterbrechen.
Vorträge. Statements. Visuals. u.a.
mit Monika Baer, Alice Creischer, Diedrich Diederichsen, Katja
Diefenbach, Stephan Dillemuth, Helmut Draxler, Discoteca Flaming Star,
Stephan Geene, Andrea Geyer, Asta Groeting, Imma Harms, Judith
Keilbach, Peter Kessen, Gertrud Koch, Jutta Koether, Clemens
Krümmel, Thomas Kuczynski, Susanne Leeb, Albert Oehlen, Christiane
Post, Josephine Pryde, Karin Rebbert, Lars Rensmann, Daniel Richter,
Thomas Ruff, Sabine Sanio & Christian v. Borries, Jo Schmeiser,
Sophia Schmitz, Astrid Schmidt, Andreas Siekmann, Hito Steyerl, Sissi
Tax, Tanya Ury, Jeff Wall, Annette Wehrmann, Aljoscha Weskott, Thomas
Winkelkotte, Michaela Wünsch, Ina Wudtke, Raul Zelik.
**
femalehiphop.net presents
an evening with words and sounds
mo 29.11.2004 :: 21:00
::caynd & hae-lin introducing: *female
hiphop*
:: spoken word performance: jade
:: djs:
bb.edit (femalehiphop.net)
ela (b_books)
karin (subotage)
kiwi (push it)
maren (berlin digital)
www.femalehiphop.net www.bbooks.de www.de-bug.de
Female HipHop
Identitätsstrategien von
Frauen im HipHop
HipHop ist momentan weltweit die tonangebende
Jugend- und Popkultur und gilt als extrem sexistisch und
frauenverachtend. Frauen sind im HipHop auffällig
unterrepräsentiert. Wenn sie wahrgenommen werden, dann immer
untrennbar verknüpft mit ihrem Geschlecht. Gleichzeitig spiegelt
sich diese Problematik in den Identitätsentwürfen und
Darstellungsformen der Künstlerinnen selber auf unterschiedliche
Weise wieder. So gibt es neben künstlerischen Positionen auch
immer den Gender-Faktor.
Diesen Zusammenhang will das Projekt Female HipHop beleuchten und mit
positivem Aktionismus entgegentreten. Mittels Forschung, interaktiver
Online-Datenbank, einer Veranstaltung im Frühjahr 2005 und einer
in De:Bug publizierten Sonderbeilage sollen erstmalig in diesem Umfang
Positionen von Frauen im HipHop thematisiert werden. Dadurch wird
einerseits die Weiterentwicklung des Diskurses angeregt als auch, durch
einen hohen Praxisbezug, die Vernetzung von Aktivistinnen angestrebt.
Female HipHop hat sich zum Ziel gesetzt, theoretische Erkenntnisse mit
dem performativen Wissen der kulturellen Praxis zu verbinden.
+
b_books praesentiert
mo, 22.11., 21 uhr: STATEMENTS + FILME zum SYMPTOM, zu dem die
ERMORDUNG THEO VAN GOGHS geworden ist
Ueber die Entwicklungen des POLITISCHEN ISLAMS als moderne
reaktionäre Strömungen, die gleichzeitige Zunahme von
POPULAEREM ANTI-ISLAMISMUS und STAATSRASSISMUS & die Frage, warum
MULTIKULTURALISMUS nicht gescheitert, sondern auf einer ganz anderen
Ebene als fuer die ANTI-PC-IRREN im "Spiegel", die behaupten, seit dem
NS sei in der BRD "nichts verwerflicher, als sich dem Verdacht des
Rassismus auszusetzen", Teil des kulturalistischen Neorassismus der
80er ist.
Katja Diefenbach ueber UEBERSCHREITUNGSSTRATEGIEN, die nach rechts
wirken: THEO VAN GOGH und MICHEL HOUELLEBECQ
Die beiden teilen eine Reihe von Ueberschreitungswitzen, darunter den
Islam als vormoderne Wuestenreligion darzustellen und sich einen
Wie-geil-ist-das!-Lustgewinn zu verschaffen, indem sie ihre
Transgression sexualisieren, was Van Gogh auch gerne im Stil
Wer-traeumt-heute-von-Vergewaltigung-im-KZ machte. Sie eint der
froehliche Wille, spiessiges Gutmenschengelabere anzugreifen, was
eigentlich nicht schlecht ist. Nur wollen sie vergessen, dass die
Kritik an der Peinlichkeit linken Moralismus schon im Punk begann. Ihr
Anti-PC-Diskurs geilt sich an der irre vergroesserten Vorstellung eines
Korrektheitsmeinungsterrors auf, um lustig reaktionaere Vorschlaege
unterbreiten zu koennen. Sie sind die juengsten Erben kapitalistischer
Ueberschreitungskultur, um endlich auch mal von Kultur zu reden, in der
ein Imperativ darin, besteht, sich zu entaeussern und entgrenzend
voranzuschreiten, waehrend gleichzeitig munter Wertekonservatismus
modernisiert wird.
SCREENING:
Submission. Part One. Regie: Theo van Gogh. Drehbuch + Idee: Ayaan
Hirsi Ali, NL 2004, 11 min.
Euroquiz. Regie: Theo van Gogh, NL 2004, 6 min.
Ausschnitte aus: Cool!, Regie: Theo van Gogh, NL 2004, 87 min.
Ausschnitte aus: "Berlin Mitte" mit Maybrit Illner: "Multikulti am Ende
- Waechst der Hass auch bei uns?". Gaeste: Joerg Schoenbohm, Marieluise
Beck, Nadeem Elyas, Heinz Buschkowsky, Henryk M. Broder
+
Die Normalisierung der deutschen Geschichte, Teil X: Die
"Flick-Collection",
oder: Warum kann Kulturstaatsministerin Christina Weiss
sagen, Friedrich Christian Flick schliesse mit seiner Ausstellung
"einen Teil der Wunde, die in Berlin durch die Nazi-Zeit gerissen wurde"
Diskussion + Lesung mit Peter Kessen, Autor des Buches "Von der Kunst
des Erbens. Die 'Flick-Collection' und die Berliner Republik" (Philo
2004)
I
"Friedrich Flick hatte bis zum Juli 1943 das groesste private
Industrie-Imperium im Reiche Adolf Hitlers errichtet. Dieser Aufstieg
beruhte in besonderem Masse auf Ruestung sowie auf der Expansion durch
Arisierung und Aneignung von Unternehmen in besetzten Gebieten: An der
jaehrlichen Steigerung der Rohstahlproduktion von 1929 bis 1941 waren
die Ruestungsbetriebe des Konzerns mit 52 Prozent beteiligt. Flick
hatte Krupp ueberrundet."
II
" Im groessten Ruestungswerk Groeditz in Sachsen arbeiteten seit 1940
4000 Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion. Sie fertigten Flakgeschuetze
und Material fuer die Marine. Bald umschliessen Stacheldraht,
Stromleitungen und Wachtuerme mit Maschinengewehren die Maschinenhalle.
Im Werk entsteht ein Lager mit KZ. Die Manager Weiser und Hoeger reisen
ins KZ Flossenbuerg, um Haeftlinge auszuwaehlen. Ende September 1944
treffen 300 Haeftlinge aus dem KZ Dachau ein. Die Viehwaggons rollen
direkt in die Maschinenhalle. Flick besuchte sein Werk zweimal, zuerst
im Sommer 1941 und dann im Oktober 1944. Sein Sohn Otto-Ernst, der
Vater von Friedrich Christian, wurde zum Vorstandsmitglied und
'Betriebsfuehrer' ernannt."
III
"In den Werken um das Dorf Allendorf befanden sich die Betriebe der
Dynamit Nobel AG und der Westfaelisch-Anhaltinischen Sprengstoff AG.
Rund 17.500 Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen haben waehrend der
NS-Zeit in diesen Werkshallen gearbeitet: 'Das TNT wurde auf ueber 80
Grad erhitzt, um dann in Granaten abgefuellt zu werden. Die Menschen,
die dort beschaeftigt waren, haben die Daempfe eingeatmet.' Taegliche
Vergiftungen waren die Folge. Haut und Fingernaegel verfaerbten sich
gelb, die stoppelkurzen Haare gelb-rosa. Die Monate als
Zwangsarbeiterin bleiben Eva Fahidi fuer immer im Gedaechtnis: 'Die
Erniedrigung kann und will man nicht vergessen, auch wenn man so alt
wird wie die Berge.' Fuenfzig Menschen aus ihrer Familie sind
umgekommen, Eva Fahidi hat Vater, Mutter, Schwester und Tanten
verloren. Die rund 1000 ungarischen Zwangsarbeiterinnen aus Allendorf
litten ein Leben lang unter den Auswirkungen dieser Zeit. Friedrich
Flick sass in den 40er Jahren im Aufsichtsrat der Dynamit Nobel AG.
Seit 1959 gehoerte ihm die Firma. Die Blockadehaltung gegen eine
Entschaedigung galt in der Familie Flick bald als Generallinie."
IV
"Flicks Nachkriegskarriere begann bereits in der Landsberger Zelle, die
sich schnell in eine Konzernzentrale verwandelte. Sohn Otto-Ernst
besorgte mit Ehefrau Barbara den Aktentransport. 1950 galt der
Entlassene wieder als reichster Mann Deutschlands. Flick schichtete
Kapital um. Bereits einen Tag nach der Waehrungsreform stieg das
Grundkapital der Harpener und Essener Bergbaugesellschaften von 142 Mio
RM auf 263 Mio DM, alles gespeist aus bisher versteckten Gewinnen.
Woher diese versteckten Gewinne stammten, bleibt unklar, auf jeden Fall
fuehrte der Verkauf der Harpener Bergbau AG und der Essener
Steinkohlebergwerke 1954 zu einer Kriegskasse von etwa 280 Mio DM.
Diese Summe bildete, nach Eberhard von Brauchitsch, 'die Grundlage von
Friedrich Flicks Wiederaufbauwerk'."
V
"Friedrich Christian Flick und sein Bruder begannen 1986 mit den Aktien
der Feldmuehle Nobel AG, dem neuen Konzern, in dem die Dynamit Nobel
aufgegangen war, zu spekulieren. Mick Flick beginnt ab 1996 auch mit
den erspekulierten 200 Mio DM des Nobel-Aktiendeals, eine der groessten
Kunstsammlungen der Welt aufzubauen."Im Dezember 2004 wird die
Datenbank unter www.femalehiphop.net online gehen und anlässlich
dieses Ereignisses findet eine kleine Vorstellung des Projekts mit den
beiden Initiatorinnen statt, begleitend von einer Spoken Word
Perfomance und viel guter Musik. Mo 27-9 um 21 h, Luebbener Str. 14
VI
"Der Protest in Zuerich entzuendete sich an einem Brief Flicks, den
dieser 1997 an seinen Onkel Friedrich Karl geschrieben hatte: Die
Kunstkollektion werde 'meinen Kindern und Nachkommen eine konstruktive
und sinnvolle Moeglichkeit zur neuen Identifikation mit unserem Namen
aufbauen'. Ziel sei es, 'den Namen Flick auf eine neue und dauerhafte
positive Ebene zu stellen'."
VII
"Flick spricht von einer 'Sehnsucht', das zu begreifen, was man nicht
begreifen koenne, was man bloss 'signalhaft' empfinde. Diese
'Sehnsucht' koennten die Kuenstler irgendwie aufzeichnen. Zu seinem
Kuenstlerkreis gehoeren neben Fischli/Weiss, Roman Signer und Pipilotti
Rist auch Franz West aus Wien und der als enfant terrible des
internationalen Kunstbetriebs verschriene Kalifornier Paul McCarthy:
'McCarthy war schon oft bei mir oben in Gstaad. Bis um fuenf Uhr
morgens haben wir auf dem Balkon gesessen und diskutiert."
VIII
Die hoch subventionierte Heimholung des Erben begeisterte den Kanzler
in ihren schieren Dimensionen: 'Wie ich gerade von Ihnen erfahren habe,
war es mal die laengste Halle in Berlin, also gerade richtig, um Ihre
grosse Sammlung aufnehmen zu koennen.' Vielleicht ist Friedrich
Christian Flick auch deshalb zur einer Galionsfigur der rot-gruenen
Kulturpolitik geworden, weil die Unterstuetzer in der Dreistigkeit des
Coups ihre eigene Macht erkennen."
Gekuerzte Auszuege aus: Peter Kessen, Von der Kunst des Erbens, Philo
Verlag 2004
b_books praesentiert
Mo, 15.11., 9 p.m. RENEE GREEN + KARIM AINOUZ are presenting THE
EVERCHANGING NOW: NEGOTIATIONS IN THE CONTACT ZONE - Discussion + Book
Release Party de Luxe
Homeboys in Greenwich Village, Hubert Fichte in Portugal, an attempt to
capture Sly Stone in print, Tulio Carella's sensual odyssey in Brazil,
a reflection on the relationship between Angola and Portugal in the
Sixties, Tlingit elders as museum consultants etc.
"Negotiations in the Contact Zone" brings together essays by cultural
critics, writers, filmmakers, art historians, journalists and visual
artists, which were delivered in a symposium organized by Renee Green
in 1994:
"At the time in which I was invited by the Drawing Center to do a
project it was the eve of 1992 and all of the Columbus protests and
celebrations were brewing, as well as numerous debates about 'identity
politics', 'multiculturalism' and 'political correctness'. It was my
intention to complicate the terms of some of these debates, and also to
focus my work on what specifically occurs in the cultural realm -
knowing that it intersected political, economic and social sectors.
Examining how the history of art and aesthetics among other histories
affects what has been and is currently produced was an aim. I didn't
want to begin with broad themes such as 'colonialism', 'Eurocentrism',
'racism', 'sexism', 'heterosexism', 'imperialism', but rather I wanted
to begin by examining an artifact, a text, a painting, a decorative
object, an image, a novel, a poem, a garden, a palace, a house. By
beginning with these objects or places, and the contexts in which they
appeared, it was possible to detect the intricate workings of certain
ideologies which were being put forth and it was possible to read these
objects or places in different ways, and to attempt to present or
decipher the contradictory pleasure which might accompany them." Renee
Green
"Negotiations in the Contact Zone"
Essays by Karim Ainouz, Diana Andringa, Judith Barry, James Clifford,
Manthia Diawara, Diedrich Diederichsen, Renee Green, Miwon Kwon, Sowon
Kwon, Simon Leung, Lynne Tillman + Joe Wood
Assirio & Alvim, Lisboa 2003, 36.40 EUR
b_books presents
montagsPraxis 1.11., 9 p.m.
Filmvorfhrung & Diskussion >Things. Places. Years<
Jo Schmeiser und Anthony Auerbach sprechen ber den Film >Things.
Places. Years< und ueber die Anwesenheit der Erinnerungen an
Vertreibung, Emigration und Holocaust in der Gegenwart. Die Diskussion
wird auf Englisch gefuehrt.
Tipp:
4.11. Islamismus Kulturphänomen oder Krisenlösung? Diskussion
m. S. Alnasseri, HU, Hauptgebaeude, 19 h
5.-7.11. Masochistische Ekstase: 14 Folgen R.W. Fassbinder >Berlin
Alexanderplatz<, ab 16 h UdK Hardenberg 33, R 110
Things. Places. Years.
Ein Film von Klub Zwei (Simone Bader und Jo Schmeiser)
ֳterreich 2004, 70 min., engl. mit dt. UT
Als ich Klub Zwei (Simone Bader und Jo
Schmeiser) 2000 das erste Mal in London traf, hatten sie gerade mit der
Recherche an einem noch nicht benannten Projekt begonnen. Sie
präsentierten sich mir nicht als Dokumentarfilmerinnen. Vielmehr
machten sie mich mit einer kollaborativen Kunstpraxis bekannt, die auf
Gesprächen über Erfahrungen von Frauen basierte und die den
Ansatz verfolgte, dass jegliche Form der medialen Repräsentation,
ob nun in Grafik, Video oder Text, als Intervention in den
öffentlichen Raum verstanden werden kann. Das bedeutet, es handelt
sich bei ihrer Arbeit um Interventionen in den öffentlichen
Diskurs und nicht den angeblich autonomen Kunstdiskurs." (Anthony
Auerbach)
Erfahrungen von Vertreibung, Emigration und Holocaust werden oft in der
Vergangenheit verortet. Der Dokumentarfilm Things. Places. Years.
bringt diese Vergangenheit in die Gegenwart. Sie ist Teil unserer
Identität als Angehörige der Vertriebenen und Deportierten,
als Söhne und Töchter der TäterInnen und
MittäterInnen.
Things. Places. Years. zeigt wie Vertreibung, Emigration und Holocaust
das Leben von zwei in London beheimateten Frauen durch drei
Generationen prägten. Der Film fokussiert zudem die Arbeit der
Frauen, die fast alle im Kulturbereich tätig sind. Viele von ihnen
haben einen jüdischen Hintergrund. Ihre Gemeinsamkeit ist schwer
zu definieren: Ist es das Jüdisch-Sein oder ihr Interesse an Kunst
und Kultur, oder ist es ihre Auseinandersetzung mit der Vergangenheit?
Der Film konstruiert keine homogene, weibliche Identität sondern
umgeht das Dilemma der Zu- und Festschreibungen. Er gibt den Frauen
Raum, um über ihre Identität zu sprechen, die komplexer ist
als die Feststellung, dass sie Jüdinnen sind. Eine Feststellung,
die im Nationalsozialismus zu Vertreibung und Ermordung führte.
Eine Feststellung, die Menschen mit jdischem Hintergrund zu Juden und
Jüdinnen macht. Wie sie sich selbst sehen, hat sie bis zu diesem
Film kaum jemand gefragt. (Rosa Reitsamer)
concept and interviews: simone bader, jo schmeiser
editing: maria arlamovsky, club zwei
music: zenzile und jamika ajalon
Things. Places. Years.
a film by Klub Zwei (Simone Bader und Jo Schmeiser)
österreich 2004, 70 min., engl. mit dt. UT
Often, in their representation, experiences of expulsion, emigration
and the Holocaust are treated at things past. The
documentary Things. Places. Years: recognises the past as part of the
present. This past is part of our identities, as the descendants of
those deported and forced into exile, as the children of witnesses,
bystanders and perpetrators.
Things. Places. Years. shows the impact of forced emigration and the
Holocaust in the lives of three generations of women in London. The
film also focuses on their work. Nearly all of the twelve women
featured in the film found their occupations in the cultural field.
Most have a jewish background. However, it is difficult to define what
these women have in common. Is it their Jewishness or their interest in
art and culture? Or is it how they confront the past?
The film does not construct a homogeneous female identity. Rather,
Things. Places. Years. goes beyond the dilemma of ascription and
determination. It gives these women ample space to speak about their
identities, which is much more multifaceted than their identification
as being Jewish. An identification that was cause for deportation and
murder during the Nazi era. An identification that makes Jews out of
men and women with a Jewish background. Until this film was made, these
women had raley been asked how they identify themselves. (Rosa
Reitsamer)
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montagsPRAXIS 6.9. 21 uhr
Gillo Pontecorvo
DIE SCHLACHT UM ALGIER /BATTLE OF ALGIERS
Die Filmgruppe im Rahmen der Antikolonialen Afrika-Konferenz
Mitte November >http://www.africa-anticolonial.org/<sichtet
zur Vorbereitung einer Filmreihe im Arsenal oeffentlich Filme, die
antikolonialen Widerstand thematisieren. Nach einer Praesentation im
Fluechtlingsheim Henningsdorf wird nun im Rahmen der Montagspraxis am
6. September Gillo Pontecorvos Klassiker DIE SCHLACHT UM ALGIER (1965,
Italien/Algerien) diskutieren.
mehr infos unter /more infos
http://www.b-books.de/mp/index.html
(ab so 22 uhr)
montagsPRAXIS mo 16. 8. 21 uhr
film + gespräch
Jarmark Europa
Minze Tummescheit, Deutschland 2004
![P3563CC645.png]()
Der
'Jarmark Europa' im Stadion 'Dziesieciolecia' in Warschau ist einer der
grössten Basare in Osteuropa und Zentrum eines Kleinhandels, der
in keiner Handelsbilanz auftaucht. Die Händler Innen kommen aus
den verschiedensten Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Sie
transportieren ihre Waren in den berhmten Tragetaschen nach Warschau
oder in andere Städte westlich der Grenzen der ehemaligen SU. Auf
Russisch werden sie 'Tschelnoki' genannt. Das Wort 'Tschelnok' bedeutet
Weberschiffchen und beschreibt anschaulich den unsteten Lebensstil der
HändlerInnen. Meist haben sie ihre bürgerliche Existenz gegen
ein Leben in ständiger Bewegung zwischen ihrem Heimatort und dem
Basar eingetauscht. Viele von ihnen sind AkademikerInnen, die zu wenig
verdienen, um davon leben zu können, andere sind arbeitslos oder
in Rente. Die 'Tschelnoki' sind UnternehmerInnen der ersten Stunde in
einer sich verändernden Gesellschaft. Es fällt auf, dass
besonders viele Frauen auf diese Weise das Einkommen ihrer Familien
sichern. Jarmark Europa erzählt von Kaleria Michajlowna, der
ehemaligen Leiterin einer Poliklinik in ihrer Heimatstadt Penza, 700 km
südlich von Moskau; sowie von Swetlana Anatoljewna, die aus Brest,
der Grenzstadt zwischen Weissrussland und Polen kommt und frher eine
angesehene Musiklehrerin war. Der Film begleitet Kaleria und Swetlana
auf ihren Reisen, zu Hause und auf dem Basar und betrachtet die
Auswirkungen der Osterweiterung der EU aus der Sicht jener, die
draussen bleiben.
'Jarmark Europa' at Warsaw's Dziesieciolecia Stadium, is one of Eastern
Europe's largest bazaars and a centre for small trade that doesn't
appear on any tax declarations. The traders come from a variety of
countries in the former Soviet Union. They transport their goods to
Warsaw or other cities west of the ex- USSR in unmistakeable bags. In
Russian, these traders are known as 'chelnoki'. The word 'chelnok'
means 'weaver's shuttle' and graphically describes their peripatetic
lifestyle. Most of them have exchanged their settled existences for a
life of constant movement between their hometown and the bazaar. Many
are academics who earn too little to survive. Others are unemployed or
retired. The 'chelnoki' are pioneering entrepreneurs in a changing
society. It is remarkable that it is mainly women who prop up their
families in this way. Jarmark Europa is about two of these women, about
me and about how this film came about. Kaleria Michailovna, the former
head of the outpatients' clinic in her home city of Penza 700
kilometres south-east of Moscow, is a respected and well-known figure
back home. Today Kaleria is a pensioner. Every two months, she and her
friend Valentina travel to Warsaw together, where they sell anything
that costs nearly nothing in Penza and therefore can be sold at a
profit in Poland. Svetlana Anatolievna comes from Brest, the town on
the border between Belarus and Poland. Having lost her job as a music
teacher through perestroika, she initially tried, like so many others,
to make a living with cross-border small trade in Poland. The film
follows Kaleria and Svetlana on their travels, at home and at the
bazaar, and observes the effects of the EU's eastward enlargement
through the eyes of those who will always remain outside.
Buch, Schnitt: Minze Tummescheit
Kamera: Minze Tummescheit, Arne Hector
Ton: Arne Hector, Johanna Olausson,
Mirjam Junker
Format: DigiBeta, Farbe
L䮧e: 124 Minuten, 25 Bilder/Sek.
Sprache: Russisch, Polnisch, Deutsch
Minze Tummescheit, geb. 1967 in Lima. Studium der experimentellen
Filmgestaltung an der HdK Berlin. Filmemacherin, Kamerafrau und
Cutterin. Jarmark Europa ist ihr erster abendfllender Dokumentarfilm.
montag 2-Aug-04 [montagsPraxis]
Screening von 'Madame Sata'. Ein Film von Karim Ainouz.
DER REGISSEUR KOMMT ZUR DISKUSSION
b_books luebbener str 14 u-schlesisches tor 9 p.m.
Madame Sata is inspired by the legends and
myths built around the real life character Joao Francisco Dos Santos
(1900-1976), also known as Madame Sata. A name taken from a character
in a Cecil B. De Milles 1930 film Madame Satan, for which Dos Santos
conceived a strong passion. The film is set in the 1930s, in Rio de
Janeiro, in the bohemian neighborhood of Lapa, when Dos Santos is about
to achieve his dream: becoming a stage star. A tall black man, a
proud rogue, female impersonator, gangster, convicted prisoner and
adoptive father, Dos Santos spent most of his life in the streets of
Rio. The film takes us on an intimate journey into the life of Dos
Santos and his close friends, focusing on a crucial time in his
life.Through the character of Dos Santos, a son of ex-slaves,
this film also examines the blossoming of a pulsating urban
Afro-Brazilian culture that emerged in Rio de Janeiro in the
post-abolition years. A culture that was forged as an expression of
resistance in a society that had no use for Black peoples after the
abolition of slavery (1888). Madame Sata is not only the story of a
complex real life character, but also an attempt to bring to light a
crucial moment of the Afro-Brazilian diaspora.
Directed and written by Karim Ainouz
Cast: La zaro Ramos, Marcelia Cartaxo, Flavio Bauraqui, Felipe Marques,
Emiliano Queiroz, Renata Sorrah, Giovana Barbosa, Ricardo Blat,
Guilherme Piva, Marcelo Valle.
Cinematography: Walter Carvalho.
In Portuguese with English subtitles. 35 mm, 103 min
see http://www.wellspring.com/
+ http://www.madame.com.br/
Karim Ainouz lebt zur Zeit in Berlin mit DAAD-Stipendium
b_books presents [mo 12-07 9p.m.]
Fortress Europe / Festung Europa , Doku-Drama von Zelimir Zilnik, 60
min, 2001
"Fortress Europe" wurde in den
Grenzregionen Italiens, Sloweniens, Kroatiens und Ungarns gedreht. Der
Film zeigt die Geschichte einer geschiedenen russischen Familie. Die
Frau ist nach Triest ausgewandert und wartet in Italien auf die Ankunft
ihrer Tochter, die von ihrem Ex-Mann aus Weissrussland begleitet wird.
Vater und Tochter stranden auf dem Weg nach Italien ohne Papiere an
Grenzposten und Lagern, ueberqueren die verschiedenen nationalen
Grenzen und werden wieder in das Land, aus dem sie gekommen sind,
zurueck geschickt, wo sie in Abschiebehaft geraten.
Zilnik stilisiert die ProtagonistInnen seines Films nicht als blosse
Opfer des EU-Grenzregimes, sondern zeigt, wie sie immer neue Strategien
entwickeln, die Grenzen zu passieren und Kontrollen erfolgreich zu
unterlaufen.
Ende der 60er Jahre dreht Zelimir Zilnik seine ersten Filme, erhaelt
jedoch Arbeitsverbot als Tito den Film "Fruehe Werke" zu sehen bekam,
fuer den er den Berliner Baeren erhalten hat. Er verlaesst Jugoslawien
und geht nach Deutschland. Mit seinen kritischen Arbeiten zur
Wohnsituation von ArbeitsmigrantInnen und vor allem mit dem Film
"Oeffentliche Hinrichtung" ber die Medieninszenierungen der
Verhaftungen von RAF-Mitgliedern, stoesst er auch hier auf staatliche
Repression und wird des Landes verwiesen. Zurck in Jugoslawien arbeitet
er als Theaterregisseur und entwickelt als Filmemacher das Format des
Doku-Dramas. Gedreht hat er u.a. Nezaposleni ljudi [Arbeitslose] (1968)
Early Works (1969), Oeffentliche Hinrichtung (1975), Unter
Denkmalschutz (1975), Paradise (1976), Farewell (1976), The Way Steel
Was Tempered (1988), Tito Among the Serbs for the Second Time (1993),
Marble Ass (1994) The Fortress Europe (2001). Kennedy is coming back
(2003)
"Why should one hide the fact that observing affects as the observed?
Why shouldn't people state whatever they like and consider effective,
why shouldn't the pose if they feel like posing, why shouldn't they act
for the camera, why shouldn't they try to force their way into the
frame if they feel like it, why shouldn't they curse and use foul
language if they feel that it can fool or entertain someone? Why
shouldn't we document these attempts, attempts of the people to affect
their own public image and image of the world they live in when we
shoot a documentary?" Zelimir Zilnik
montagsPRAXIS 28.6. 9 p.m. b_books
"Der Fotograf", Dok-Film von Dariusz Jablonski, Polen 1998, ca.50 Min.
1987 werden hunderte Farbdias mit Ansichten aus dem Lodzer Ghetto in
einem Wiener Antiquariat gefunden. Aufgenommen wurden diese Bilder vom
NS Finanzbuchhalter des Ghetto Lodz, Walter Genewein. Im Film werden
sie kommentiert von Arnold Mostowicz, der als Arzt im Ghetto lebte.
Eine Veranstaltung des Bildungswerks
Stanislaw Hantz e.V.
14.6. montagsPRAXIS: Heinrich Dubel (Helikopter
Hysterie, Snyper, Forscher in Sachen Lingo-physikalische
Niederschlaege) praesentiert und diskutiert:
Das Meisterspiel - Master Game
1997, 105 min, 16 mm/BETA SP, Farbe
Buch und Regie: Lutz Dammbeck
Kamera: Eberhard Geick, Thomas Plenert, Leo Potesil
Produktion: Lutz Dammbeck Filmproduktion/ WDR
Silberne Taube des 41. Internationalen Leipziger Festivals fuer
Dokumentar- und Animationsfilm
Die Dokumentation nimmt den 1994 veruebten Anschlag auf Bilder des
oesterreichischen Malers und Professors der Wiener Akademie, Arnulf
Rainer, zum Anlass, nach den politischen Hintergruenden der Tat zu
fragen. 1995, ein Jahr, nachdem Rainers Bilder mit schwarzer Farbe
uebermalt wurden, tauchte ein Bekennerschreiben auf, ein
voelkisch-konservatives Pamphlet gegen die Moderne. Dammbeck entwirft
in seinem Film moegliche Szenarien der Tat: Hat der Kuenstler - in den
50er und 60er Jahren einer der Protagonisten des Wiener Aktionismus,
der mit den
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