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b_books presents . montagPRAXIS .  

Chris Kraus | »Torpor«

30.08.2017 20:00, b_books, Berlin

»Es gibt eine Zeitform der Sehnsucht und Reue, in der jeder Schritt, den man tut, verzögert, überprüft, ein wenig zurückgehalten wird.
Die Vergangenheit und die Zukunft werden vorausgesetzt, eine ideale Welt, die im Schatten eines wenn existiert. Es wäre gewesen.«

»Torpor« (erschienen bei b_books) ist eine Erzählung über die frühen 1990er, über die Zeit von Amerikas erstem Golfkrieg, den Fall der
Berliner Mauer und die Medienrevolution in Rumänien: ›Es ist der Beginn einer Neuen Weltordnung‹, schreibt Chris Kraus. Sylvie Green
und Jerome Shafir sind zwei Intellektuelle und ›wurzellose Kosmopoliten‹, die weder im New Yorker East Village noch an anderen Orten
in den USA richtig zu Hause sind. Sie reisen nach Berlin und beginnen eine Irrfahrt durch ein zerfallendes Osteuropa. Sylvies absurder Plan,
in Rumänien ein Kind zu adoptieren, soll nicht nur ihre Beziehung retten, sondern auch Jerome helfen, die Anthropologie des Unglücklichseins
zu schreiben, sein Buch über den Holocaust.

»Torpor« ist das erste Buch der Autorin, das auf Deutsch verfügbar ist. Wie in ihrem Briefroman I Love Dick sind auch hier die beiden
Hauptfiguren, obwohl diesmal fiktive Charaktere, unschwer als Alter Egos des realen Ehepaars Chris Kraus und Sylvère Lotringer zu erkennen.
Kraus teils satirische Beobachtungen der intellektuellen Szene Ost- und Westberlins und der Bedeutung der Öffnung osteuropäischer Länder
vor dem Hintergrund der deutschen Vergangenheit beschreibt sie aus der Perspektive einer amerikanischen Künstlerin.

Chris Kraus im Gespräch mit Stefanie Wurster und Karolin Meunier.



Freitag 9. Juni 2017, 20 Uhr  b_books, Lübbener Str. 14
Lesung und Gespräch: Marie Rotkopf "ANTIROMANTISCHES MANIFEST"
Edition Nautilus


Das Antiromantische Manifest, Eine poetische Lösung ist eine Streitschrift für das Fremdsein als einzig mögliche Lebensweise.

»Ihr seid eine Mischung aus Eva Braun, Judith Butler und Yoko Ono, mit euren Tagen des Anderssein-Wollens in euren freien Ghettos, ihr merkt es
nicht…«

Marie Rotkopf teilt ordentlich aus gegen Nationalromantiker und Poplinke, Postfeministinnen wie Patriarchen, Luther wie Mütter.
Gefangene werden nicht gemacht. Rotkopfs Manifest ist eine Sammlung polemischer Betrachtungen einer Französin, die seit zehn Jahren in
Deutschland lebt. Aber das stimmt nicht ganz, weil sie von allem die Hälfte ist, mit deutsch-französischen und jüdisch-arabischen
Hintergründen, und wie Costa Gavras in »Z« gesagt hat: »Die Halbjuden sind die schlimmsten.«

Marie Rotkopfs Texte haben Widerhaken, man reibt sich daran, aber leider hat sie recht. In Gedichten, Tagebüchern, kurzen Prosastücken, in
angriffslustig-kämpferischen und traurig-komischen Stücken schreibt sie an gegen eine Romantik, die zynisch und banalisierend ist, gegen das
deutsche Bewusstsein, endlich ruhigen Gewissens auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen. Und wenn Gerechtigkeit unentbehrlich sein
soll, müssen die verschleiernden romantischen Widersprüche wie Heimat, Nation und Volksgemeinschaft endlich in Frage gestellt werden. Sie setzt
sich mit unpopulären Gedanken auseinander, mit Patriarchat, Krieg, Macht und Zensur. Sie hinterfragt die Begrenzungen.

Marie Rotkopf schreibt Poesie als Revolte; ihr Manifest ist ein Plädoyer für das Fremdsein als Freiheit. Es ist ein spottender Akt des
Widerstands.


MARIE ROTKOPF, geboren in Paris, ist Autorin, Künstlerin und Kulturkritikerin. 1990/91 Internatsbesuch in Westdeutschland, Studium
der Kunstsoziologie an der Sorbonne, lebt in Hamburg. Sie war Leiterin der Kommunikation des ersten zeitgenössischen Kunstmuseums in der Pariser Banlieue. 2007 Gründung der deutsch-französischen
Künstlergruppe _Internationale Surplace_ mit Daniel Megerle. Beiträge in und für diverse Kunstzeitschriften, Ausstellungen und Performances.
Nautilus Link zum Buch montagsPraxis, 27. März 2017, 20 Uhr b_books, Lübbener Str. 14, Berlin
Buchvorstellung: Andrew Culp "Dark Deleuze" mit Jose Rosales und Achim Szepanski (plus Skype-Gespräch mit Andrew Culp)
Ein revolutionärer Deleuze, der einer Welt der verpflichtenden Happiness, der dezentralisierten Kontrolle und der
Überbewachung zugeneigt ist? Der französische Philosoph Gilles Deleuze ist als Denker der Kreation, der fröhlichen
Affirmation und der Assemblagen bekannt. In Dark Deleuze argumentiert Andrew Culp, dass der ehemals radikale Kanon
der Freude seine Widerstandskraft gegen die dumpfe Kontinuität des Präsens längst verloren hat. Konzepte, die einst
geschaffen wurden, um den Kapitalismus zu besiegen, werden heute als Business-Mantras recycelt, die fröhlich und
entspannt Slogans wie „Die Macht ist vertikal, das Potenzial ist horizontal!“ affirmieren. Mit Dark Deleuze erobert Culp die vergessene Negativität des Denkers Deleuze zurück. Culp präsentiert sie als eine
Serie von Unterschieden, die er in einer spielerischen Prosa erkundet. Mit der Erfindung eines untergründigen Netzwerkes,
das Linien zur Konspirativität, Grausamkeit, dem Terror des Außen und der Scham, Mensch zu sein, zieht, wirbelt er die
geläufigen Interpretationen wild durcheinander. Am Ende seiner Suche beschuldigt Culp Deleuze, einen fatalen Irrtum begangen zu haben: Weil er zu engagiert war, Gründe zu finden, um an diese Welt zu glauben, hat Deleuze es versäumt, uns mehr darüber zu erzählen, was an dieser Welt inakzeptabel ist. Um heute Kommunist zu sein, so Culp, müsse man
wieder lernen, diese Welt zu hassen. Vortrag Achim Szepanski: Dark Deleuze: Netzwerkpessimismus, radikale Ökonomiekritik und subtraktive Negativität.
Vortrag Jose Rosales:  „An Other End of the World is Possible“ Dark Deleuze argues against the widely accepted interpretation of his work that Deleuze was not simply as a thinker
of negativity with a passion for destruction, but a thinker who has always belonged to the anti-state communist tradition.
My talk will explore the philosophical and political debates that serve as the background of Culp’s argument in order to
highlight how it is perhaps Tiqqun’s ‘Cybernetic Hypothesis’ that serves as the vanishing mediator that connects the task
of world destruction with this anti-state communist image of Deleuze. This will then allow us to consider the ways in which
Culp’s interpretation of Deleuze affords us the opportunity to understand the precise sense in which Deleuze claimed that
both he and Guattari have always remained Marxists till the end.

LAIKAtheorie Band 76 Andrew Culp: Dark Deleuze http://non.copyriot.com/  http://www.laika-verlag.de/ 

 

 

montagsPraxis, 20 February 2017, 8 pm

Struggles for Living Learning
Within Emergent Knowledge Economies and the Cognitivization of Capital and Movement
Book presentation and discussion with Lina Dokuzović,

Numerous knowledge-based struggles emerged between 2008–2011 which questioned the changes taking place in universities,
on the one hand, and the potentiality of the university as a space for translocally contesting those global transformations, on the other.
Through the expansion of the struggles, their contention shifted to how self-education and struggle beyond the university could intervene
or create counter-perspectives for change. This book presents the demands, practices, and perspectives developed within the struggles
against the backdrop of commodifying transformations in the field of knowledge production which extend to labor filtration and border
and migration regimes. These examples ultimately debunk major global knowledge-based policy perspectives, primarily those driven
by the EU, and their objectives of crisis resolution and sustainable development. Dokuzović's book develops grassroots practices and
perspectives of “living learning” from knowledge-based struggles, presenting socially just and equitable challenges to the transformations
in the field of knowledge production.


Lina Dokuzović works at the intersection between visual art and text/knowledge production. She studied Fine Art and received a PhD
in Cultural Studies from the Academy of Fine Arts Vienna. She is on the board of the VBKÖ (Austrian Association of Women Artists)
and is working on the research project "They Were, Those People, Some Kind of Solution" as a member of the eipcp.

Struggles for Living Learning
Within Emergent Knowledge Economies and the Cognitivization of Capital and Movement
Lina Dokuzović
transversal texts, June 2016
ISBN 978-3-903046-09-2
237 pages, paperback, € 15,00

http://transversal.at/books/livinglearning
http://transversal.at/blog/Knowledge-The-New-Frontier-for-Crisis-Resolution-and-Creation

Mo, 6.2.17, 20 Uhr, b_books, Berlin: Rousseau demokratietheoretisch und Balibars „Europa: Krise und Ende?“ Zwei Buchvorstellungen
mit Dagmar Comtesse und Frieder Otto Wolf


Radikaldemokratische Volkssouveränität für ein postnationales Europa. Eine Aktualisierung Rousseaus von Dagmar Comtesse 
Diese Aktualisierung der Rousseau’schen Volkssouveränität formuliert eine radikaldemokratische Alternative zur liberalen transnationalen
Demokratietheorie. Während letztere auf die Globalisierung normativ mit individualistischen Rechtsansprüchen und good governance antwortet,
eröffnet die radikaldemokratische politische Philosophie Rousseaus die Möglichkeit, die Redemokratisierung einer postnationalen Staatsbürgerschaft
zu imaginieren. Dagmar Comtesse erklärt auf der Veranstaltung, warum sie Rousseaus Beitrag zur radikalen Demokratietheorie, nämlich den
Herrschaftsanspruch des Volkes auf die Herstellungsmechanismen der (Re)Produktion des Kollektivs auszudehnen, wichtig findet und inwiefern
man ihn – entgegen seiner überwiegend konservativen Rezeptionsgeschichte und entgegen den Entdemokratisierungstendenzen eines juridisch
dominierten Diskurses über die Europäische Union – einsetzen könnte, um die Überwindung nationaler Subjektivierung denkbar zu machen
(Das Buch von Comtesse ist beim Nomos Verlag erschienen)

Étienne Balibar: Europa: Krise und Ende? Diskussion mit Frieder Otto Wolf
Die Krisen in Europa überlagern sich – und sie sind auch Krisen der Europäischen Union: Von der Finanzkrise 2008 bis zur Krise der
europäischen Institutionen angesichts der Flucht von immer mehr Menschen aus Krieg und Not „nach Europa“, von der zunehmenden
neoliberalen Verengung der Weiterentwicklung der EU bis zur Bedrohung durch den Terror des sog. „Islamischen Staates“ steht die EU vor
ungelösten und offenbar schwer lösbaren Herausforderungen. Étienne Baliba hat sich im Ausgang von dem Kreis um den französischen
Marxisten Louis Althusser zu einem Philosophen entwickelt, der einem interventionistischen und politischen Denken verpflichtet geblieben ist.
In seinem neuen Buch, fragt er, wie die Krise zum Ausgangspunkt eines radikalen Neubeginns der europäischen Politik gemacht werden, der
mit der gegenwärtigen Herrschaftslogik bricht. Frieder Otto Wolf spricht über Balibars neues Buch, das beim Westfälischen Dampfboot erschienen ist.

 


Di, 7.2., 21 Uhr, b_books, Berlin: Über Terror und Meinung: Lesung und Diskussion mit Phillipp Stadelmaier

„Die mittleren Regionen“ ist ein aufrüttelnder Essay, der unmittelbar in der Folge des Anschlags auf die Redaktion von Charlie Hebdo erschienen ist.
In Form eines Tagebuchs nimmt Philipp Stadelmaier eine polemische Dekonstruktion der Konzepte „Meinung“ beziehungsweise „Meinungsfreiheit“, „
Karikatur“ und „Terror“ vor. Dabei untersucht er – ausgehend von Pasolinis Motivsuche für seine Verfilmung des Matthäusevangeliums in Palästina,
einem Seminar bei Hélène Cixous, Mails von Freunden und Artikeln in deutschen und französischen Medien – die Metapsychologie (und die
pathologischen Züge) der Figur der Meinung. Dieser wird mit den „mittleren Regionen“ ein unstabiles, geografisch-geschichtliches Gefüge
gegenübergestellt, das essenziell von einem Mangel an Sicherheit, „Meinung“ und „Identität“ bestimmt wird. Diese Überlegungen zum Verhältnis
von Meinung, Sicherheitsgesellschaft und Terror werden in einem Nachsatz zu den Anschlägen auf das Stade de France und das Bataclan noch
einmal überprüft. Kurz nach den Berliner Anschlägen liest Phillipp Stadelmaier aus seinem Buch und diskutiert über die Beziehungen von Terror,
Tod und Meinung. Sein Essay ist beim Verbrecher Verlag erschienen.


 

[ freitagsPraxis ] 18.11.,2016 20 Uhr Abdrift des Wollens, Vortrag und Buchpräsentation mit Helmut Draxler

Praktiken der Vermittlung sind heute allgegenwärtig und doch in ihren Motivationen und Realitätseffekten weitgehend
unverstanden. Sie begegnen uns in Form eines permanenten Reformierens, lebenslangen Erziehens oder Therapierens,
in Mediation und Coaching ebenso wie in der kulturbetrieblichen Version des Kuratierens. In ihnen wird alles zur Frage
nach dem richtigen Einsatz der Mittel, während die Zwecke, etwa die Ausrichtung an Idealen der Veränderung und
Verbesserung, sich wie von selbst zu verstehen scheinen. Da diese Zwecke jedoch tatsächlich nie erreicht werden
können, transformieren sich die Mittel zunehmend selbst zum Zweck, und gerade darin tritt das Unvermittelte der
Vermittlung offen zu Tage. Helmut Draxler entwirft einen allgemeinen, historisch-theoretischen Konzeptrahmen,
um das Problem der Vermittlung im Umgang mit seinem eigenen Unvermittelten in seinen sozialen, psychologischen,
kulturellen und politischen Dimensionen zu umreißen.

Der Autor lebt in Berlin und unterrichtet Kunsttheorie an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. 

Abdrift des Wollens
Eine Theorie der Vermittlung 
319 S., € 32,- , (Dünndruck-Ausgabe) 
Paperback mit Klappen 
ISBN 978-3-85132-846-2 





Neoreaktionäre Rhetoriken und postsäkulare Politiken

Do, 29. September 2016, Lübbener Str. 14, Berlin, 20 Uhr
Buchvorstellung und Diskussionsveranstaltung mit Jule Govrin,
Elisa Barth und Katja Diefenbach

 
Anlässlich der Veröffentlichung von Jule Govrins Buch
Sex, Gott und Kapital. Houellebecqs Unterwerfung
zwischen neoreaktionärer Rhetorik und postsäkularen Politiken
diskutiert die Autorin mit Elisa Barth und
Katja Diefenbach über den psycho-politischen und ideengeschichtlichen Kontext von Michel Houellebecqs
2015 erschienenem Roman
Unterwerfung, dessen politische Fiktion massiv in das soziale Imaginäre
eingreift und antimuslimischen Perspektiven aus linken wie rechten Lagern Resonanzbilder liefert.
Der Roman erzählt von der spätkapitalistischen Krise des Begehrens, in der der libidinöse Leistungszwang
in allgemeine Lustlosigkeit umschlägt. Der Glaube an die Verheißungen der sexuellen Liberalisierung wirkt
zerrüttet. Was bleibt, ist allumfassende Sinnleere. Dieses Narrativ durchzieht das gesamte Werk Michel
Houellebecqs. Sein jüngstes Buch spinnt das Endzeitszenario des westlichen Begehrensmenschen in Form
einer politischen Fiktion weiter, in der die aufklärerische Republik Frankreich ihrem Ende entgegenschreitet,
als nach erbittertem Wahlkampf mit dem
Front National eine muslimische Partei die Regierung antritt. Der
Roman wurde 2015 am Tag des Attentats auf
Charlie Hebdo veröffentlicht. Auf dem Cover der am selben Tag
herausgebrachten Ausgabe des Satiremagazins prangte Houellebecq im Magierkostüm und tat in gewohnt
verfallslogischer Tonlage kund, 2015 werde er seine Zähne verlieren, 2022 mache er Ramadan. Der Roman

Unterwerfung
ist unlösbar mit dem Schock des Attentats auf Charlie Hebdo verbunden. Um die
Schwellenbewegungen zwischen linken und rechten Politiken im aktuellen Rechtsruck nachzuvollziehen,
wird
Unterwerfung im Zusammenhang mit den Je suis Charlie-Kundgebungen und den erzkatholisch
geprägten Demonstrationen
Manif Pour Tous betrachtet, die sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe
richteten. Im Zusammenspiel dieser Massenereignisse und Mediendiskurse gilt es zu fragen, wie Sexismen
und Rassismen miteinander verschaltet werden, um nationale Identitäten herzustellen.

 

Jule Jakob Govrin

Sex, Gott und Kapital
Houellebecqs Unterwerfung zwischen neoreaktionärer Rhetorik und postsäkularen Politiken
96 Seiten,  9.80 Euro  ISBN 978-3-96042-008-8  September 2016

 


Buchvorstellung und Gespräch (auf Englisch) mit Joshua Clover, 18. August, 20 Uhr, b_books, Lübbener Str. 14,
10997 Berlin

Die Ära des industriellen Kapitalismus und der Streiks um höhere Löhne ist vorbei, so die These Joshua Clovers. Die aktuelle Ära der Krise ist die Ära des Aufstands. In seinem neuen Buch, Riot.Strike.Riot erläutert Joshua Clover den inneren Zusammenhang von kapitalistischer Krise  und der Ausbreitung des Aufstands im sich deindustrialisierenden Westen.

The age of industrial capitalism and the strike for higher wages is over. The current age of crisis is the age of the riot. In his new book, Riot.Strike.Riot, Joshua Clover explains the intrinsic relationship between capitalist crisis and the proliferation of riots in the deindustrializing West.
Book presentation and discussion with Joshua Clover. August 18, 8 PM, b_books, Lübbener Str. 14, 10997 Berlin


https://www.versobooks.com/books/2084-riot-strike-riot


b_books presents

Freitag, 15. Juli, 20 Uhr
Die Undercommons – Lesung, Lektüre, Diskussion
b_books, Lübbener Str. 14, 10997 Berlin

Zwischen Black Radical Tradition und ökonomischer Theorie, zwischen Poesie und Philosophie, Ethico-Ästhetik und politischer Theorie – die Undercommons entfalten ihre soziopoetische Kraft in einem weiten Feld: Unter der neoliberalen Verwaltung der Universität, vor der ökonomischen Police neuester Logistik, um die schuldengetriebene Regierung herum, suchen und finden Stefano Harney und Fred Moten den Reichtum sozialen Lebens noch in den scheinbar unmöglichsten Lagen: als „Umgebung“, „flüchtige Planung“ oder „schwarzes Studium“. Der Sound, der Rhythmus, die Grooves und Hook-Lines der Undercommons treiben den antikolonialen Aufstand an, fort und weiter, die Marronage, die queeren Schulden, die Fluchtlinien, das Schwarz-Sein, die Haptikalität und Logistikalität, die Liebe.

Anläßlich der deutschen Übersetzung von Undercommons wird das erste Kapitel zusammen mit Isabell Lorey, Kelly Mulvaney und Gerald Raunig studiert und diskutiert.

Stefano Harney / Fred Moten: Die Undercommons. Flüchtige Planung und schwarzes Studium. Aus dem Englischen von Birgit Mennel und Gerald Raunig, hg. von Isabell Lorey. transversal texts, Januar 2016
Das Buch ist auf der Veranstaltung für 10 € erhältlich.

http://transversal.at/books/undercommons-de

samstag 12. 3.2016 19.00 Uhr

Lesung: Nizaqete Bislimi: „Durch die Wand: Von der Asylbewerberin
zur Rechtsanwältin

im Rahmen von „Romnja* Power Month 2016, 8.3-8.4“

14 Jahre lang lebten Nizaqete Bislimi und ihre Familie in Flüchtlingsunterkünften und
im Status der Duldung. 14 Jahre ohne sichere Lebensperspekive,
in Unsicherheit und Angst. Von der sogenannten »Kinderduldung« sind heute
rund 100.000 Menschen in Deutschland betroffen.
Trotz all dieser Widerstände ist Nizaqete Bislimi ihren Weg gegangen und
vertritt heute als Rechtsanwältin geflüchtete Menschen. Als Vorsitzende des
Bundes Roma Verbandes engagiert sie sich auch auf politischer Ebene für eine
menschenwürdige Asylpolitik und als Teil der IniRromnja steht sie für eine
kritische Auseinandersetzung mit Rassismus und Self- Empowerment von
Romnja*. Ihr biografischer Roman schildert ihren Weg von der Flucht aus dem
Kosovo als kleines Mädchen bis zu ihrem aktuellen beruflichen Werdegang
und politischen Engagement.

 

5.2.2016

book release

I is for Impasse. Affektive Queerverbindungen in Theorie_Aktivismus_Kunst

Käthe von Bose, Ulrike Klöppel, Katrin Köppert, Karin Michalski & Pat Treusch (Hg.)

05. Februar 2015 . 19 Uhr . b_books, Lübbenerstr. 14, 10997 Berlin
Wir - die Herausgeber_innen - freuen uns, zur Book Release ins ‚Verlagshaus‘ von b_books Berlin einzuladen. Wir
möchten mit euch anstoßen - auf die Politik der Sackgasse und das Leben nicht als „the heroes and the survivors, but
the defeated and the gifted“ (J.Halberstam aus dem Buch).
Neben dem Screening von „The Alphabet of Feeling Bad“ von Karin Michalski und Ann Cvetkovich und dem
"Impasse-Archive" von Katrin Köppert und Karin Michalski erwartet euch eine Kurzpräsentation liebzugewinnender
Passagen aus dem Buch.

Infos zum Buch

I is for Impasse erläutert Ann Cvetkovich auf einem Bett sitzend im Videokunstfilm The Alphabet of Feeling Bad und
verweist damit  auf das Gefühl, in einer Sackgasse – impasse– festzustecken. Gefühlt weder vor noch zurück zu können,
beschreibt emotionale Situationen, die häufig durch soziale Ungleichheit und Herrschaftsstrukturen bedingt sind, aber
als individuell abgetan werden. Doch kann nicht auch eine solche Situation eine Öffnung für Andere(s) bewirken und
Raum entstehen lassen für queer-politische Praktiken? Statt negative Gefühle möglichst schnell überwinden zu wollen,
machen die künstlerischen, alltagsnahen, aktivistischen und wissenschaftlichen Beiträge dieses Buches Vorschläge
für eine queer-feministische Auseinandersetzung um affektive Politiken.

Mit Beiträgen von: Ann Cvetkovich, Chris Tedjasukmana, Anja Michaelsen, Jack Halberstam, Flamingo Shadow,
Mike Laufenberg, Encarnación Gutiérrez Rodríguez, Henriette Gunkel, Elahe Haschemi Yekani, Beatrice Michaelis,
Heather Love, Ins A Kromminga 

 

15.12.2015

Buchpräsentation von:
Ralph Heidenreich, Stefan Heidenreich
Forderungen
Merve 2015, 12€

Forderungen weisen nach vorne. Daher handelt unser Buch von Aussichten auf etwas Künftiges. Im ersten Kapitel geht
es um
das, was uns droht, wenn sich nichts ändert, und die Dinge so weiterlaufen, wie sie laufen. Das dritte Kapitel stellt
dem drei
utopische Modelle gegenüber. Der kurze Mittelteil betrachtet die Frage des Übergangs, also wie wir überhaupt
von der gegenwärtigen
Wirtschaftsordnung zu einer anderen kommen können.

Es gibt zwei Sorten von Forderungen. Solche, die an uns gestellt werden, und solche, die wir selbst stellen.
Zahlungsforderungen gehören zu der Sorte von Forderungen, die an uns gerichtet werden. Sie sind der Rohstoff unserer
gegenwärtigen Ökonomie. Nicht weil sie beglichen werden sollen – denn das würde der Vernichtung von Geld entsprechen
 – sondern weil sie selbst wieder als Geld zählen und als Forderungen in die Zukunft zeigen.

Was können wir in dieser Lage fordern? Wenn Utopien immer auch Verwaltungsphantasien sind, dann gibt es für jede
der drei
großen Verwaltungen die ihr angemessene ökonomische Utopie: für den Staat die Utopie der Arbeit für alle,
mit Jobgarantie, für die Vermögen das helicopter money als Grundeinkommen und für die Netzwerke die Utopie einer
Ökonomie ohne Geld.


                                                        

9pm Monday 23 November 2015
b_books in collaboration with Archive Books


Anguish Language – Writing and Crisis

On two evenings the editors John Cunningham, Anthony Iles, Mira Mattar and Marina Vishmidt
will present the publication recently published by Archive Books. 

 

Anguish Language approaches language as a core aspect of the present social crisis. The project engages in
solidarity with forms of self-publishing, poetry, criticism, experimental writing and declamation that have
arisen in the wake of the 2007-8 financial crisis, considering  language among and through the social struggles
responding to its consequences.
 
Contributions by: Nanni Balestrini, Jacob Bard-Rosenberg, Sean Bonney, Anne Boyer, John Cunningham,
Amy De’Ath, Suzanne Goldenberg, Danny Hayward, Anke Hennig, Martin Howse, Anthony Iles,
Karolin Meunier, Mattin, Mira Mattar, Pier Paulo Pasolini, Lisa Robertson, Marina Vishmidt,
Catherine Wagner, Wealth of Negations
 
Published September 2015
ISBN 978-3-943620-30-6
26.10. Bookrelease und Filmscreening mit Laurence A. Rickels

SCREENING: 
SPOUT (2010, 30 min.)
Directed by: Alex Muñoz, Starring: Rena Owen, Screenplay: Laurence A. Rickels, Rena Owen, and Alex Muñoz, Story:
Laurence A. Rickels

BUCHVORSTELLUNG
Carolin Meister und Laurence A. Rickels (Hg.)
Ghostarbeiter – Über technische und okkulte Medien
Mit Beiträgen von Carolin Meister, Rainer Metzger, Eva Meyer, Laurence Rickels, Inge Stephan, Klaus Theweleit
und Beat Wyss. (Kadmos 2015)

Laurence A. Rickels
Die Unterwelt der Psychoanalyse 
Übersetzt von Sigrid Berka, Thomas Gottwald, Wolfgang Kittler, Michaela Wünsch, Thorsten Carstensen 
(Passagen 2014)

Laurence A. Rickels
Geprüfte Seelen 
Übersetzt von Nicola Behrmann, Thorsten Carstensen, Egbert Hörmann, Marietta Kesting (Passagen 2012)

mittwochsPraxis: 29. Juli, 2015 21h : Offene Versammlung
Drittes Memorandum und Tsipras Regierung in Griechenland
Widersprüche - unmögliche Alternativen - der deutsche Hegemon und wir
#ThisisaCoup   avancierte zum weltweiten Hashtag in der Nacht 
zum 12 Juli, als Tsipras nach 5 Monaten harter Verhandlungen und unter dem finanziellen
Zwang der EZB schließlich die Bedingungen der EU-Gläubiger akzeptierte und sich zu einem
neuen Memorandum der Austerität verpflichtete. Der Staatsstreich betrifft die linke Regierung
Syrizas, ist aber auch ein Coup gegen das OXI/NEIN zu Austerität im Referendum vom 5 Juli und
nicht zu letzt auch gegen die 6 Jahre erbitterten Kämpfe der Bevölkerung gegen die Memoranda
der Troika.So findet die Hoffnung der letzten Monate ihr (vielleicht) vorläufiges aber abruptes
Ende. Innerhalb einer Woche wurden im Eilverfahren Privatisierungen, die Abschaffung von
Flächentarifvertägen und die Überführung der demokratischen Souveränität an die Troika durchs
griechische Parlament gejagt - zum Tausch für etwas kurzfristige Liquidität.
Was ist passiert? Notwendiges Gewinnen von Zeit oder bittere Niederlage? Was bedeutet das neue
Memorandum konkret für die neoliberale Umstrukturierung Griechenlands, die humanitäre Krise und
den Ausverkauf des Landes? Wie will das eine linke Regierung verwalten? Wie wird dies alles in
Griechenland diskutiert und welche neuen Lager entstehen in den Bewegungen? Was ist zu sagen über die Strategie im Rahmen der EU zu kämpfen, um sie zu verändern? Gibt es Alternativen? Oder müssen wir realistisch der Tatsache ins Auge schauen, dass es keine Möglichkeit gibt den gesetzten Rahmen verlassen? Müssen wir also den Rahmen akzeptieren und darin linke Politik neu denken? Ist Griechenland der Beweis, dass Thatcher mit TINA (There is no alternative) die einzig weisen Worte sprach? Was sollten wir machen, die wir Deutschland über Jahre lang haben walten lassen, so dass seine Brutalität hegemonial geworden ist? Was wäre die (strategisch) sinnvollste Argumentation aus dem Herz der Bestie? Welche der zur Verfügung stehenden Unmöglichkeiten sind am wenigsten unmöglich?

Offene Versammlung mit Inputs und Filmen von:
Mario Neumann von Blockupy-goes-Athens Reisegruppe (blockupy-goes-athens.tumblr.com
)
Angela Melitopoulos und Angela Anderson über die Auswirkungen des Memorandums für den Ausverkauf der
Goldmiene Skouries in Halkidiki. Margarita Tsomou (bbooks, Autorin, Krisen-Aktivistin) über 6 Jahre
Antimemorandumskämpfe in Deutschland und Griechenland und die Frage von Alternativen  




b_books presents

Do 23.7.2015 20 Uhr Links des Möglichen. Daniel Bensaid als Leser Benjamins. Diskussionsveranstaltung mit
Elfriede Müller und Kerstin Schoof

Der marxistische Philosoph und Aktivist Daniel Bensaïd (1946-2010) führt 1990 -  kurz nach dem Fall der Mauer -  einen fiktiven Dialog mit Walter Benjamin über das Verhältnis
von jüdischem Messianismus und Revolution. Die Lektüre Benjamins durch Bensaïd bricht mit der orthodoxen philologischen Benjaminrezeption und stellt einen politischen
Benjamin vor, der notwendige Ansatzpunkte zur Reformulierung eines revolutionären und strategischen Denkens in einer Periode der Niederlage liefert, als der Neoliberalismus zu
triumphieren schien und unvorsichtigerweise das Ende der Geschichte verkündete.

Im Dialog mit Walter Benjamin fordert Bensaïd, sich dem jüdischen Messianismus und dem Ereignis zu öffnen, sich an die Besiegten der Geschichte zu wenden, um sie in die
Kräfte der zukünftigen Revolution zu integrieren. Bensaïd ermuntert uns, auf den Moment zu lauern, wo die revolutionäre Abweichung möglich wird, und selbst zu revolutionären
Wächter/innen zu werden.

Bensaïd gehörte in Frankreich zu den zentralen Personen der radikalen Linken. Er war ein beschwingter Philosoph, der den Marxismus auf einer subjektivistischen Grundlage
fortschrieb, ein unermüdlicher Aktivist, der an allen politischen und sozialen Auseinandersetzungen von den Anfängen des Mai 68 bis in seine letzten Lebensmonate beteiligt war.
Ebenso war er ein poetischer Schriftsteller, dessen Texte alle Genregrenzen durchbrechen. Er hinterlässt ein Werk von dreißig Bänden, von denen bisher wenig ins Deutsche
übersetzt wurden. Darunter befinden sich philosophische Entwürfe, scharfsichtige Analysen und Gebrauchstexte für den politischen Alltag.

Elfriede Müller und Kerstin Schoof werden dialogisch das im März 2015 bei Laika erschienene Buch und seinen Autor vorstellen.  

 

So 5.7. 20 Uhr Zur Neuauflage von Das Kapital lesen. Veranstaltung mit Berlin Group for Radical Thinking

Der althusserianische Marxismus wollte humanistische, fortschrittstheoretische und teleologische Elemente aus dem Marxismus entfernen.
Fünfzig Jahre nach Ersterscheinen liegt das
Grundlagenwerk der Althusser-Schule nun vollständig in deutscher Übersetzung vor.
Mit der Neuausgabe von Das Kapital lesen im Verlag Westfälisches Dampfboot werden der Leserin auch die Texte Roger Establets und
Pierre Machereys zugänglich, die die neuübersetzten und bekannteren Beiträge von Althusser, Rancière und Balibar komplementieren.

 Zudem versammelt der Band bisher zum Teil nur schwer zugängliche Textüberarbeitungen Althussers, die den Fortgang seiner
Überlegungen zum Kapital dokumentieren. Aus
diesem Anlass diskutieren der Herausgeber und Übersetzer Frieder Otto Wolf, dessen
radikale Philosophie bei Louis Althusser ihren Ausgangspunkt nimmt, der Politologe
Sebastian Neubauer, der sich mit dem Nachlass
Althussers beschäftigt, und Ingo Kramer,dessen Buch Symptomale Lektüre gerade in zweiter Auflage erscheint, über den Einsatz

des althusserschen Denkens und verfolgen seine bis in die Gegenwart reichenden Fluchtlinien. Was versuchten Althusser und seine
Mitstreiter mit der Erneuerung einer
materialistischen Kapitallektüre zu erreichen und zu welchen Neujustierungen des Marxismus
führte dies? Welche epistemologischen Lehren und philosophischen Konsequenzen
impliziert das Projekt Das Kapital lesen für die
heutige theoretische und politische Praxis?  

Buchpräsentation und Diskussion mit Frieder Otto Wolf, Sebastian Neubauer und Ingo Kramer, moderiert von Jan Rolletschek und
Katja Diefenbach

Althusser, Louis/ Balibar, Étienne/ Establet, Roger/ Macherey, Pierre /Rancière, Jacques, Das Kapital lesen, vollständige und ergänzte
Ausgabe mit Retraktationen zum Kapital
, hg. von Frieder Otto Wolf unter Mitwirkung von Alexis Petroli, übersetzt von Frieder Otto Wolf
und Eva Pfaffenberger. Westfälisches Dampfboot, Münster 2015.

 

Di 30.6. 21 Uhr Nihilism and Us. Diskussionsveranstaltung mit Abed Azzam und Nitzan Lebovic

Why has nihilism become so popular and "active" again? This event meets Abed Azzam (Berlin) and Nitzan Lebovic
(Bethlehem, PA) to discuss the relevance of nihilism to our time in general, and to the situation in the Middle-East in
particular. The event follows the publication of Azzam's Nietzsche versus Paul (Columbia UP, 2015) and Lebovic/
Ben-Shai's The Politics of Nihilism (Bloomsbury, 2014).

 

 

MontagsPraxis
Montag, 4. Mai 2015, 21 Uhr

"Kinky Non-Ökonomie versus Postmoderner Hegelmarxismus?"
„Kapitalisierung Bd 2. Non-Ökonomie des gegenwärtigen Kapitalismus“
versus „Das Geld als Maß, Mittel und Methode: Das Rechnen mit der Identität der Zeit.“

Buchvorstellung und Diskussion mit Achim Szepanski und Frank Engster.

Achim Szepanski: Adorno schrieb vom Kapital als "Antinomie von Totalität und Unendlichkeit." Wir ersetzen den
Begriff der Totalität durch den der Quasi-Transzendentalität des Kapitals (Kapital als Gesamtkomplexion) und die
Kategorie Unendlichkeit durch Aktualisierung-Virtualisierung-Verschaltung. Das Kapital als Gesamtkapital determiniert
 in der letzten Instanz, und das heißt, wir haben es hier mit keiner Totalität, sondern mit einer n-Determination zu tun.
Das Gesamtkapital prozessiert durch temporale Aktualisierungs-Virtualisierungs- Verschränkungen. Als solches wird
es heute dominiert durch das finanzielle Kapital in der letzten Instanz.
Das neoliberale Modell der Finanzialisierung erweist sich nämlich als eine außerordentlich effektive Strategie zur
Aufrechterhaltung der kapitalistischen Hegemonie. In diesem Kontext haben wir es mit zwei Funktionen der
finanziellen Derivative, selbst noch in ihren exotischsten Versionen, zu tun: Sie stehen für eine neue Form des
spekulativen Geldkapitals und für eine Technologie des abstrakten Risikos, das die kapitalistischen Machtbeziehungen
heute organisiert.

Frank Engster: Der Vortrag hat zwei Teile. Der erste stellt die Idee des Geldes vor, die im Buch „Das Geld als Maß,
Mittel und Methode“ entwickelt wird. Die Idee ist, dass das kapitalistische Geld über dessen erste Funktion als Maß
des Werts und der Verwertung zu entwickeln ist – und nicht, wie in den an Marx orientierten Geldtheorie und -kritiken
üblich, über seine zweite Funktion als Tauschmittel. Entsprechend muss der realisierte Wert nicht als Tauschwert,
sondern Resultat einer Messung begriffen werden. Diese Messung ist Gegenstand des zweiten Teils, der vom
Gemessenen handeln soll, nämlich von der Verwertung von Arbeit und Kapital. Genauer gesagt wird es um die
aktuellen Gestalten dieser Verwertung gehen, denn Arbeit und Kapital nehmen zunehmend immaterielle und
dematerialisierte Gestalten an, und die große Frage der Gesellschaftskritik ist, wie sich diese beiden Gestalten
produktiv ins Verhältnis setzen. Es scheint nämlich, dass
sich beide zunehmend nicht nur von der Verwertung stofflich-materieller Waren ablösen, sondern dass sie sich
auch von einander ablösen: Die Arbeit wird zunehmend im Bereich der immateriellen Arbeiten und Dienstleistungen
verwertet, während das Kapital im Finanzbereich angelegt und erweitert reproduziert wird, und es ist unklar, wie –
und ob überhaupt – sich diese neuen Gestalten von Arbeit und Kapital produktiv verwerten. Beide Teile sollen zudem
Bezug nehmen auf Achim Szepanskis „Non Ökonomie“. Es wird zu zeigen sein, dass es zwar eine erstaunliche
Übereinstimmung zur dekonstruktiven, vor allem an Laruelle und Deleuze orientierten Bestimmung des Geldes
und des Finanzkapitalismus gibt, dass die Übereinstimmung aber zugleich komplementär ausfällt.


Mo., 20.4.2015, 20 Uhr, montagsPRAXIS b_books, Berlin


Vortrag von Stefan Römer mit anschliessender Diskussion
zu seinem Buch
Inter-esse
(Merve-Verlag)

Aus der Realisierung seiner Involviertheit in eine zeitgenössische Kultur, die man gleichzeitig beobachtet,
praktiziert und gestaltet, hat der Künstler Stefan Römer sich nach Gemeinsamkeiten der Kulturproduzent_innen
gefragt. Dabei ist er auf einen Begriff gestoßen, der zwar in der Popkultur wie in den Kunst- und Kulturwissenschaften
einen inflationären Einsatz erfährt, dem kaum jedoch theoretische Beachtung geschenkt wird: den Interessen und dem
Interessanten.
Die Interessen scheinen leidenschaftsgesteuert, doch nicht frei von Absicht, Intention oder gar Kalkül. So kulminiert
ein Konflikt zwischen Erfahrung und Wissen, zwischen Subjekt und Ding oder zwischen subjektiven und objektiven
Interessen in jeder kulturellen Situation und jedem Produkt. Stellt der Interesse-Begriff etwa einen Schlüssel zur
Analyse des zeitgenössischen Lebens in einem Zwischenzustand bereit, der doch nie ohne eine konstruktive Anstrengung
auskommt?
Durch das Buch ziehen sich aktuelle Themen wie die Rolle des Dividuums im Post-Panopticon in Film, Video, Fotografie
und im Online-Screen.

Stefan Römer
Inter-esse
191 Seiten, 21 S/W-Abbildungen
Merve Verlag Berlin



Mi, 1. April, 20 Uhr, b_books, Berlin

Dividuationen // Dividuum. Teilhaben, Teilen und Aufgeteilt Werden 
Book Launch & Diskussion mit Michaela Ott und Gerald Raunig

Unmittelbar nacheinander haben Michaela Ott und Gerald Raunig zwei Bücher zur Frage kooperativer und verschränkter
Individuation in kapitalistischen Gesellschaften veröffentlicht, in denen sie den Deleuze'schen Begriff des Dividuellen im
Rückgang durch die Philosophiegeschichte und im Vorgriff auf seine politischen Forderungen aus- und überarbeiten. Wir
nutzen die Verschiedenheit und die Gemeinsamkeit dieser beiden Texte, um mit den Autor/innen die politischen und
theoretischen Implikationen des Dividuellen zu diskutieren.

Michaela Ott
Dividuationen. Theorien der Teilhabe.
b_books 

Die Begriffe Individuum, Individualität: Sind sie noch, waren sie jemals erkenntnisträchtig? In einer historischen
Rekonstruktion zeigt Michaela Ott, in welchen philosophischen Zusammenhängen diese Begirffe eingesetzt und
entwickelt worden sind. Vor allem aber erörtert sie, ob angesichts zeitgenössischer medialer Praktiken und
Beobachtungsweisen die menschlichen Einzelnen noch als ›ungeteilt‹ verstanden werden können.

Ihr Vorschlag lautet, die vielfältigen bio- und soziotechnologische Teilhaben und Vereinnahmungen – in Weiterführung
von Spinoza, Simondon und Deleuze – als Arten der ›Dividuation‹ zu begreifen, aber auch wissenschaftliche Taxonomien,
gesellschaftliche Prozesse und künstlerische Praktiken als ›dividuelle‹ Vorgänge zu konzipieren. Das Buch fordert uns
heraus, die Verschränkungs- und Wendepunkte zwischen emanzipatorischen und nichtemanzipatorischen Logiken der
›Dividuierung‹ zu erfassen.

ISBN 978-3-942214-15-5, 330 Seiten, März 2015, 18 Euro

Gerald Raunig
DIVIDUUM. Maschinischer Kapitalismus und molekulare Revolution, Band 1
transversal texts

Die jahrhundertelange Konjunktur des Individuums gerät ins Wanken. Es beginnt das Zeitalter des Dividuellen.
Die schlechte Nachricht von Gerald Raunigs Philosophie der Dividualität ist, dass sich das Dividuelle im maschinischen
Kapitalismus vor allem als Verschärfung von Ausbeutung und Indienstnahme zeigt: In Algorithmen, Derivaten, Big Data
und Social Media wirkt Dividualität als ausufernde Erweiterung von herrschaftlicher Teilung und Selbstzerteilung. Die
gute Nachricht: Genau auf dem Terrain des Dividuellen wird auch eine neue Qualität von Widerstand möglich, als
kritische Mannigfaltigkeit, molekulare Revolution und Con-division.

ISBN: 978-3-9501762-8-5, 256 Seiten, 2014, 15 Euro 

 

mP am 

Sonntag, 14. Dezember, 19 Uhr
Buchpräsentation bei 
b_books

 
Tim Stüttgen: IN A QU*A*RE TIME AND PLACE 
Post-Slavery Temporalities, Blaxploitation, and Sun Ra’s Afrofuturism between Intersectionality and Heterogeneity

***Eine Veranstaltung mit Gästen, Filmen, Diskussion und Musik***

Und:
Afrofuturismus!
Blaxploitation!
Sun Ra!
Post-Slavery Temporalities!
Tim Stüttgen Archiv!
Drinks!
DJ Sets!

Über das Buch:
In this book, Tim Stüttgen looks at the paradigm of post/slavery as an important epistemological break within
predominately white gender and queer studies. He is interested in how motifs of black locality, mobilility, and
temporality can be used for a perspective, that combines queer theory with notions of race and color; a specifically
“quAre” perspective.

Stüttgen demonstrates how a sexualization of racism has been a central factor in exclusivist ideologies, but has
also been reappropriated and turned around through images and sound; cinema and music. He investigates how
Blaxploitation cinema re-appropriated sexualized racist images for its own purposes, and – over time – provided
space for more and more complex main characters and subtexts, including queer.

From a quAre perspective it is not a simple distinction between hetero and homosexuality that shapes a quAre
subject. Rather, it is a number of complex intersections of whiteness and blackness, gender, sexuality, and a
classically white, nationalist notion of heteronormativity, that shapes the ones excluded by it – be it “punks,
bulldaggers, and welfare queens”. – Or the avant-garde composer and performer Sun Ra and his Arkestra.

Stüttgen writes passionately about Sun Ra and his Arkestra not only as producers of images and mythologies,
but also as music: the concerts in their noisy and performative form – including collective improvisation and
alien drag. Stüttgens proposes the non-signifiying practices of free jazz interaction as well as the communal
and non-familiaristic way of living and producing together, as one quAre assemblage.

In his understanding of queerness as a critical position against a totalizing present, Stüttgen argues for a
quAre future of hope and fabulation. As such, this book is written in order to inspire to a new approach to
quAre politics. He describes it as “not just a strategical intervention into some sort of canon, but as a way
of remembering past crimes which cannot be erased, and pursuing future utopias that not only might change
the canon of white queer studies, but also the political imaginary of anybody motivated to critique sexism,
racism, homophobia, and nationalism alike.”


Freitag 21.11. 21 UHR
Electri_city (Elektronische Musik aus Düsseldorf 70-86), Buchvorstellung mit Rudi Esch und Wolfgang Flür

cd

Das gerade erschienene Buch von Rüdiger Esch erzählt in oral history die Geschichte der Entstehung elektronischer
Musik in Düsseldorf. Ganz viel Innenperspektive, Streit, Freundschaften, Karrieren und Antikarrieren und die Materialität
der je verfügbaren technischen Geräte: ein Sequenzer definiert Musik. Projekte wie Kraftwerk und das Umfeld von Neu!
sind in der Narration des Buches wie Graviationszentren, um die herum sich die Faszination für das je Neue in der Musik
entwickelt, aber immer auch von der Einsicht ernüchtert wird, dass jede Pop-Geste auch eine alberne Seite hat. Das Buch
ist höchstmusikalisch montiert und wird auch dann noch besser, wenn man sich die Stücke, von denen die Rede ist, wieder
als Musik anhört.

Ein Abend mit Musik, kurzen Beiträgen zum Buch -- mit dem Autor und Bandmitglied von Die Krupps Rüdiger Esch,
begleitet von einer der zentralen Stimmen des Buches, Wolfgang Flür von Kraftwerk.

Zum Buch ist parallel der Sampler Electri_citiy erschienen (Grönland Records, mit Neu!, Wolfgang Flür, Wolfgang Riechmann,
DAF, La Düsseldorf, Michael Rother, Les Liaisons Dangereuses u.a.)
-- und weitere neu aufgelegte Platten und CDs von Neu!, Harmonia, Brian Eno, Connie Plank u.a.

 

15.11. 21 Uhr »Organisation of the Organisationless: Collective Action After Networks.« 
Buchvorstellung und Diskussion mit Rodrigo Nunes [English below]
»Organisation of the Organisationless: Collective Action After Networks« Buchvorstellung und Diskussion mit Rodrigo Nunes
Samstag, 15. November, 21 Uhr. The event will take place in English with German translation. 

 Vom Tahrir-Platz zur Puerta del Sol, vom Zucotti-Park zu den Straßen von Istanbul, São Paulo und Hong Kong ereigneten sich in
den vergangenen Jahren unterschiedliche Massenmobilisierungen neuer Art. In einer dichten Analyse von Netzwerksystemen
weist Rodrigo Nunes die Dichotomie von Zentralismus und Horizontalismus zurück, die die Politiken der Jahrtausendwende
kennzeichnete, und zeigt wie politische Organisierung in den heutigen sozialen und politischen Bewegungen zwischen – und
jenseits – dieser beiden Pole existiert. Anstelle der Partei oder des Chaos, des Einen oder der Vielen entdeckt er ein »Bestiarium«
hybrider Organisierungsformen und -praxen, die solche Gegenüberstellungen als falsch erweisen. Daraus ergibt sich ein Bild,
in dem soziale und technische Netzwerke zugleich strategisches Handeln und fluide Machtverteilungen ermöglichen können und
dies auch tun. Nunes argumentiert, dass durch das Entwickeln der strategischen Potentiale, die den Netzwerken bereits immanent
sind, neue Lösungen zur Frage der Organisierung entwickelt werden können. Rodrigo Nunes ist Dozent an der Katolischen Universität
Rio de Janeiro (PUC-Rio) Brasil.

‘Organisation of the Organisationless: Collective Action After Networks’ Book presentation and discussion with Rodrigo Nunes 
Saturday 15 November, 9pm
From Tahrir Square to the Puerta del Sol, from Zucotti Park to the streets of Istambul, São Paulo and Hong Kong, recent years
have seen several mass mobilisations of a new kind. Rejecting the dichotomy of centralism ad horizontalism that has deeply
marked millennial politics, Rodrigo Nunes’ close analysis of network systems demonstrates how organising within contemporary
social and political movements exists somewhere between – or beyond – the two. Rather than the party or chaos, the one or the
multitude, he discovers a ‘bestiary’ of hybrid organisational forms and practices that render such disjunctives false. The
resulting picture shows how social and technical networks can and do facilitate strategic action and fluid distributions of
power at the same time. It is by developing the strategic potentials that are already immanent to networks, he argues, that
contemporary solutions to the question of organisation can be developed.  Rodrigo Nunes is a lecturer in modern and
contemporary philosophy at the Catholic University of Rio de Janeiro (PUC-Rio), Brazil.
An event of the Bildungswerk Berlin der Heinrich Boell Stiftung in cooperation with b_books. It has been made possible
through funding by the Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.
Mehr Infos: http://www.bildungswerk-boell.de/ | global@bildungswerk-boell.de | http://www.b-b
ooks.de | 
http://www.metamute.org/editorial/books/organisation-organisationless-collective-action-after-networks

Sunday Nov 9, 8pm at b_books Lübbenerstr. 14 10997 Berlin
A Pool Painted Black: A night of readings from Cookie Mueller’s writing
Featuring Sharon Niesp, Max Mueller, John Heys, and others reading stories written by
Cookie Mueller.
Edgewise: A Picture of Cookie Mueller by Chloé Griffn
--- Berlin Book Launch and Reading

“Quite possibly the best history of New York’s much-reprised ‘last avant-garde’ of the 1980s, Edgewise reinvents the inspired
amateurism of Mueller’s work, and also creates unforgettable portraits of John Waters’s Baltimore and Provincetown in the 1970s,
‘when the water was still clean.’” —CHRIS KRAUS, author of I Love Dick and Summer of Hate

“Cookie looked like Janis Joplin meets Jayne Mansfeld, a redneck hippie with a little bit of glamour drag thrown in. She never
led a safe life, unsafe was her middle name. She lived on the edge, always.” —JOHN WATERS (excerpt from EDGEWISE)

Cookie Mueller (1949-1989) was an actress, a writer, a go-go dancer, a mother and an
icon. A child of suburban 1950s Maryland, she made her name as an actress in John
Waters's flms, including Pink Flamingos and Female Trouble, and then as an art critic for Details magazine and a columnist
for the East Village Eye, gaining a reputation as a writer of hilarious stories and a maven of New York’s downtown art world.
Edgewise tells the story of Cookie’s life in the form of an oral history assembled from
more than 80 interviews with the people who knew her, including John Waters, Mink Stole, Gary Indiana, Sharon Niesp,
Max Mueller, Linda Yablonsky, Richard Hell, Amos Poe and Raymond Foye. The contributors take us from the late-1960s artist
communes of Baltimore to 1970s Provincetown and New York, through 1980s Berlin and Positano.
Along with the text, Edgewise includes artwork, unpublished photographs, and archival
material and photography by Philip-Lorca diCorcia, David Armstrong, Robert
Mapplethorpe, Peter Hujar, and others.
For more info: www.cookiemuellerbook.com
b_books, Berlin, distribution in the US: ARTBOOK | D.A.P. (Distributed Art Publishers), distribution in England, France a.o.
Anagram, London<

[associated: book release und ausstellung 6.11. in between the bridges,
7.11. filmprogramm zu cookie mueller im Arsenal Kino]

Nov 6th 7pm
Edgewise: A Picture of Cookie Mueller by Chloé Griffn
Book launch and reading, vintage photographs and videos
Between Bridges 
Keithstrasse 15 10787 Berlin
A selection of vintage photographs and flm excerpts, edited by Chloé Griffn will be on
show at Between Bridges

Friday Nov 7, 6pm
A Woman in Flames: A night of Cookie Mueller on film
A screening of three flms: Michel Auder's A Couple of White Faggots Sitting Around
Talking, John Waters's Female Trouble, and Amos Poe's Subway Riders, including talks
and drinks.
Arsenal: Institut Für Film und Videokunst
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin

 

Freitag, 13. Juni 2014, 17 Uhr, b_books, Lübbener Str. 14, 10997 Berlin

Marx’ Philosophie
Buchpräsentation und Gespräch.
Mit Étienne Balibar, Peter Schöttler und Frieder-Otto Wolf.
The conversation will be held in English.

Als Étienne Balibars Buch La philosophie de Marx 1993 in Frankreich erschien, schloss es eine ganze Serie von Artikeln ab, die sich mit den Aporien von Marx’ Denken
beschäftigt hatten. Diese Arbeit an den symptomatologischen Problematiken, die Marx’ Denken verfolgt hatten, ohne dass er sie gänzlich zu lösen im Stande gewesen wäre,
ist der Ausgangspunkt eines offenen Gesprächs mit Étienne Balibar, Peter Schöttler, Frieder Otto Wolf und dem Publikum, zu dem wir anläßlich der Übersetzung des Buchs
einladen.

In Marx’ Philosophie setzte diese Arbeit an den Grenzen des Marxismus, seinem Ungewussten, seinen Antinomien, mit dem in den Feuerbachthesen formulierten
Anspruch ein, eine Nicht- oder Anti-Philosophie zu entwickeln, die auch unvermerkt einen der spekulativsten Akte einschloss, zu der die Philosophie fähig ist,
nämlich in ihrem eigenen Feld die Grenze zwischen Theorie und Praxis bestimmen zu wollen. Von dort aus wandte sich Balibar der Verknüpfung materialistischer
und idealistischer Themen in den Begriffen Subjekt, Praxis und Produktion zu. An der Fetischismusthematik zeigte er, wie Marx mit der Idee der Wertform und der
realen Abstraktion das Imaginäre in die Bewegungen des Wirklichen eintrug, während es ihm auf der anderen Seite nicht gelang, komplexe Begriffe zu entwickeln, die
die psychische Bindung der Menschen an die Ideologie erklärten und so etwas wie das Imaginäre der Beherrschten verständlich machen würden. Gleichzeitig verfolgte
Balibar, wie Marx die Geschichtsphilosophie von innen aufsprengte, indem er in den Falten seines Denkens anti-evolutionistische Vorstellungen pluraler Zeitlichkeit
entwickelte. Zum Schluss des Buches skizzierte er drei Pfade, auf denen sich Marx’ Denken in spannungsreich zueinander aufgestellten Perspektiven zerteilte:
Subjektivität als antagonistisches Verhältnis denken, Ideologie in Form von Entfremdung und Realabstraktion begreifen, Geschichte in der immanenten Kausalität
eines von seinen Widersprüchen vorangetriebenen ökonomischen Prozesses analysieren. Marx’ Philosophie rekonstruiert die Zukunft des Marxismus, die sich in
seinen ungelösten Problematiken abspielen wird und uns erneut mit der Frage konfrontiert, wie wir die politische Perspektive des Marxismus, die Überwindung
der kapitalistischen Gesellschaftsformation, (mit und gegen Marx) heute aufgreifen wollen; das heißt, nach der Erfahrung des Stalinismus, nach der (Selbst)zerstörung
der Partei- und Staatssozialismen und nach dem erneuten Globalisierungsschub des Kapitals, der mit der Verallgemeinerung von Regierungsformen einher geht, die
durch Unsicherheit und Austerität operieren. Bezugspunkte der Debatte werden neben Balibars Buch Marx’ Philosophie u.a. auch Frieder Otto Wolfs Radikale
Philosophie
und der Band Encountering Althusser. Materialism and Politics in Contemporary Radical Thought sein.

Étienne Balibar, Marx' Philosophie, übersetzt und eingeleitet von Frieder Otto Wolf, Berlin: b_books 2013

Katja Diefenbach, Sara Farris, Gal Kirn, Peter Thomas (Hg.), Encountering Althusser. Materialism and Politics in Contemporary Radical Thought,
New York: Bloomsbury 2013

Frieder Otto Wolf, Radikale Philosophie. Aufklärung und Befreiung in der neuen Zeit, Münster: Westfälisches Dampfboot, 2002, 2009

 

Mo, 2.6. 2014, 21 Uhr, b_books.

Achim Szepanski: Kapitalisierung Bd.1.
Marx‘ Non-Ökonomie Buchvorstellung und Diskussion mit dem Autor

Unter dem Titel Kapitalisierung hat der in Frankfurt am Main lebende Autor und ehemalige Underground-Elektronik-Label-Manager Achim Szepanski eine zweibändige
Studie vorgelegt. Abseits ausgetretener (deutschsprachiger) Marxologie-Pfade will der Autor die Marxsche Kritik der politischen Ökonomie vom Gegenstand her und unter
Bezugnahme auf philosophische Konzepte der „Non-Philosophie“ von Deleuze/Guattari und Laruelle einer radikalen Relektüre unterziehen und dabei einerseits ihre
bestehende Aktualität aufzeigen, sie andererseits aber auch mit Bezug auf die gegenwärtige Lage des Kapitalismus konzeptuell erweitern. Was würde es bedeuten, wenn
Marxens Problematik im Kapital, entgegen der üblichen Interpretationsversuche, mit der asketischen Existenzaussage »Es gibt Kapital« beginnt? Könnte dann die Reproduktion
des Kapitals noch die eines »automatischen Subjekts« meinen? Oder bezeichnete sie eben nur dieselbe Reproduktion, d. h., die Wiederholung der impliziten Formen
kapitalistischer Produktion, dies allerdings nicht allein im Sinne einer nackten Wiederholung, welche die Invarianz hervorhebt, sondern auch in jenem einer komplexen
Wiederholung, mit deren Begriff das Kapital als differenzielle Gesamtheit zu konstruieren ist. In diesem Kontext wird zu diskutieren sein, ob sich der Term ökonomische
Basis als »Determination-in-der-letzten-Instanz« mit dem Begriff der Quasi-Transzendentalität des Kapitals und schließlich der Kontingenz des gegenwärtigen spekulativen
Kapitals verträgt.
En passant führt Szepanski im ersten Band der Schrift »Kapitalisierung« in einige der wesentlichen Begriffe der »Non-Philosophie« von Deleuze/Guattari und François
Laruelle ein. Im Zuge der Konstruktion eines Non-Marxismus versucht Szepanski im Durchgang durch die Marx'schen Texte eine Beschreibung des Phänomens der
Kapitalisierung vorzunehmen. Dies bedeutet, spezifische Marx'sche Problematiken, die mit Begriffen wie Wert, Geld, Mehrwert, Kapital etc. konnotiert sind, als
begriffliches Material zu verdichten, um sie im Kontext diverser marxistischer Theorieansätze auf ihre immanenten und transzendenten Momente hin zu untersuchen.
Herangezogen werden u. a. die um das ökonomische Mathem und die Aktualisierung des Differenzianten Wert kreisende semio-ökonomische Analyse von Harald Strauß,
die von Derrida inspirierte Lesart eines Marx der unabschließbaren Texte bei Hans-Joachim Lenger oder die fragmentarischen Passagen eines Hans-Dieter Bahr zum
maschinellen Mehrwert.

Achim Szepanski hat in Frankfurt/Main Wirtschaftswissenschaften und Soziologie studiert. Ab 1991 gründete und leitete er international erfolgreiche Labels der
elektronischen Musik wie Force Inc., Mille Plateaux und Ritornell.

Im Spätsommer 2014 wird Kapitalisierung Bd. 2 – Non-Ökonomie des gegenwärtigen Kapitalismus im LAIKA-Verlag erscheinen.



h, 23. April 2014, 21:00 Uhr,

Benjamin, Marx und das Messianische: Psychotheologische Spekulationen im „Kapitalismus als
Religion“

Vortrag und Diskussion mit Sami Khatib

Kapitalismus als Religion“ lautet der Titel eines viel beachteten Fragments von Walter Benjamin.
Wenn diese Diagnose der Moderne heute noch Gültigkeit beanspruchen kann, bleibt die Frage, inwiefern
wir unter kapitalistisch-religiösen Bedingungen mit und über Benjamin hinaus von einer Aktualität des
„Messianischen“ sprechen können. Bereits in den 1990er Jahren entkleidete Jacques Derrida den Ausdruck
des Messianischen seiner religiösen Hülle. In seiner Antwort auf die triumphalistischen Hymnen auf
eine zu sich selbst gekommene kapitalistische Weltgeschichte, wie sie nach dem Zusammenbruch des
‚real existierenden Sozialismus’ angestimmt wurden, zieht Derrida eine Linie von Marx’ unexorzierbaren
Gespenstern zu einem „atheologischen Erbe“ des messianischen Versprechens. Solange diese Gespenster
nicht aufhören, die unvollendete Ontologie des Kapitalismus heimzusuchen, verstummt auch das messianische
Versprechen nicht. Im Rückgriff auf Marx, Nietzsche und Freud geht Sami Khatib in seinem Buch „‚Teleologie
ohne Endzweck’. Walter Benjamins Ent-stellung des Messianischen“ (Tectum 2013) den Spuren dieser
Heimsuchung nach. Wenn das messianische Versprechen heute nicht mehr der Welt des Religiösen angehört,
zielt es auf den Abbruch des kapitalistischen „Kultus der Ware“. Doch was meint hier Abbruch? – Aussetzung, Fortsetzung oder Entsetzung des „Kapitalismus als Religion“?



b_books presents:
videoabend mit mano idios krach
am montag 10. märz um 21 uhr

mano idios krach studiert medienkunst an der HGB leipzig. in seinen arbeiten reflektiert er auf der visuellen und räumlichen ebene wirklichkeiten und erfahrungen rund um das
subjekt. in der vergangenheit befasste er sich mit themen wie blick und körper, mit der reflektion von wahrnehmung und ihren wirkungen auf das subjekt, zum beispiel in form
von interviews, welche im nachhinein auf der körperlichen, räumlichen ebene verbildlicht werden. so entsteht das material für seine raummultivideoinstalltionen.

mano arbeitet stark prozessorientiert, seine arbeit mit der kamera ist immer auch ein prozess der begegnung. die aktuell vorliegende arbeit ist eine performative "48 stunden
begegenung" zwischen ihm und mel, beide kannten sich bis dahin nur kurz und öberflächlich.

das setting bestand aus:
- 48 stunden in abgeschiedenheit,
- kamera, die (meist) dabei bzw. an war,
- ein paar rote wärmelampen,
- einen LED strahler,
- einen 15qm großen raum.

die idee war, sich inhaltlich und performativ zwischen seltsamkeiten zu bewegen: von den eigenen körpern und deren gewichten, projektionen und selbstbilder,
befremdungen und annäherungen. was beide mitbrachten, war eine neugier aufeinander, lust auf (performance)- trance, lust dem fluss von zeit und seinem potential
raum zu geben und die bereitschaft auszuprobieren. das credo hiess: nichts muss, alles kann.

die potentiale und grenzen dieser teilweise wirren, kitschigen oder intimen, aufpoppenden oder schleichenden entwicklungen auf insgesamt 26 stunden filmmaterial
werden in auschnitten vorgestellt, um den raum, atmosphäre, innen- und aussenperspektive und den arbeitsprozess mit dem publikum zu reflektieren.


anbei ein paar stills aus den aufnahmen, sowie ein kurzes pdf mit einem einblick in ein vorheriges projekt zum thema blicke.
http://idios-art.info/pdf/portfolio_ManoKrach_2013_klein.pdf


b_books presents
Montag, 17. Februar 2014, 21 Uhr, Lübbener Str. 14
Ontologie und politische Theorie bei Spinoza. Vortrag und Diskussion mit Martin Saar 

Die Gefahr der Herrschaft und das Versprechen der Befreiung stammen aus einer Quelle, einer einzigen Substanz, die von den menschlichen Möglichkeiten zu sein 
ausgedrückt werden. Das Gegenmittel gegen eine Macht kann deshalb nur eine andere Macht sein. Die Hoffnungen wie die Befürchtungen, die in einer solchen politischen
Theorie nach Spinoza zur Sprache kommen, beziehen sich auf die immanente Kausalität aller Relationen des Seins. Martin Saar führt in sein neues Buch, Die Immanenz
der Macht. Politische Theorie nach Spinoza
 
(Suhrkamp 2013), ein und diskutiert mit uns die Bedeutung, die Spinozas Metaphysik für ein radikales politisches Denken
der Gegenwart hat.

Wer vorher etwas lesen möchte, die Diskussion wird sich auf das vierte Kapitel, den letzten Abschnitt des siebten Kapitels und die Schlussbemerkung konzentrieren.

 


Einladung zur Buch-Vorstellung:

»When we were gender...« - Geschlechter erinnern und vergessen

Analysen von Geschlecht und Gedächtnis in den
Gender Studies, Queer-Theorien und feministischen Politiken
Hg.: Jacob Guggenheimer, Utta Isop, Doris Leibetseder, Kirstin Mertlitsch

am  Montag, 3. Februar 2014, um 20 Uhr

Seit ihren Neu-Anfängen in der zweiten Frauenbewegung setzen sich die Gender-Diskurse mit Fragen der Zeitlichkeit auseinander.
Doch haben sich, wie die 19 Beiträge des Bandes zeigen, die Perspektiven inzwischen verschoben und vervielfältigt. Nach wie vor wird
das Verhältnis der Begriffe ›Geschlecht‹ und ›Gedächtnis‹ vor dem moralischen Hintergrund der Frage diskutiert, wie sich jener Menschen
erinnert werden kann, die in einer hegemonialen Geschichtsschreibung unerwähnt bleiben. Hinzugekommen sind zudem Forschungen zu den
vergeschlechtlichten Kodierungen, Metaphern und Allegorien des Gedächtnisses, als auch das Fragen danach, welche Bedeutung der
Materialität von Körpern zukommt: wie greifen Prozesse der performativen Wiederholung und Vergegenwärtigungen in Körper ein und
wie gestalten diese Prozesse Empfindungen mit? Und schließlich werden in diesem Sammelband die Verstrickungen von Geschlecht,
Erinnerung und Geschichte für die machtbesetzten Themenfelder ›Identität‹ und ›Subjektwerdung‹ untersucht – besonders weil sich
Geschichtsschreibung in erster Linie noch immer als Konstruktion von Genealogien begreifen lässt und biografische Erzählungen Formen
von Selbst-Technologien bilden.

An der Buchpräsentation und anschließenden Diskussion beteiligen sich von den Autor*innen des Bandes:

Jacob Guggenheimer
Lisa Malich
Gintare Malinauskaite
Kirstin Mertlitsch
Gurdrun Perko
Christina Thürmer-Rohr

Moderation: Leah Czollek

Link zum Verlag: http://www.transcript-verlag.de/ts2397/ts2397.php




b_books montagsPraxis, 27. Januar 2014, 20 Uhr

2 x BOOK RELEASE
'Gemeinschaft jenseits von Identität', Juliane Spitta 
+
'Das Gesetz der Überschreitung', Sven Rücker

Kurzbeiträge und Diskussion mit den Autor/innen.

Durch den Abend führt die, für beide Bücher tragende, Fragestellung nach einer Konstitution des Politischen durch Abgrenzung von bzw. den
Verweis auf das Vorpolitische. Warum scheinen Natur- bzw. Ausnahmezustand in der politischen Theorie immer wieder konstitutiv für das Politsche zu sein?
Wo verortet sich die Grenze des Politschen? Und inwiefern ist die vermeintliche Stabilität dieser Grenze Resultat eben jener politschen Aushandlung?


Gemeinschaft jenseits von Identität? Über die paradoxe Renaissance einer politischen Idee.

Autorin: Juliane Spitta, transcript Verlag

»Gemeinschaft« ist ›in‹: Inmitten einer allgegenwärtigen Krise kollektiver Subjektivierungen ist eine paradoxe Renaissance von Anrufungen des Begriffs der
»Gemeinschaft« zu verzeichnen. Juliane Spitta nähert sich dem Begriff der politischen Gemeinschaft aus theoretischer und kulturhistorischer Warte. Im Kontext
aktueller Debatten thematisiert sie die ambivalente Wirkungsmacht der Gemeinschaft im politischen Imaginären, analysiert Geschichte und biopolitische Bedeutung –
von Hobbes über die Romantik bis zur Gegenwart – und diskutiert Perspektiven einer Philosophie der Gemeinschaft jenseits von sehnsüchtig-romantischem
Identitätsdenken und völkischer Erbauung.

+
Das Gesetz der Überschreitung. Eine philosophische Geschichte der Grenzen.  Autor: Sven Rücker; W.Fink Verlag

Grenzen ermöglichen entweder einen Abschluss oder einen Übergang. Von dieser Entscheidung aus untersucht der Autor die historische Entwicklung von
Grenzsetzungen und ihr Verhältnis zur Überschreitung. Einerseits wird uns suggeriert, dass wir in einer entgrenzten, globalisierten Welt leben. Andererseits
sind Grenzen für uns essentiell. Durch sie wird etwas erst identifizierbar, zugleich schaffen sie Schutzräume. Wer die von uns gesetzten Grenzen verletzt,
verletzt uns selbst. Die Vorstellung von Überschreitungen ist omnipräsent: Wir müssen uns selbst beständig überschreiten, unser Wissen erweitern, uns neuen
Umständen anpassen. Und doch ist die Vorstellung verbreitet, dass alles schon einmal dagewesen, erschlossen ist, es also letztlich keine Überschreitung im
emphatischen Sinne mehr gibt. Das Buch erklärt diese scheinbar widersprüchliche Situation und beschreibt Auswege aus den dadurch entstehenden Aporien.

*

1) montagsPRAXIS am DONNERSTAG 5.12.2013 21 Uhr
lecure/bookpresentation/discussion
Elisa Santucci-Nitis, Windrose A play and comment on "The Windrose des Erfolgs" by Walter Benjamin New York, Dresden: Atropos Press, 2013 A bunch of adventurous people will eventually read and enliven some of the pages, leaves and petals of this book, the fruit, or flower, of a few years of immoderate work. Maya Nitis, Monika Stemmer, Valentin Hoffmann, Irene Pentimalli... with the presence – sozusagen – of the author. Rigorously auf Englisch. Deutsche/Englische/mehrsprachige Diskussion vielleicht…? Up to you. * How deep an insight can we get into Walter Benjamin and his work starting with a relatively marginal fragment and without conferring on it any exemplary value? How far can we extend over his language without betraying its fragmentary passages with a late work of intellectual restoration? If, having hardly been afraid of incoherence, Benjamin could allegedly hold to the most concrete, we also might aim at depth and extension without applying external, explicative criteria.Windrose is both a commentary and a play – walking a hybrid genre – opening doors, without (hopefully) shutting any. It pursues seven ways of approaching a drawing/diagram Benjamin sketched in May 1932, titled The Wind Rose of Success (Die Windrose des Erfolges), thereby deepening into the world of the German Jewish philosopher. Each of these seven perspectives is as important for an orientation of the Wind Rose as of Benjamin’s oeuvre in its complexity. They are namely: Character, Name, Orientation (instead of space), Technique, Tempo (instead of time), Translation and Tradition.As much as reflections on these themes, each chapter respectively attempts to present the immediate experience of each of them in the architecture of the entire text. So that if the first chapter, posing the question of character, also literally introduces a character, the second chapter, raising the question of the name, also provides some names, and so on. This doubling on a meta-level develops narrative and reflection (thereby also prose and interruption) throughout the entire work.While providing a commentary and a play on the diagram, Windrose attempts to develop a historical reading (or tempo-ral narrative), thanks to the notion of comic justice Benjamin elaborates precisely in the Windrose des Erfolges.

b_books presents Sonntag 10.11.13  19 Uhr (!!)
bookrelease
mit Kurzbeiträgen einiger Autor/innen & Diskussion

Disability Trouble.

Ästhetik und Bildpolitik bei Helen Keller hg. von Ulrike Bergerman

Die meistfotografierte Behinderte des 20. Jahrhunderts war die taubblinde us-amerikanische Sozialistin Helen Keller (1880-1968).
Sie hat sich mit ihrer Lehrerin Anne Sullivan zunächst Eingang in die Ordnungen des Sicht- und Tastbaren erkämpft, um diese dann zu feiern -
und zu kritisieren. Berühmt ist die emblematische Szene, in der das taubblinde Mädchen wie durch einen Lichtstrahl erhellt plötzlich das Wesen
der Sprache am Brunnen versteht und die Welt mit dem Fingeralphabet erkundet. Dass es studiert, Autorin wird und als Rednerin ihren
Lebensunterhalt verdienen wird, dass sie darin ebenso zur "Botschafterin der USA" wird wie ihre Geldgeber durch ihre sozialistische Wende
brüskiert, steht den Vorstellungen von Weiblichkeit wie von Behinderung entgegen. Denn sinnliche Zugänge zur Welt, die Sinne der Welt, das
Wissen von den Sinnen - die ganze Vorgängigkeit der körperlichen Eigenschaften scheint die Zugänge zur Welt zu regeln. Was ich sehen oder
fühlen kann, ist nun gleichermaßen geregelt von den gesellschaftlichen Wahrnehmungsbedingungen, Zugang und Teilhabe, wie von den Ideen,
die über die Vorgängigkeit meines Körpers, seine Natürlichkeit und Befähigung zirkulieren. Solche hegemonialen Diskurse strukturieren unsere
Wahrnehmung, die Wahrnehmbarkeit von Dingen, die Restriktionen der sinnlichen Eindrücke, sogar unsere Affekte. Rancière sprach von den
"Aufteilungen des Sinnlichen", die festlegen, was wir wahrnehmen, tun und sagen können und wofür wir blind oder taub sind - sie konstituieren
Gemeinschaften.

Die Beiträge des Bandes stellen diese Fragen entlang der enormen Bildproduktion, die sich in unzähligen Pressefotos, aber auch in Filmen,
Comics, satirischer und künstlerischer Umsetzung durch das 20. Jahrhundert zieht. Was sieht man auf den Bildern (wird Haptik visualisiert
oder vermieden), wie lesbar sind Weiblichkeit oder Asexualität, Emanzipation oder Eugenik, Neuregelungen von Ein- und Ausschlüssen?
Wo Bilder des politischen Aktivismus fehlen, werden andere Politiken sichtbar.

Mit Beiträgen von: Stefanie Diekmann, Katharina Sykora, Lisa Gotto, Mara Mills, Karin Harrasser, Petra Lange-Berndt, Thomas Etzemüller,
Kim E. Nielsen, Kathrin Peters, Larissa Bellina, Heike Klippel/Florian Krautkrämer, Ole Frahm, Susanne Leeb, Christine Hanke, Henriette
Gunkel, Ulrike Bergermann

Reihe PoLYpeN 323 Seiten, zahlreiche s/w-Abbildungen, ISBN 978-3-942214-09-4, Preis: 27 €


b_books presents

07.10.13 - 21h
A double feature:

Frakcija art magazine (Zagreb): The Immunity of Art
The actual magazine will be presented by the editor of the issue Tea Tupajic and the contributor Joanna Warsza.

&

N-1 publishing house (Sao Paulo/Helsinki):
The Kafkamachine Project; What is “n”? What is “one”? What is “minus one”; what speaks through us ... etc.

Talk & Discussion with Peter Pál Pelbart and Akseli Virtanen


The newest issue of Croatian performing arts magazine Frakcija "The Immunity of Art"
Edited by: Tea Tupajić    With contributions by Agency (Be), Jakob Braeuer (Ger), Patrick Bernier (Fr) and Olive Martin (Fr), Judith Ickowicz (Fr),
Omer Krieger (Il), Aldo Milohnic (Slo), Juli
Reinartz (Ger), Jonas Staal (Nl), Vincent Van Gerven Oei (Nl), Tea Tupajić (Cro), Joanna Warsza (Pl)
http://www.cdu.hr/frakcija/

After the murder of the film director Juliano Mer-Khamis and the arrests of Ai Weiwei or the members of Voina group, and after the spectacular arrest
and sentence of Pussy Riot, it seems illusionary to even speak about the immunity of art. Breton’s surrealist gesture of taking a revolver and firing
blindly into the crowd would be treated as a crime in any society, regardless of the artistic context in which it has taken place.
It is therefore impossible to do just anything, proclaim it a work of art, and get away with it. Instead, the question that arises here is: What can be done
only because it is a work of art? How can the fictional sphere in which art operates function as an area of refuge?
The basic currency of the post-disciplinary society is freedom, and art is its embodied ideal. If this is the reason that art is often criticized as an
autonomous sphere where critical operations have been displaced and thus paralyzed, and if everything that is ever done in art is bound to remain
merely art, isn’t that its main weapon rather than its weakness?
This issue of Frakcija raises these questions by taking as its starting point the immunity of art in the legal sense of the word, and by exploring the
blind spots that art can create in its encounter with law as the primary regulatory apparatus in Western society.
Art occupies a unique position in relation to law. Law needs definitions in order to operate as a system. What cannot be unambiguously defined
either does not exist or presents a threat in its unpredictability. Of all spheres of human activity, art is the one that presents most difficulties for law,
which is precisely because its borderlines cannot be accurately defined and are constantly shifting. Exactly therein lies the subversive potential of art.
Besides this strictly legal sense, this issue of Frakcija has embarked on a search for the modern Trojan horse, exploring the use of art and the artistic in
various forms of political activity.
Instead of thinking strategies in art, the issue proposes thinking of art as a strategy.


Presentation of the publishing house: N-1
Guided by the notion of n-1, in which “one” (leader, value, idea, principle, community, goal) belongs only as subtracted, new forms of cooperation and
creation can be invented. Inspired in a vast range of authors as Deleuze, Guattari, Foucault, Deligny, as well as by artistic or schizo-scenic contexts, this
procedure denounce what has definitely expired in our biopolitical context (some values, styles, problems) but also offer us glimpses of the new desires
and needs. Extreme figures of exhaustion, disaster, catastrophe and even chaosmosis cut through, at different angles, points of breakdown where,
paradoxically, counter-movements of the present appear. The issue is not "who" speaks, or from "where" does one speak, not even "what" is it that one
is speaking about, but, as Guattari suggested, "what speaks through us…"

Discussion with Peter Pál Pelbart and Akseli Virtanen

1. Short description of the Kafkamachine project, the first n-1 book.
What is “n”? What is “one”? What is “minus one” in Deleuze-Guattari conception?
2- n-1 publications: expressive support for a-signifying ruptures, for acts of creation, for becoming
3- Concepts to be talked about:
-exhaustion of possible; de-subjectivation; relationship between everything is possible/nothing is
possible; disaster/copoiesis;
-how does crisis and exhaustion relate to becoming and creation
-how do you find a way out, when there is no way out
- biopolitics, chaosmosis
4- Projection of a short film with Laymert Garcia dos Santos, who made the Opera Amazonia, with
Yanomami and German Technology institute.
We would love to invite you for an open discussion to tie together some threads regarding these fields of
investigation and practice
____________
Akseli Virtanen is a theorist of new political economy. He is a member of Robin Hood Asset Management Cooperative and the coordinator of Future Art Base
in Helsinki. He is currently working on
different experiments on coming forms of politics and organization, among them Robin Hood contrainvestment bank of the precariat, and Kafkamachine film project
studying the coming cooperations based on a project plan by Félix Guattari. He is the editor (together with Peter Pál Pelbart) of the “Future Art Base” series by n-1
publications. His recent books include the Molecular Organization of Félix Guattari (forhcoming), Economy and Social Theory Vol 1-3(2011-2013), Introduction to
Bracha Ettinger's Copoiesis (2009), The Place of Mutation. Vagus, Nomos, Multitudo (2007), Arbitrary Power. A Critique of Biopolitical Economy (2006), Dictionary
of New Work: A Map to Precarious Life (2006).

Peter Pál Pelbart is a philosopher and an essayist. Born in Hungary, he studied in France and lives in Brazil. He is a professor at PUC University in São Paulo. He
translated works of Deleuze into Portuguese. He wrote some books mainly about madness, time, subjectivity and biopolitics. He published recently Cartography
of Exhaustion: Nihilism Inside Out, by n-1 publications, in wich he is editor (together with Akseli Virtanen). He is part of the Ueinzz Theater Company, a schizoscenic
project, and they are collaborating now with the Franco-Argentinian artist Alejandra Riera.
Laymert Garcia dos Santos, born in Brazil, is an essayist and university lecturer in the field of the sociology of technology at the University of Campinas, São Paulo.
He has published on the topics of art,
culture, and technology and has written a number of books, among which are Tempo de Ensaio (Essay Time) and Politizar as novas tecnologias (Politicising
New Technologies). With Peter Ruzicka and Peter Weibel he was in charge of the artistic production and conception of the Multimedia Opera Project entitled
Amazonas – Musiktheater in Drei Teilen for the Munich Biennale of Opera 2010.


b_books presents

Book Launch Border as Method, or, the Multiplication of Labor von Sandro Mezzadra und Brett Neilson || Mittwoch, 4. September, 21 Uhr,
Buchvorstellung und Diskussion mit Sandro Mezzadra

Anstatt eine grenzenlose Welt zu schaffen, wurden die Grenzziehungen unter den Bedingungen der gegenwärtigen Globalisierung
allerorten vermehrt. In ihrem gerade erschienenen Buch Border as Method kartieren Sandro Mezzadra und Brett Neilson diesen
Vervielfachungsprozess und untersuchen seine Auswirkungen auf migrantische Bewegungen sowie die damit verbundenen Veränderungen
des Kapitalismus und des politischen Lebens. Die beiden Autoren beschäftigen sich mit der atmosphärischen Gewalt, die die
Grenzlandschaften und die Kämpfe um Grenzen prägen. Ihre theoretische Argumentation untermauern sie mit Fallstudien aus Europa,
Asien, der pazifischen Region, den beiden Amerikas und anderen Orten. Mezzadra und Neilson wenden sich dabei Grenzen nicht nur
als Forschungsgegenstand, sondern auch als erkenntnistheoretischem Rahmen zu. Ihre Verwendung der Grenze als Methode erlaubt
es ihnen, neue Perspektiven auf die Krise und die Transformationen des Nationalstaates zu entwickeln und politische Konzepte wie
 die der Bürgerschaft und der Souveränität in entscheidender Weise neu zu prägen.

Far from creating a borderless world, contemporary globalization has generated a proliferation of borders.
In Border as Method, Sandro Mezzadra and Brett Neilson chart this proliferation, investigating its implications for
migratory movements, capitalist transformations, and political life. They explore the atmospheric violence that
surrounds borderlands and border struggles across various geographical scales, illustrating their theoretical arguments
with illuminating case studies drawn from Europe, Asia, the Pacific, the Americas, and elsewhere. Mezzadra and Neilson
approach the border not only as a research object but also as an epistemic framework. Their use of the border as method
enables new perspectives on the crisis and transformations of the nation-state, as well as powerful reassessments of
political concepts such as citizenship and sovereignty. 

Die Veranstaltung findet auf Englisch mit deutscher Übersetzung statt. The event will be held in English w German translation.

Eine Veranstaltung des Bildungswerks Berlin der Heinrich Böll-Stiftung, in Kooperation mit der Sommerschule “Teaching the Crisis”
am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität und b_books. Finanziert durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.


b_books presents

Stadtforschung dezentrieren /// Eine Veranstaltungsreihe von metroZones

metroZones_saloon#9
21.August 2013, 20.30

Caracas, sozialisierende Stadt

Buchpräsentation & Diskussion

Seit Ende der 1990er Jahre unterliegt Venezuelas Hauptstadt Caracas einem fundamentalen  Trans­formationsprozess. Im Zuge der „bolivarianischen Revolution“
versuchen lokale und  staatl­iche Organe gemeinsam mit der Bevölkerung eine neue urbane Politik umzusetzen. Einst margina­lisier­te Bewohner_innen organisieren
sich in Stadtteilräten, Nachbarschaftsversammlung­en oder Medien­kollektiven und entwickeln sich so zum Akteur politischer, sozialer wie auch kultureller Veränderung.
Dies lässt sich nicht allein als „Stadtplanung von unten“ beschreiben, denn die offizielle Vision einer „Sozialistischen Stadt des 21. Jahrhunderts“ durchzieht wie ein
Masterplan die Projekte und Debatten der sozialen Basis. Dennoch ist die Selbstorganisation ein zentrales Moment der Produk­tion einer sozialisierenden Stadt.

Aus der Perspektive der kritischen Stadtforschung wirft der Sammelband einen Blick auf die Dynamik, die Räume und die Akteure der Metropole Caracas. Die beobachteten
Veränderungen verweisen über Lateinamerika hinaus auf soziale und politische Fragen zukünftiger Stadtentwicklung, die sich unter Umständen auch in Bezug auf Berlin und
Hamburg stellen lassen.

 Mit den Herausgeberinnen Dario Azzellini, Stephan Lanz und Kathrin Wildner (mZ, HafenCity Universität, Hamburg) diskutieren Christoph Twickel (Hamburg) und
weitere Gäste.

 

Stadtforschung dezentrieren /// Eine Veranstaltungsreihe
von metroZones

metroZones interessiert sich für urbane Erfahrungen jenseits der etablierten Perspektiven.  Mit der Reihe Stadtforschung dezentrieren werden (Mega)Städte und
Forschungen aus dem globalen Süden fokussiert, ohne dabei in die klassischen Stereotype, Moloch- oder Vitalitätsdiskurse zu verfallen. Dabei geht nicht um
Regionalisierung der urbanen Welten, sondern im Gegenteil – im Sinne einer tendenziell post- und dekolonialen Perspektive – um Querbezüge und übergreifende
stadtkritische Reflexionen. Die Veranstaltungen bringen Stadtforschende, Künstlerinnen und Aktiviste, ins Gespräch und richten sich an ein breites,
stadtinteressiertes Publikum.

Nächste mZ saloons in der Reihe sind:

mZ saloon#10 Festivalisierung der Städte (im Oktober 2013)

Die Stadtforscher Oliver Pohlisch und Stephan Lanz diskutieren ihre aktuellen Studien in den Olympia-Städten London und Rio de Janeiro. Im Zentrum steht die
Frage, wie die Großveranstaltungen immer mehr zu zentralen Elementen der Stadtentwicklung werden und welche Folgen das für die Stadtbewohner_innen hat.

Geplant sind darüberhinaus weitere Veranstaltungen, als öffentliche Podiumsdiskussion oder erweiterte Arbeitsgespräche, zu Themen wie 'Stadtforschen im
globalen Süden' und 'urbane Erinnerungsorte in der städtischen Gegenwart'.

www.metroZones.info

montagsPRAXIS, 8. Juli 2013, 21.00
Kontaktzonen der Geschichtsvermittlung.
Transnationales Lernen über den Holocaust in der postnazistischen Migrationsgesellschaft

Buchvorstellung und Diskussion mit Nora Sternfeld (Kunstvermittlerin und Kuratorin, Helsinki / Wien) und Sophie Goltz (Kuratorin und Kunstvermittlerin,
Berlin / Hamburg)

Berlin gedenkt derzeit seiner "zerstörten Vielfalt" in einem gleichnamigen kulturellen Großprojekt. In dem breit und dezentral angelegten Themenjahr wird
Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt, ohne dabei jemals eine über den deutschen Rahmen hinausgehende Reflexion zu ermöglichen.  So bleibt
die Geschichte der Vielfalt Berlins und ihrer Zerstörung durch die Nazis bei aller Multiperspektivität doch eine nationale und deutsche Geschichte. Wie könnte
demgegenüber eine transnationale Geschichtsvermittlungspraxis der nazistischen Massenverbrechen und des Zweiten Weltkriegs in der Migrationsgesellschaft 
aussehen? Und wie können nationale Traditionen der Geschichtsschreibung dabei aufgebrochen, ergänzt und hinterfragt werden?

In ihrem Buch entwickelt Nora Sternfeld ein Instrumentarium für eine Geschichtsvermittlung, das von diesen Fragen ausgeht. Zentral sind Perspektiven für
Theorie und Praxis, die die Tatsachen des Postnazismus und der Migrationsgesellschaft und deren Implikationen für Erinnerungskulturen in einer geteilten
Gegenwart ernst nehmen. Anhand einer Aktualisierung des Konzepts der "Contact Zone" (Mary Louise Pratt, James Clifford) plädiert sie für eine dissensuelle 
Geschichtsvermittlung und argumentiert für einen Perspektiv- und Paradigmenwechsel sowohl für die schulische und außerschulische Vermittlungspraxis als auch
für den erinnerungskulturellen Diskurs.

b_books presents

Montag, 3.6., 21 Uhr, Lübbener Str. 14, Berlin | Buchvorstellung

Manuela Bojadzijev und Frieder Otto Wolf sprechen über die Bedeutung von Balibars Buch Marx’ Philosophie, mit dessen Übersetzung wir eine neue
Reihe über Materialismus und Politik eröffnen.

Als das Buch 1993 in Frankreich veröffentlicht wurde, schloss es eine ganze Serie von Artikeln ab, in denen sich Balibar über einen Zeitraum von ungefähr zehn Jahren
entlang der Begriffe des Ideologischen, der Klasse, der Zeit und der Produktionsweise mit den internen Aporien von Marx’ Denken beschäftigt hatte. Aus diesem Grund
kann man sagen, dass Marx’ Philosophie ein außergewöhnlich radikales Protokoll symptomatologischen Lesens darstellt, in dem Balibar einer Frage nachgeht, mit der sich
Marx nie ausführlich auseinander gesetzt hat – welchen Status besitzt seine Intervention in die Philosophie. Am Leitfaden dieser Frage verfolgt Balibar Marx’ Denken bis
in die Momente hinein, in denen es schweigt oder von Idealisierungen blockiert bleibt.

Er beginnt mit Marx’ Forderung, eine Nicht- oder Anti-Philosophie zu betreiben, die einen der spekulativsten philosophischen Akte beinhaltet, nämlich im Feld der Philos
ophie selbst die Grenze zwischen Theorie und Praxis bestimmen zu wollen. Von dort aus wendet sich Balibar der Verknüpfung materialistischer und idealistischer Themen
in den Begriffen Subjekt, Praxis und Produktion zu. An der Fetischismusthematik zeigt er, wie Marx mit den Begriffen der Realabstraktion und der Wertform die Kategorie
des Imaginären in die Bewegungen des Realen verlegt, während es ihm auf der anderen Seite nicht gelingt, komplexe Begriffe zu entwickeln, die die Bindung der Menschen
an die Ideologie erklären können. Gleichzeitig sucht Balibar nach den Elementen in Marx’ Denken, mit denen er die Geschichtsphilosophie von innen aufgesprengt hat,
indem er antievolutionistische Vorstellungen pluraler Zeitlichkeit entwickelte. Zum Schluss des Buches verfolgt Balibar die drei Pfade, auf denen sich Marx’ Denken
gebildet und in zum Teil unvereinbare Perspektiven zerteilt hat: Subjektivität als antagonistisches gesellschaftliches Verhältnis verstehen, Ideologie in Form von
Entfremdung und Realabstraktion begreifen, Geschichte in der immanenten Kausalität einer von ihren Widersprüchen vorangetriebenen ökonomischen Relationalität
analysieren.

Das Buch rekonstruiert die Zukunft des Marxismus, die sich in seinen ungelösten Problematiken abspielen wird.

Étienne Balibar, Marx’ Philosophie
Mit einem Nachwort des Autors zur deutschsprachigen Ausgabe. Eingeführt und übersetzt von Frieder Otto Wolf.
b_books Berlin 2013
Materialismus + Politik, Bd. 1 ISBN 978-3-942214-03-2   240 Seiten, 14,80 €

Veröffentlicht mit der Unterstützung des Ministère français de la Culture - Centre national du livre, Paris, der Rosa Luxemburg Stiftung,
Berlin, und des Berliner Vereins zur Förderung der MEGA-Edition. 

 



montagsPRAXIS
   06.05.2013 @bbooks  21 Uhr
zum erscheinen von helio oiticica and neville d'almeida: block-Experiments in cosmococa - program in progress (afterall)
mit sabeth buchmann + max hinderer

Hélio Oiticica und Neville D'Almeidas partizipative Slide-Show Installationen Block-Experiments in Cosmococa - program in progress (1973)
gelten heute zweifellos als Brasiliens berühmtester Beitrag zur Überschneidung von Avantgardekunst und experimentellem Kino im
20. Jahrhundert.
Alle Cosmococas bestehen aus projizierten Dia-Serien, die Zeichnungen mit Kokainpulver auf Büchern und Plattencover
und anderen Oberflächen zeigen, einem Soundtrack, spezifischen Environments mit Hängematten, Sitzen und Matzratzen, oder auch einem
Swimmingpool, sowie „Anleitungen für Performances“, die von Betrachtern ausgeführt werden: die Installation erkunden, in Kontakt mit
anderen treten, berühren und berührt werden, oder einfach abhängen. Cosmococa beschreibt aber auch den Kosmos in dem sich Oiticica
von internationalen Künstlern, Intellektuellen, Kleinkriminellen und Queers. Oiticica, Enkel eines bedeutenden anarchistischen Anführers,
war ein gefeierter Künstler der brasilianischen Avantgarden der 1950/1960er Jahre und Schlüsselfigur der Tropicália-Bewegung. D'Almeida
auf der anderen Seite war der notorische Bad Boy des brasilianischen Underground Films der 60-70er, dessen Filme wegen Darstellungen
von gegenkulturellen Ikonen, Drogenkonsum und expliziten Sexszenen von den Militärs zensiert und teilweise vernichtet wurden.


Die Autorinnen Sabeth Buchmann und Max Hinderer präsentieren seltenes Super8 Material von der Enstehung der Cosmococas und zeichnen
die zentralen Fragestellungen und Themenkomplexe nach, die ihrer Arbeit zugrunde liegen. Ihr gemeinsamen Buch Hélio Oiticica and Neville
D'Almeida: Block-Experiments in Cosmococa - program in progress
erschien soeben in der One Work Reihe von Afterall Books (London) und
MIT Press (Cambridge, MA). Die Präsentation findet in deutscher Sprache statt.

 

freitagsPRAXIS at b_books
A READING BY CHRIS KRAUS AND MARK VON SCHLEGELL

Friday 29 March 2013, 9.00pm 

Writer and critic Chris Kraus will be reading from her most recent publication Summer of Hate, 
published by Semiotext(e) in 2012. Kraus is the author of several novels including 
I Love Dick 
and
 Aliens & Anorexia as well as the books Video Green: Los Angeles Art and the Triumph of
Nothingness 
and Where Art Belongs

Mark von Schlegell will present his forthcoming novel Sundogz, a prequel to his novels 
Venusia and 
Mercury Station, both published by Semiotext(e). His most recent publication is 
Dreaming the Mainstream
 (Merve, 2013). In addition to science fiction, Mark von Schlegell
also writes criticism, in such magazines as Parkett, Frieze, and Artforum. 

--
Verlagsankündigung:
Chris Kraus
Torpor
Roman
(A.d. Englischen v.Stephanie Wurster)
ISBN 978-3-942214-06-3

b_books presents 
Freitag, 22.3., 21 h, Film & Diskussion über Arbeitsbedingungen in der Biobranche

Kann bio fair sein? Ausbildung in einem Bio-Gartenbaubetrieb in Brandenburg
labournet.tv, 2013, 20 min 
Aktuell gibt es viele Skandale in der Bio-Branche. Im Mittelpunkt stehen große Biobetriebe und die Frage,
ob Bioprodukte tatsächlich gesünder oder besser für die Unwelt sind. Nie erwähnt werden dagegen die
Arbeitsbedingungen in der Bio-Branche. Gibt es allgemein die Erwartung, dass sie besser sind als in der
traditionellen Landwirtschaft? Ist das überhaupt möglich? 
Um eine Debatte darüber anzuregen, betrachten wir den Fall der Auszubildenden Conchita L.: Sie arbeitet
in einem Gartenbaubetrieb für 1,30 Euro netto die Stunde. Als ihr Chef, ein Bezirkspolitiker der Grünen,
ihr anbietet, sie in Naturalien zu bezahlen, geht sie zur Rechtsberatung der Gewerkschaft FAU, die sie in
ihrem Arbeitskampf unterstützt. - Der Film dokumentiert diesen Arbeitskampf, wirft ein Schlaglicht auf die
Produktionsbedingungen in kleinen Biobetrieben und auf ein spezifisches Wechselverhältnis zwischen
Ideologie und Ausbeutung.
Wir zeigen den Film in Anwesenheit der Auszubildenden, Vertreter_innen der FAU und der Filmemacherinnen.

Can bio be fair? An apprenticeship at an organic farm in Brandenburg
labournet.tv, 2013, 20 mins (German with English subtitles)
There are currently lots of scandals happening in the organic food sector. The focus of attention lies with
large organic farms and the question of whether organic products are actually healthier or better for the environment.
But nobody mentions the working conditions within the organic sector. Is there generally an expectation that it's
better than traditional agriculture? Is that actually possible?  
To stimulate debate on this topic, we consider the case of Conchita, an apprentice with an organic farm who earns 
1,30 euros an hour. When her boss, a local Green politician, offered to pay her in vegetables, she went to get advice
 from the FAU union, who supported her in her subsequent struggle.
This film documents that struggle and throws a spotlight on the production conditions in small organic companies
and a special relationship that exists between ideology and exploitation.
We are showing the film with a panel including the apprentice, representatives of FAU and the film-makers.
22nd of March 2013, 9 pm, b_books, Lübbener Str. 14, 10997 Berlin

Sonntag, 9.12. 20 uhr 

Buchvorstellung und Diskussion

Die Fabrik des verschuldeten Menschen,
Prekarität, Schuld und selber-schuld.

mit Maurizio Lazzarato, bbooks und
Angela Melitopoulos

plakatplakat

Monday, 10th of September 2012
21h in b_books

LIES is a new journal spearheaded by a feminist collective based in
Oakland, Baltimore, Los Angeles and New York City. LIES is a communist
journal against communists. LIES came out of our experience within
struggles. LIES seeks to embody and develop in print the practice of
autonomy that we needed to save ourselves in the midst of movements squared
on patriarchy and fueled by the subordination of everyone but white cis
men. LIES is a platform for certain conversations and critiques that are
impossible or dangerous if cis men are in the room. LIES resists the legacy
of racism and transphobia that has plagued feminist organizing and strives
to document how that legacy is not sufficient reason to reject autonomist
feminist practices today. LIES draws its purpose and support from networks
and circles of feminist, queer, and trans people, our friends and comrades
to whom this journal is devoted.

Join us for a reading and discussion of selections from our first issue!
Copies will be on sale for 7 euro



MO 20.8.12 | 20.30 Uhr

BUCH PRÄSENTATION & DISKUSSION

metroZones (Hg)
FAITH IS THE PLACE

the Urban Cultures of Global Prayers

In der montagspraxis stellen Bärbel Högner (Fotografin, Ethnologin) und Christiane Müller-Lobeck (Journalistin)
erste Lektüreeindrücke vor und diskutieren dies mit den Beteiligten

Kinos, die in Gebetsräume verwandelt werden, in Rio de Janeiro aber auch in Berlin, christlicher Gospel im
Nollywood-Kino, Islamic HipHop in Istanbul, Hindu-Zeremonien als Massenspektakel in Mumbai: Welchen
Einfluss haben Glaubensrituale auf die räumliche Organisation großer, höchst dynamischer Metropolen? Und
wie eignen sich unterschiedliche religiöse Bewegungen die Städte als Bühne an? Welche Bedeutungen erzeugen sie,
wie transformieren sie städtische Kulturen und wie werden sie wiederum vom Städtischen geprägt?

Das Buch Faith is the Place ist im Kontext der Kunstausstellung the Urban Cultures of Global Prayers der NGBK/Berlin
bzw. Camera Austria/Graz entstanden, mit 14 künstlerische Arbeiten aus 11 Ländern zu religiösen Bewegungen im
urbanen Raum. Neben diesen künstlerischen Forschungen versammelt der Band Text- und Bildbeiträge weiterer Autor_innen.

 metroZones (Hg) FAITH IS THE PLACE the Urban Cultures of Global Prayers

b_books/metroZones 11, Berlin, 2011, 300 Seiten, 22 Euro

mit Beiträgen von Gilles Aubry, Jochen Becker, Matilde Cassani, Ayşe Çavdar, Amanda Dias, Katja Eydel,
Lía Dansker, Aryo Danusiri, Helmut Draxler, Frida Hartz, Gerda Heck, Christian Hanussek, Anne Huffschmid,
George Jose, Magdalena Kallenberger & Dorothea Nold, Stephan Lanz, Verónica Mastrosimone, Viktor Okhai,
Sevgi Ortac, Rika Collective, Klaus Ronneberger, Joseph Rustom, Sandra Schäfer, Surabhi Sharma,
Helmut Weber/Sabine Bitter, Jens Wenkel, Kathrin Wildner und Paola Yacoub

 www.globalprayers.info, www.metroZones.info




21.6. Veranstaltung von b_books und Clemens Apprich mit McKenzie Wark.  Er stellt sein aktuelles Buch über die
situationistische internationale vor

The Beach Beneath the Street: The Everyday Life and Glorious Times of the Situationist International

A fresh history of the Situationist International by the author of A Hacker Manifesto.

Over fifty years after the Situationist International appeared, its legacy continues to inspire activists,
artists and theorists around the world. Such a legend has accrued to this movement that the story of
the SI now demands to be told in a contemporary voice capable of putting it into the context of
twenty-first-century struggles.

McKenzie Wark delves into the Situationists' unacknowledged diversity, revealing a world as rich in practice
as it is in theory. Tracing the group's development from the bohemian Paris of the '50s to the explosive days
of May '68, Wark's take on the Situationists is biographically and historically rich, presenting the group as an
ensemble creation, rather than the brainchild and dominion of its most famous member, Guy Debord. Roaming
through Europe and the lives of those who made up the movement—including Constant, Asger Jorn, Michèle
Bernstein, Alex Trocchi and Jacqueline De Jong—Wark uncovers an international movement riven with conflicting
passions.

Accessible to those who have only just discovered the Situationists and filled with new insights, The Beach
Beneath the Street
 rereads the group's history in the light of our contemporary experience of communications,
architecture, and everyday life. The Situationists tried to escape the world of twentieth-century spectacle and
failed in the attempt. Wark argues that they may still help us to escape the twenty-first century, while we still can ...

The book's jacket folds out into a poster, Totality for Beginnersa collaborative graphic essay employing text
selected by McKenzie Wark with composition and drawings by Kevin C. Pyle.

[montagsPraxis]
11 May 2012, 7:30 pm
Alisa Lebow, filmmaker, London & Başak Ertür, PhD Cand. Birkbeck London

Coup de Genre: The Trials and Tribulations of Bülent Ersoy

This essay/presentation takes as its subject the real and fictional trials of Bülent Ersoy - a fantastically outrageous Turkish transgender singer/film star, whose public gender 'transition' coincided and collided with the 1980 military coup d’état in Turkey and its aftermath. There is a confused but fascinating feature film that came out in 1981, starring Ersoy (playing herself as a man and a woman), about her gender 'crisis', which relies on documentary footage to build sympathy for the star's admittedly unusual and exaggerated persona. Interweaving an analysis of The End of Fame with Bülent Ersoy’s real life trials, Lebow and Ertür explore the trans-queer challenges posed by the star’s public persona, not only to genre and narrative, but to the law itself, allowing a unique perspective on the fitful logics and legal hysterics of the Turkish September 12, 1980 coup d’état.

 

Dr. Alisa Lebow is a filmmaker and film scholar originally from
New York, currently residing in London. Lebow is a Senior Lecturer
in Screen Media at Brunel University, teaching documentary theory,
history and production. Previously she taught at universities in Bristol,
Istanbul, and New York. She has written on documentary theory, with an
emphasis on first person film (First Person Jewish, University of Minnesota
Press 2008; The Cinema of Me, editor, Wallflower Press 2012; 'First Person
Political', forthcoming in BFI Companion to Documentary, 2013). She is
co-founder of docIstanbul, the documentary research centre based at
Bogazici University, and the organizer of the XVII Visible Evidence
conference in Istanbul. As a filmmaker her work includes For the Record:
The World Tribunal on Iraq (2007), Treyf (co-directed with Cynthia
Madansky, 1998), and Outlaw (1994). 

 

Başak Ertür is a doctoral candidate in the School of Law at Birkbeck College in London. Her current research focuses on political trials, performance and performativity. She is the editor of Manual for Conspiracy (Sharjah Art Foundation, 2011) and the co-editor of Waiting for the Barbarians: A Tribute to Edward Said (Verso, 2008) with Müge Gürsoy Sökmen. Ertür's published translations into Turkish include Judith Butler’s Gender Trouble and Precarious Life. She is the co-producer and co-director of a documentary entitled For the Record: The World Tribunal on Iraq (2007).

28. Mai mit Dean Spade

Normal Life: Administrative Violence, Critical Trans Politics
and the Limits of the Law   http://www.southendpress.org/2010/items/87965

Kritik der Rechtsgewalt Buchvorstellung und Diskussion mit Daniel Loick und Christoph Menke b_books,
Mittwoch, 21.3.2012 um 21.00 h

Christoph Menke versteht das Verhältnis von Recht und Gewalt als ein paradoxes: Beide schließen sich aus,
bedingen einander aber doch. Es gibt kein Recht, das sein Ziel der Gewaltüberwindung nicht auf Gewaltanwendung
stützt. Sein Essay zielt auf den Nachweis, dass die Gewalt des Rechts in der politischen Prozedur steckt, die das
rechtliche Urteilen legitimiert; vor allem durch den Rekurs auf literarische Texte (Aischylos, Kleist, Heiner Müller)
legt er die untergründig wirksame Logik frei, die die Ebene der Berechtigung rechtlicher Urteile mit der körperlich-
seelischen Ebene ihrer gewaltsamen Durchsetzung innerlich verbindet. Benjamins Idee einer „Entsetzung des Rechts“
wird als das Programm einer Selbstreflexion des Rechts erläutert: als ein Recht wider Willen. Für Daniel Loick ist die
Gewalt des Rechtszwangs ironisch: So wie nach der Analyse von Horkheimer und Adorno die Irrationalität der
aufgeklärten Welt die „Vernunft der vernünftigen Gesellschaft als obsolet“ denunziert, so denunziert das gegenwärtige
Ausmaß des staatlichen Gewaltaufkommens das Recht der rechtlichen Gesellschaft als obsolet. Diese Dynamik als
ironisch zu verstehen heißt zugleich, die Forderung nach der grundsätzlichen Eliminierung der Gewalt in der Politik zu
erheben und einen Anspruch auf ein anderes, ein nicht mehr zwangsbewehrtes Recht zu stellen.

Christoph Menke, Recht und Gewalt, Kleine Edition 4, August Verlag Berlin 2011, 9,80 €
Daniel Loick, Kritik der Souveränität, Campus Verlag 2012, 34,90 €



mP am Dienstag 22.11.2011 21 Uhr b_books

Diskussion mit Maurizio Lazzarato (Paris) zur gegenwärtigen Schuldenkrise,
dem „verschuldeten Menschen“ und seinen Hintergründen.

Für Maurizio Lazzarato ist die Schuldenkrise keine Krise des Kapitalismus,
sondern eine neoliberale Herrschaftsform. Sie zeigt endgültig, dass „der
Markt“ niemals auf dem Tausch gleicher Partner basiert, sondern immer schon
sehr ungleiche Machtverhältnisse voraussetzte. Die Schulden sind darin ein
sicherheitstechnisches Dispositiv der Regierung und ein Kontrollinstrument
kollektiver und individueller Subjektivitäten. Wir alle benutzen Kredite,
Viele vielleicht auch nur in Form der Kreditkarte. Die Verschuldung ist
nicht nur ein Versprechen auf eine zukünftige Rückzahlung, sie ist überhaupt
eine Wette auf die Zukunft und der Versuch, diese Zukunft, ihr Mögliches,
ihre Wahl und ihre Entscheidung auf das Gegenwärtige zu reduzieren.

Maurizio Lazzarato wird im Gespräch auf sein gerade erschienenes Buch
zurückkommen, La fabrique de l'homme endetté (Die Fabrik des verschuldeten
Menschen, Paris 2011) in dem er seine ökonomischen Analysen erweitert auf
den Einfluss der Verschuldung auf die Sozialbeziehungen und die
Subjektivitäten. Dabei bezieht ert sich auf Nietzsches Zweite Abhandlung aus
Zur Genealogie der Moral, aber auch auf Deleuze/Guattari, Foucault und
andere.

Das Gespräch findet in deutsch und französisch (mit deutscher Übersetzung)
statt.


b_books presents

Freitag, 2.9., 20 Uhr 30, Lübbener Str. 14

Arabischer Frühling in Israel? Vortrag und Diskussion mit den israelischen Grassroots-
Aktivistinnen Ortal Ben Dayan und Einat Podjarny über die sozialen Proteste in Israel

[Veranstaltung findet in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung statt]

Israel ist in Aufruhr. Wochenlange Massenproteste, Besetzungen und Blockaden mitten in
den großen Städten bestimmen die Nachrichtenbilder. In einem Land, das im Burgfrieden
erstarrt schien, findet sich plötzlich eine breite Koalition von Unzufriedenen Schulter
an Schulter auf den Straßen wieder. Heillos verhärtete Fronten in der Gesellschaft
scheinen zu bröckeln, während der Protest gegen die sozialen Folgen einer jahrelangen
neoliberalen Politik weiter um sich greift. 

Was passiert zur Zeit in Israel, warum passiert es jetzt, und welchen Einfluss haben
die Entwicklungen auf die anderen sozialen und politischen Probleme im Land?    

Die israelischen Grassroots-Aktivistinnen Ortal Ben Dayan und Einat Podjarny werden
von der neu entstehenden Bewegung berichten. Ihren Blick richten sie dabei vor allem
auf die Kämpfe der Mizrachim (der orientalischen Juden) und der israelischen Araber,
die in der hiesigen Berichterstattung kaum Erwähnung finden.

Wir wollen die Frage diskutieren, was es bedeutet, wenn die Massenbewegung sich durch
Slogans wie "Jews and Arabs refuse to be enemies" mit der arabischen Minderheit (und
auch den Arbeitsmigrant_innen) solidarisiert, und wenn Mizrachim und Araber auf Demos
gemeinsa
me Blöcke bilden. Gerät hier ein "nationaler Konsens" ins Wanken? Und welche
Perspektiven einer Radikalisierung und inhaltlichen Verbreiterung der Bewegung gibt es?

 Eine Veranstaltung der Rosa Luxemburg Stiftung.



[montagsPraxis]
25.7. // 21 Uhr 
Catwalk to History — a Sourcebook by Bettina Allamoda
Book Launch & Präsentation mit Bettina Allamoda, Juliane Rebentisch u.a.

 
Zwischen Handbuch und Journal, ist Catwalk to History eine anschauliche Darstellung von Bettina Allamoda's
Arbeitsprozess mit umfangreichem Bildmaterial und Beiträgen von Claudia Basrawi, Jörg Heiser, Jan Kedves,
Katrin Bettina Müller, sowie ein Gespräch von Juliane Rebentisch mit der Künstlerin. In enger Zusammenarbeit
mit den Beteiligten, beleuchtet das Buch Allamoda’s Interesse an Körper, Raum und Skulptur, sowie der Analyse
und Freilegung verborgener Politiken der Sichtbarkeit, die in den Oberflächen populärer kultureller Phänomenen,
wie Kunst, Architektur, Design, Mode, aber auch in Geschichte, Archäologie, Dokumentation eingeschrieben sind.
Ausgehend von Medien, Wahrnehmung und Erinnerung wird dargelegt wie die Geschichte in ihren Arbeiten als
Display und Präsentation, geschrieben, ausgegraben, neu-interpretiert oder sogar
(von künftigen Generationen)
„zurückgebaut““ wird.

"Die Handlungsoption, die wir einem kritischen Standpunkt zuschreiben - die dissidente Technik der Isolation/
Wiederholung/Mutation –, entspricht genau der Technik der Torsion, die von Seiten der Macht aktiv eingesetzt
wird (dehnen des Wahrheitsbegriffs, verdrehen der Fakten, zurechtbiegen). So oder so: Die „symptomatische
Torsion“ ist in der äußeren Form, in der Gestalt einer jeden Situation enthalten...Körperliche Erfahrung wird
durch Medienerfahrung überformt (oder andersherum). Und genau das überträgt Allamoda in den Bereich der
Skulptur und der Collage, indem sie ihm die Form einer paradigmatischen, abstrahierten, aber dennoch konkret
raum-zeitlichen Erfahrung gibt." ( aus: Symptomatische Torsion, Jörg Heiser)
 
Bettina Allamoda ist Künstlerin, geboren in Chicago, lebt und arbeitet in Berlin.
Softcover, 136 Seiten, Farbe, Schwarz/weiß / Revolver Publishing 2010 / Englisch/Deutsch


::: : : b_books presents : : :::

Monday July 4th – 9PM
RED CHANNELS (New York) MEETS RED MEGAPHONE
– KUHLE WAMPE REVISITED
COLLECTIVE AUDIO VISUAL RESEARCH

PART I
SCREENING AND DISCUSSION

—Ø, Red Channels, 2011, 4 minutes
—From Wall Street to Wall Street to Wall Street, Red Channels, 2011, English, 5minutes
—Kuhle Wampe – Slatan Dudow, 1932, 68 minutes (German with English subtitles)
TOTAL RUNNING TIME: 77 minutes | Digital Projection

Red Channels is in berlin for a series of discussions, lectures, presentations
as

To Have Done with Passive Interpretation
: Reading Capital Politically
#
Our Friendships are Constructed on the Basis of Conflict
: Collectively Produced Film and Video
 
#
The Human Strike
: A Few Clarifications 
#
Armed Love
: A Walking Tour of Red and Black Sites of Attack
#
Less Fetish, More Action
: All Power to Collectivity!
  # # #  see more

on RED CHANNELS:
Red Channels is a radical collective based in New York City. The collective is open for those interested in collaboration
and new proposals.
In New York we do not operate a physical space. We gather when we can, and when we wish, to organize events and and
produce things. Just as there is no space, there is no fixed mission statement, membership, hierarchy, financial or legal status.
We informally institutionalize around affinities and desires.
Red Channels has revolved around cinema and discussion. Now we also curate, perform, publish, read, write, and take
direct action. We look at previous attempts of dissent and opposition to stimulate our imaginations for collective transformation.
We work to defy the categories of art and politics, activism and media, in search of a new communist culture.

We have organized screenings and discussions at spaces like Anthology Film Archives, BAMcinematek, Bluestockings,
The Brecht Forum, e-flux, Flux Factory, Maysles Cinema, 92Y-Tribeca, 16Beaver, Spectacle Theater, and UnionDocs.

Our collective has produced 10 short videos, as well as 5 publications, both in print and online, of collected and original
writings. Our work has been screened at The Brecht Forum, Brooklyn Community Access Television, Flux Factory,
International House Philadelphia, Manhattan Neighborhood Network, MassArt, MoMA PS1, New Nothing Cinema,
92Y-Tribeca, Philadelphia Community Access Media, La Plaza Cultural de Armando Perez, and Spectacle Theater.

In this visit to Berlin we follow recent trips to San Francisco (“Gentle People in Motion”, February 2011) and Chicago
(“As a Crowd Gathers”, March 2011), where we connected with old friends and new comrades. The goal is not to
franchise, or to charter new branches, but to engage with our collective struggles in different contexts.

Red Channels (Website)


mo
ntagsPRAXIS 27.6. 21 uhr

presentation of Gregory Sholette's publication DARK MATTER
Dark Matter: Art and Politics in the Age of Enterprise Culture

Art is big business, with some artists commanding huge sums for their works, as the vast majority is ignored by critics.
Yet these marginalized artists, this "dark matter", is essential to the survival of a mainstream art world that depends on
this missing mass for innovative content and material support (museum memberships, precarious part-time teaching,
journal subscriptions, even gossip that reproduces established cultural hierarchies).  Some artistic "dark matter" has
always self-organized against this 'norm' by critically intervening into public spaces, and challenging the art world's
hidden politics. But with the advent of inexpensive communication, audio and video technology, together with the
hyper-deregulated post-1980s networked economy a radical shift has occurred within this familiar cycle. Dark
matter is getting brighter. Like a burst crypt or ruptured archive this once-blocked social production is impossible
to ignore as it celebrates its own excesses and redundancies, generating powerful, unpredictable consequences for all
concerned.

Gregory Sholette is a New York-based artist, writer, and founding member of Political Art
Documentation/Distribution
(PAD/D: 1980-1988), and REPOhistory (1989-2000). His recent publications
include Dark Matter: Art and Politics in an Age of Enterprise Culture (Pluto Press, 2011);

Collectivism After Modernism: The Art of Social Imagination after 1945
(with Blake Stimson); and
The Interventionists: A Users Manual for the Creative Disruption of Everyday Life
(with Nato Thompson).
He is an Assistant Professor of Sculpture at Queens College: City University of New York (CUNY).

http://gregorysholette.com
http://darkmatterarchives.net

 


montagsPRAXIS 20.6. 21 uhr

Schön für dich
Ein Videofilm aus der Kiez Monatsschau von Ballhaus Naunynstrasse & die Akademie der Autodidakten,
Paten: Erdal Ugür Ahlatci/ Jan Ralske


Die
Kiez-Monatsschau – Nachrichten aus der Naunynstraße ist ist ein Videoformat der akademie der autodidakten, die
Jugendkulturförderung des Ballhauses.
Alle drei Monate produzieren Jugendliche eine Art Nachrichten oder Doku über ihre Umgebung oder über ihren Alltag.
Für die 7. Monatsschau standen Jan Ralske und Erdal Ahlatci Pate. Im Unterschied zu vorherigen Monatsschauen wurde
der Fokus Kreuzberg erweitert um Wedding, Neukölln, Kreuzberg und Mitte. Die Jugendlichen, die vor und hinter der
Kamera stehen, haben sich im Verlauf des Projektes auf das Thema "beste Wohngegend für MigrantInnen" festgelegt.
Aus mehr zufälligen Kontakten nach Bayern hat sich ein kanakischer Berlin-Bayern Vergleich ergeben.

Ankündigungstext des Ballhaus Naunynstrasse:
"Wer hat Zugang zu den Medien und wer kann sich öffentlich Gehör verschaffen? Jugendliche MigrantInnen und
PostmigrantInnen sind in den Medien noch immer stark unterrepräsentiert. Im Rahmen der
Kiez-Monatsschau
wechseln die Jugendlichen auf die Produzentenseite und ergreifen selbst das Wort.

In der siebten Ausgabe der Kiez-Monatsschau stellen ihre ProtagonistInnen von Bayern bis Berlin die Frage:
Wo lebst du und wie? Viele Nicht-Berliner sehen Berlin nur als dreckige, laute Großstadt voller integrations-unwilliger Ausländer. 

Aber auch viele Kreuzberger können sich nicht vorstellen im Wedding zu leben, und umgekehrt wollen Weddinger nicht
mit Kreuzbergern tauschen. Und schon geht die Debatte los: wo und wie lebt man am besten?"

mit Zisan, Zeynep, Sima, Sasun, Aytac, Onur, Tugay, Yunus, Emre, Kazim, Breakdancegruppe Wedding, u.v.a.

 


montagsPraxis aka Queer Animal Film Praxis
6. Juni 2011 ab 20.30h

Premiere „Teddy's Beastiary. Letters to the Parents“ von Evelyn Rüsseler 

in Anwesenheit von Vaginal Davis


Zur Anreicherung der PraXXis zeigt die Filmemacherin weitere Beispiele aus ihrem Bestiarium

*

To tickle the PraXXis, the filmmaker is happy to present some other jewels out of her 

personal beastiary ...


Here is my Honey, 2010 // 

Hippo Narcissus, 2009 // 

Dog Dream Dance, 2011 // 

Unicorn Tabloids, 2009

 //

 


La Tristesse du Crocodile, 2006

 

... Tim Stüttgen zeigt einen Beitrag übers „Grille werden“ *plus: Tim Stüttgen will screen a short on „Becoming cricket“

...intermissiv: textuelle Interventionen von Teodora Tabacki und Tim Stüttgen *plus textual interventions
by Teodora Tabacki and Tim Stüttgen

Teddy´s Beastiary. Letters to the Parents 

16mm, Super 8, DV, 24Min. , PAL, Germany, 2011. 

(Dir. Evelyn Rüsseler,
Prod. Beastie Dubber Production, Berlin, 

feat. Vaginal Davis as Adorno and Adorno's mother, Imri Kahn as young Adorno, 

Fritz Rüsseler as old Adorno,
Joy Gutthardt as Fräulein Julie, Jürgen Bogle as Dream Dog Dancer, Edith Rüsseler as Adorno's aunt, Beka as „Knutschelafghane“, Butz, a wild pig,
Lieschen and Rosalie (on postcards), Horst, a young hippo living in Hannover and the hippos from the Berlin Zoo.


„Ich bin ein Nilpferd mit einem zähen Leben. Erst kommt die dicke Haut, dann kommen die riesigen
Fleischmassen, durch die es im Wasser schwimmen kann, und dann erst kommt die Substanz.“

Dies schreibt Th.W. Adorno („Teddy“) an seine Mutter Maria Wiesengrund, genannt 
„Wundernilstute Marinumba“ oder „Urwundernilstutengreisin“ im September 1943
mit der Bitte, sich keine Sorgen um ihn zu machen ... und dass er nicht vorhabe, nach
Deutschland zurückzugehen. Es gibt Hunderte von Briefen und Postkarten, die sich
Teddy und Gretel Adorno/Karplus während der Emigrationsjahre 1939-1950 von der
amerikanischen Westküste aus (Los Angeles) mit Adornos Eltern nach Havanna und
New York schrieben. Sie korrespondierten mindestens ein Mal in der Woche, häufig öfter.
Wie ein roter Faden ziehen sich Tiergeschichten aller Art durch die gegenseitigen
Mitteilungen. Das beginnt mit den Anreden und Grussformeln ...  Adorno unterschreibt
als „der unförmige Nilpferdkönig Archibald“, als „das vertrottelte alte Kind Teddy“;
Gretel Adorno unterschreibt als „Giraffe Gazelle“, und der Vater firmiert als „der alte
Hauerwatz und einziger WK“ (Wildschweinkönig). Die Briefe erzählen von adoptierten
Hunden, kecken Affen und allerhand Menschen, die sich nicht minder animalisch gebärden. 
Adorno schrieb verschiedenste Tierlieder zur Erbauung der Wundernilstute, z.B. „Afghane,
warum knutschelst du?“, zu singen zur Melodie von „Mariechen sitzt auf einem Steine“ ....

Bereits vor der Emigration nach Amerika hielten die Wiesengrund-Adornos  eine
Nilpferdpatenschaft im Frankfurter Zoo (Nilpferdstute „Lieschen“). Dies setzten sie
während der Emigrationsjahre fort. Im New Yorker Zoo war die Nilpferdstute „Rosalie“ ihr Zögling.

Der Film stöbert im Adornitischen Brief-Bestiarium, stellt potentielle neue Kandidaten vor und
improvisiert zu (Un)Möglichkeiten des Elternbriefes. 

Die Rollen im Film sind organisiert wie ein Planetensystem, in dem Teddy/Vaginal Davis
die Sonne ist. Alle Charaktere rotieren um Vaginal herum, die als Adorno, Mutter und opernsingende
Tante brilliert ... Natürlich singt sie keine Opern, und sie spielt diese Rollen nicht allein. Imri Kahn,
Jürgen Bogle, Joy Gutthardt und gewisse Elternfiguren ziehen immer wieder am Orbit vorbei ....


I am a hippo with a tough life. First, there is the thick skin, then the huge masses of flesh
which make him float under water, and only then comes the substance.“

 
Thus writes Th.W. Adorno aka „Teddy“ to his beloved mother Maria Wiesengrund aka
„WonderHippoMare Marinumba“ or „Great WonderHippo Mother“ in September 1943
with the request, not to worry about him as he had no intention of returning to Germany ...
 (which should prove wrong in the end) There are hundreds of post-cards and letters
written by Teddy and Gretel Adorno (born Karplus) during their emigration years 1939
to 1950 from the U.S. west coast to Adornos parents being installed in Habana, Cuba
first, later in New York. They used to correspond once or twice a week. Like a thread
animal stories of all kind meander through the mutual notes. There are all the animal
titulations and salutations ... 
Adorno signs as „Yours Bulky, King of Hippopotamusses, Archibald“ or „Your sappy

old kid Teddy“; Gretel Adorno initials as „Giraffe Gazelle“ and father Adorno presents
himself as „the old Hauerwatz and one and only WK (King of Wild Pigs)“. The letters
speak of adopted hounds, smart-ass monkeys and all kinds of personel not acting
less animal-style. Adorno wrote a couple of animal songs to the delight of Mother
Marinumba, for ex. „Afghan, why are you crunching the way you do ? To be sung to
the melody of „Little Mary sitting on a stone“... Before their emigration to America the
Wiesengrund-Adorno Family held a hippo Godparenthood with the „Lieschen“, the
hippo Mare, living at the Frankfurt Zoo at the time. They continued the habit during
emigration years. „Rosalie“ was their godbeast at the New York Zoo.

The film cruises the Adornite Letter Beastiary, presenting potential new candidates,
and improvises on the (im)possibilities of letters to the parents.

The roles in the film are organized as a solar system with Ms Davis being the sun.
All characters rotating around her glam performance as Adorno himself, his mother
and his opera-singing Auntie ... Naturally she doesn't sing opera and she doesn't play
these roles all alone. Imri Kahn, Jürgen Bogle, Joy Gutthardt and certain parent figures
are crossing the orbit now and then... not to speak of Beka, the charming stand-in dog
and innumerable hippopotamusses!


Do, 21.4. /// 21:00 Uhr /// 
Figuren des Immunen. Elemente einer politischen Theorie
Vortrag und Diskussion mit Isabell Lorey

Die republikanischen Auseinandersetzungen zwischen Plebejern und Patriziern bilden
ein Urszenarium politischer Theorie. Mit Fokus auf der Sezession, dem Exodus der Plebejer
und den darauffolgenden Kämpfen zweier politischer Ordnungen um eine neue Konstituierung
bietet Lorey nicht nur eine andere Lesart als Rancière an. Auch erhält bei ihr der 
homo sacer,
ganz anders als bei Agamben, eine widerständige immunisierende Funktion. Diese
Neuinterpretation der römischen Geschichte dient als Hintergrund für eine umfassende
politische Theorie der Immunisierung. Anhand 
unterschiedlicher Figuren des Immunen werden
die Dynamiken zwischen dem Bedrohlichen, dem Aufstand, der Seuche auf der einen Seite und
Herrschaftssicherung auf der anderen, zwischen dem Gefährdeten und
 der herrschenden Ordnung analysiert.

Isabell Lorey: Figuren des Immunen. Elemente einer politischen Theorie, 336 Seiten,
ISBN 978-3-03734-151-3, € 26,90, diaphanes, Berlin 2011

 

Mo, 18.04. /// 20:00 Uhr /// Becomings. Book launch & discussion with Yishay Garbasz 

In Becoming, artist Yishay Garbasz dares to explore one of society's most taboo subjects - the exercise of individual
agency in the unmaking and remaking of a body's gender. In this groundbreaking work and objet d'art, Garbasz
courageously documents the changes she underwent from one year before her gender reassignment surgery until one
year afterward. With unprecedented honesty, the artist photographed her body every week, chronicling the changes
throughout this period. 
Becoming's
 flipbook format renders visible and immediate the element of time in this process.

The Becoming project was presented as installation and is a film (in the Busan Biennale 2010 in South Korea), as well
as an object d’art and book. The 
Becoming project distills the more than 900 pictures that Garbasz took of herself
during this two-year period down to a selection of 28 and 89 photographs respectively.

You are cordially invited to a lecture and the German book launch at b_books on Monday the 18th of April at 8:00 p.m.


[mittwochsPraxis]  23.3.2011   21:00  b_books 

BUCHVORSTELLUNG  Affizierung. 

ZU EINER ÄSTHETISCH-EPISTEMISCHEN FIGUR  mit Michaela Ott 

Mit der Figur der Affizierung (als Eindeutschung von engl./frz. Affection) sucht
Michaela Ott einen grundlegenden Vorgang der Synthese und gleichzeitigen Disjunktion
zu entfalten, der für die Differenzierung des Lebendigen ebenso wie der Theoriegeschichte
unabdingbar erscheint. Im anthropologischen Bereich tritt die Affizierung als drittes
Vermögen zwischen Wahrnehmen und Handeln, um zwischen ihnen erste Erregungs- und
Artikulationszonen als primäre Aisthesis anzulegen und das Lebewesen der Symbolisierung
zugänglich zu machen. Als disjunktive Operatoren können Affizierungen auch
nicht-anthropomorphe, ästhetische Artikulationsweisen hervorbringen, wie sie in der
Kunst und im filmischen Affekt(ions)bild zu finden sind. Schließlich befördern sie ein
“Denken mit”, mithin Selbstaffizierungen der Philosophie- und Theoriegeschichte, was sie
als epistemische Figur rekonstruierbar werden lässt.

AFFIZIERUNG. ZU EINER ÄSTHETISCH-EPISTEMISCHEN FIGUR.
MICHAELA OTT. EDITION TEXT+KRITIK, 2010 


17.3.2011 - 21h - DonnerstagPRAXIS: Mikropolitik:

Ralf K
rause und Marc Rölli stellen ihr kürzlich erschienenes Buch zur politischen Philosophie von
Gilles Deleuze und Félix Guattari vor.

Mit Mikropolitik meinen Deleuze und Guattari weder eine Politik im Kleinen, noch das Handeln
Einzelner im Unterschied zum großen Ganzen. Der Begriff umschreibt vielmehr die Vielzahl
differentiell bestimmter, interagierender Strömungen, die den Einzelnen wie die Gesellschaft
insgesamt durchziehen. Demnach könnten wir nicht handeln, ohne bereits in verschiedenartigste
Gefüge verwoben zu sein, aus denen – machtstrategisch organisiert – die distinkten sozialen,
politischen, geschlechtlichen usw. Positionen hervorgehen, die uns als gesellschaftliche Akteure
identifizieren.
Unterhalb der exklusiven Differenzen, die das gesellschaftliche Feld repräsentier- und
regierbar machen, indem sie das dichte Geflecht von Handlungsvollzügen in Subjektpositionen
und Objektbereiche, Soziales und Natürliches, Individuelles und Allgemeines, Privates und
Öffentliches auftrennen und uns entsprechend verschiedener Funktionszusammenhänge
segmentarisieren, macht die Mikropolitik inklusive Differenzen geltend, aus denen soziales
Handeln erwächst.
Das macht die Beziehung der politischen Theorie zur sozialen Praxis weit partieller und
fragmentarischer als in großformatigen Gesellschaftstheorien. Statt einer generellen Systemkritik,
die dem Bestehenden mit den Kategorien der Repression, Entfremdung oder Totalisierung zu

Leibe rückt, entwirft die Mikropolitik ein begriffliches Instrumentarium zur Analyse von in
spezifischen Machtformationen gebundenen und repräsentierten Differenzierungsprozessen,
die von innen heraus die Fluchtlinien alternativer Praktiken und Assoziationsweisen bahnen.



mP am 27.1. 21 uhr zum Buch AUTORENSERIEN
Hg von Christoph Drehermit Christoph Dreher, Bert Rebhandl und Thomas Morsch

Unter dem Titel AUTORENSERIEN– Die Neuerfindung des Fernsehens werden die überarbeiteten
Beiträge des internationalen ¡REMEDIATE! – Symposiums publiziert, das im Januar 2010 an der
Merz Akademie in Stuttgart stattfand.

Theoretiker und Filmwissenschaftler aus Deutschland, Österreich und den USA setzten sich mit
den bisher im deutschsprachigen Raum wissenschaftlich noch wenig bearbeiteten Phänomenen
von Autorenserien im Fernsehen auseinander. Zudem gaben Creators, Autoren, Schauspieler und
Produzenten einiger der bedeutendsten US-amerikanischen Serienepen wie Deadwood, The Wire
oder OZ Aufschluss über die Arbeitsprozesse und -methoden bei Entwurf, Konzeptualisierung und
Realisierung der Serien.

TV-Serien wie diese und The Sopranos, The West Wing, Breaking Bad oder Mad Men weisen
neuartige Eigenschaften auf wie eine vielschichtige Langform-Narration, eine komplexe
Protagonistenstruktur sowie eine substanzielle Behandlung des jeweiligen Themas bei
gesellschaftlich-politischer Kontextualisierung. Die Position des Autors (bzw. des Creators als
umfassender »Über-Autor«) wurde in einer in der Welt des Fernsehens bisher ungekannten Weise
gestärkt. Mit Beiträgen u.a. von Diedrich Diederichsen, Tom Fontana, David Lavery, Ted Mann,
Thomas Morsch, Bert Rebhandl, Karen Thorsen, Kim Akass und Janet McCabe.





mittwoch 15.12.2010 19.30
Workers Punk Art School & b_books present

The New School of Capitalism 
Reading Post-Fordist Theories as a Specific Return to Marx and a Critique of Political Economy 

Discussion and Book Release on Wed, 15.12., 19:30, b_books, Berlin

Workers Punk Art School and b_books kindly invite you to the discussion *NEW SCHOOL OF CAPITALISM*,
which will take place on Wednesday, 15th December, at 19.30, in b_books, Berlin. The discussion will focus
and elaborate on some theoretical and practico-political moments from the recently released book Post-Fordism and its discontents,
edited by Gal Kirn and designed by Žiga Testen and Nina Støttrup Larsen, financially supported by Jan van Eyck Academy (Maastricht),
Peace Institute (Ljubljana) and b_books (Berlin). Simultaneously, baby-sitting will be organized for all precarious workers and their kids
(in the backstage office of the bookstore).

Program:

Part I

19.30-19.45: Introduction: political lessons from post-Fordist analysis by Gal Kirn (fellow at ICI-Berlin)
19.45-20.00: Covers and colophons - book design and post-Fordism by Žiga Testen, Nina Støttrup Larsen and Cornelia Durka
(former researchers at the JVE Academy)

Part II

20.15-20.30: Shock workers as “refuse of all classes” by Hito Steyerl
20.30-20.45: Exhausted and organised. Is there a politics of precarious labor? by Katja Diefenbach (b_books)

The event will be moderated by Boris Buden (cultural theorist).

metroZones.SALOON #5 @ montagsPraxis presents
Montag, 19. Juli 2010, 21 Uhr
Young, Gifted and almost Black
Fotografien in Südafrika zwischen Post-Apartheid und neuem Rassismus

Ein metroZones.SALOON mit John Fleetwood, Johannesburg, Leiter des Market Photo Workshop
Gast: Romin Khan, Berlin, Autor des Buchs Südafrika - Nach der Apartheid: Die Grenzen der Befreiung’

Der Market Photo Workshop liegt am Rande der Innenstadt von Johannesburg, wo „Bürohäuser allmählich indischen Läden Platz machen“
(Joyce Ozynski). Hier prügelte das alte Regime noch 1989 schwarze Pendler aus den Townships zusammen. In unmittelbarer Nähe befinden
 sich wichtige Minibus- und Bahnknoten, welche die Stadt mit ihrem (trans)nationalen Umland verknüpft. Arbeitende, Händler und auch die
Studierenden beleben das vormals verlassene Westend neu. 
Der einzigartige Market Photo Workshop wurde vom mehrheitlich noch durch die Apartheid geformten Lehrkörper und aus der engagierten
Praxis einer „struggle photography“ gegründet. 

„Es gibt keinen klar identifizierbaren ‚Feind’ mehr, sondern eine hochkomplexe soziale Realität“, beschreibt Mitbegründer David Goldblatt
die Gegenwart. Was bedeutet engagierte Fotografie in der Post-Apartheid? Die nachgeborenen Studierenden – jährlich 150 bis 200 –
kennen das alte Regime kaum mehr aus eigener Anschauung. Plötzlich kommen Provinz, ethnische Besonderheiten, Gendertroubles,
das Leben der Muslime oder auch schnöder Alltag in Betracht. Viele Studierende entspringen einer schwarzen Mehrheitsgesellschaft.
Dies spiegelt sich in Perspektiven, Sujets und Kontextualisierungen der Projekte wider. Die Studierenden sind zuerst Lernende, bald
verantwortliche Organisatoren und später auch Weiterbildende. Sie „lernen, ihre Herangehensweise an ein Thema auszuhandeln,
Sensibilität für Repräsentationspolitik zu entwickeln sowie mit Zeit und Logistik umzugehen. Der Umgang mit Würde und Respektist
ein inhärenter Bestandteil solcher Projekte“ (John Fleetwood).

Exemplarisch für die Rechercheabeit des Market Photo Workshop ist das Projekt ‚Back and Forth’. Informeller Handel ist insbesondere
für Frauen aus dem hoch-inflationären Zimbabwe überlebensnotwendig. Und so folgten sechs Studierende, vier aus den jeweiligen
Ländern hinzugezogene Berufsfotografen und das beratende Team den hochmobilen und unter Zeitdruck stehenden HändlerInnen.
 Ihr über sieben Monate erstreckendes Projekt sucht die Perspektive der Akteure. Fotos wurden oftmals aus der Hocke oder durchs
Fenster eines fahrenden Busses gemacht. Das Porträt einer  Geldwechslerin in der Grenzstadt Musina – hier wurde die mit Bildunterschriften
versehene Ausstellung auch erstmals im Straßenraum gezeigt – steht dem Polizisten in einem Bus gegenüber, der nach einer
Währungsumstellung per Leibesvisitation nach alten Noten sucht. 

Wir haben John Fleetwood und Romin Khan eingeladen, um über ihre Arbeit zu innerafrikanischer Migration und neuem Rassismus
 im südlichen Afrika zu sprechen.



b_books presents


Dienstag, 13. Juli 2010, 21 Uhr

Die Körper der Multitude
Von der sexuellen Revolution zum queer-feministischen Aufstand

Buchvorstellung und Diskussion mit Robert Foltin, Mitherausgeber der "Grundrisse", Wien

In "Commonwealth" unternehmen Antonio Negri und Michael Hardt einen erneuten Versuch, ihr heterodoxes marxistisches Denken,
in dessen Zentrum die subjektive Figur des Armen und die schöpferische Produktivität des Seins stehen, mit queer-theoretischen
Ansätzen zu verbinden. Robert Foltin testet diese theoretische Verbindung in seinem neuen Buch "Die Körper der Multitude"
entlang von sechs Begriffen: körperliche Produktivität, Subjekt-Werden, das Gemeinsame, Singularität, Multitude, Wert (das Maßlose).


In seiner Buchvorstellung wird er sich auf die queer-theoretischen Interventionen des postoperaistischen Marxismus  entlang
folgender Ausgangsfragen konzentrieren: 


Gibt es eine theoretische Position außerhalb des Lebens in der herrschenden Gesellschaft? Wie entstehen Geschlechter und die
Dominanz der Heterosexualität? Wie hängen Kapitalismus und Sex – in seiner doppelten Bedeutung als Geschlecht und Begehren
– zusammen? Gibt es ein revolutionäres Subjekt? Kann es überhaupt noch ein Subjekt geben? Wie können individuelle Freiheit
und Kollektivität verwirklicht werden? Wie verändern wir unseren Alltag und das kapitalistische System? Was bedeutet es, die
Revolution als Prozess zu leben?


Robert Foltin: Die Körper der Multitude. Von der sexuellen Revolution zum queer-feministischen Aufstand,
Schmetterling Verlag 2010, 12,80 EUR.



Basti, b_books und basso präsentieren

The rest is revolution

Freitag, 30.4. Basso, doors open 9pm - films start 10 pm
Köpenicker Str. 187 - 188

The Battle of Tuntenhaus
Juliet Bashore, UK 1991, 20 min

Mythos Mainzer Straße - Research 1
Katrin Rothe, D 2010, ca. 50 min


Wenn zum Galerienwochenende in der Stadt der Nahkampf tobt, während eine weitere Etappe im Normativ-Werden der Kunst
durch ihre Konsumisierung eröffnet wird, und die Biennale sich dieses Jahr in Kreuzberger Spekulationsobjekten niederläßt -
eine skandalöse Entscheidung, die hoffentlich nicht ohne (heiße) Folgen bleibt -, blicken wir am Freitag zurück auf eine andere
Zeit, als es in Berlin noch nicht ganz so klar war, welche Veränderungen am Horizont aufgehen. 

Im Jahr 1990, noch vor der so genannten Wiedervereinigung, besetzten (hauptsächlich) Westlinke Ostleerstand, unter anderem
die dreizehn Häuser in der dann legendär werdenden Mainzer Straße in Friedrichshain. Zum zwanzigjährigen Jubiläum der
Besetzungen zeigt Katrin Rothe ihren gerade fertiggestellten Film
Mythos Mainzer Straße - Research 1, gefolgt von dem
Klassiker the
Battle of Tuntenhaus, Juliet Bashores Beobachtungen um das ebenso in der Mainzer Straße befindliche Tuntenhaus. 

Die Entscheidung, ob es sich dabei um eine andere Art der Kolonialisierung des Ostens durch westlich geprägte Interessen
handelte oder um wahren (Klassen)kampf, bleibt der Zuschauerin respektive den nachfolgenden Gesprächen überlassen.
Doch sicherlich ist dies der goldrichtige Auftakt zu einem nazifreien Maiwochenende. 

Zur weiteren Wochenendgestaltung:

http://www.1-mai-nazifrei.tk/
http://fels.nadir.org/


While the galleries open up the town for dogfight on 'their' weekend and thus push forward another stage of consumerisation
of art, and the biennale decides to settle down in Kreuzberg objects of real estate speculation - a scandalous decision which
hopefully will not be without (hot) consequences -, we turn our eyes back to another time  when it was not yet so obvious 
which changes were to come in Berlin.

In the year 1990, before the so-called reunification of Germanies, western leftists squatted empty buildings in the east,
also thirteen buildings in the from then on legendary Mainzer Straße in Friedrichshain. For the twentieth anniversary of
the squattings, Katrin Rothe shows her just finished MYTHOS MAINZER STRAßE - RESEARCH 1, followed by the great
classic THE BATTLE OF TUNTENHAUS, Juliet Bashores document of the Tuntenhaus (house of [drag] queens) which
was also in the Mainzer Strasse.



Spaß am Scheitern: Zum wiederholten Male planen Nazis am 1. Mai in Berlin einen Aufmarsch. Dieses Jahr soll die Nazi-Demo
ab 11:00 Uhr im Prenzlauer Berg (am S-Bhf Bornholmer Str.) starten und von dort wollen sie scheinbar die Bornholmer Str. entlang,
über die Schönhauser Allee und bis zur Landsberger Allee gehen. Weil der 1. Mai (wie alle anderen Tage auch) am schönsten
ohne Nazi-Aufmarsch ist, hat sich in den vergangenen Monaten ein breites Massenblockaden-Bündnis gegründet, um sich am
kommenden Samstag den Nazis in den Weg zu stellen. Auch wir werden uns an den Massenblockaden beteiligen und sie so
durch Zivilen Ungehorsam stoppen! 

Gemeinsame Anreise und Pünktlichkeit sind wichtig!  Die neuen Treffpunkte sind: 
    • für West-BerlinerInnen: Alexanderplatz (U2-Gleis) um 9:00 Uhr.
    • für Ost-BerlinerInnen: Ostkreuz (Ringbahn-Bahnsteig) um 9:00 Uhr.



b_books presents montagsPRAXIS, mo
19.04.10, 21 Uhr:  Yishay Garbasz: >In My Mother's Footsteps<,
   book presentation and discussion
Die britisch-israelische Fotografin Yishay Garbasz benutzt für ihre Serien eine sperrige Großbildkamera – wie sie selbst sagt,
um sich zur Langsamkeit zu zwingen. 
Ihr Projekt >In My Mother’s Footsteps< versucht einen Heilungsprozess und untersucht, wie Erinnerung vererbt wird:
Garbaszs Mutter wurde in Berlin geboren, floh 1933 mit der Familie nach Holland und wurde 1942, mit 14 Jahren, nach
Westerbork deportiert und anschließend nach Theresienstadt. Über Auschwitz-Birkenau kam sie nach Christianstadt
und von dort im April 1945 mit einem der berüchtigten Todesmärsche ins Lager Bergen-Belsen, wo sie von den Briten
befreit wurde. Für ihre beeindruckenden Bilder ist Yishay Garbasz ein Jahr lang und über weite Strecken zu Fuß diesem
Weg ihrer Mutter gefolgt. Die Großbildkamera zwang sie dazu, an den Orten zu verweilen, das Bild im Inneren der Kamera
unter dem dunklen Tuch wirklich zu sehen und die eigene Verletzlichkeit zuzulassen. Die vollendete Serie übergab sie ihrer
Mutter, die nur wenig später starb.

ENGLISH: 
»My mother lost parts of her soul in those places and I had to go back to collect them... As I am a photographer, the camera was
going to be my tool to help me see.«Yishay Garbasz British-Israeli photographer Yishay Garbasz uses a bulky large-format
camera “to force herself to slow down.” Her project In My Mother’s Footsteps is an exploration of the inheritance of memory
as well as a healing process. Garbasz’s mother was born in Berlin in 1929 and fled from the Nazis with her family to Holland
in 1933. In 1942, at the age of fourteen, she was incarcerated and deported to Westerbork, then to Theresienstadt. Via
Auschwitz-Birkenau, she arrived in Christianstadt and was sent in April 1945 on one of the infamous death marches to the
Bergen-Belsen concentration camp, where she was liberated by British forces.
In the making of this project, Garbasz traced her mother’s path for a year, often on foot, over long distances. The large
camera forced her to spend time at each location, letting the image come to her, opening herself and the lens to what was there,
admitting her own vulnerability.
The photographer was able to present the series to her mother, who died just a short while after its completion.


About the artist: 
Yishay Garbasz, lives and works in Berlin. 
Most of the projects Garbasz pursues are about identity—understanding who she is and how she fits into the world.
Her book >In My Mother’s Footsteps< retraces her mother’s path through the Holocaust, from Berlin through five
concentration camps and the death march, all the while exploring the memories Garbasz inherited from her and their
impact her my life. The book was nominated for the German Photo Book Prize in 2009. 
In other projects, Garbasz intertwines her personal background with a political exploration of the modern world.
In >The Fence< she looks at the Israeli–Palestinian separation barrier in a series of landscapes of people, terrain
and various fence constructions. In >Four Generations in the Same House<, she examines the absence of grandparents
 in her own life through the lens of rural Taiwanese families. Despite her continued interest in exploring aspects of
 identity, she never expected to do nude self-portraits as a project until she worked on her latest project >Becoming<,
which explores her body in its transition.


Montag 8. März 2010, 21 Uhr
Buchvorstellung und Lesung zu MITTELMEER ANÄMIE von Claudia Basrawi
mit Claudia Basrawi und Martin Clausen von Two Fish

Obwohl Claudia Basrawi schon seit mehreren Jahren  als Autorin von Prosatexten und
Theaterstücken hauptberuflich tätig ist, ist „Mittelmeeranämie“ ihr erstes Buch.
Es enstand während ihres Aufenthalts in Damaskus, Beirut und Kairo. Quasi als
Nebenprojekt, während der Dreharbeiten zu einem Film. Es ging um die Spuren
von Jean Genet, um die Wurzeln seiner Sympathien für die Palästinenser, das
Interesse an einer schwulen und geheimen Kultur im Orient, seine Vorliebe für
die Diebe und Stricher. Und schon sind wir mitten in einem beschwingten Roman.
 Claudia Basrawis Text durchzieht von der ersten Zeile an, ein luftiger, schon fast
heute verdrängter Ton der Boheme. Kein Wunder, denn ein Vorbild des kleinen
Filmteams war die Nouvelle Vague und die Ära der Camero Stylo. Ab der ersten
Seite des Buches werden ununterbrochen, zumindestens von den Männern, Gitanes
und Gauloises geraucht. Und überall ist die Sonne zu spüren.

cb
(Foto: Florian Braun)

Freitagspraxis, 26.2. : 21 Uhr bbooks
Von Sun City nach Dubai - künstliche Welten und touristischen Enklaven.

Programm: Kurze Einführung in das Buch
Sun Tropes. Sun City and (Post-) Apartheid Culture in South Africa
im Anschluss Christian von Borries' Film "The Dubai in Me" (Arbeitsversion)

Sun Tropes zeichnet die Spuren eines an sich geschichtslosen Ortes in Südafrika von Ende der 1970er
Jahre bis heute nach und wirft dabei sein Augenmerk auf Entertainmentpraktiken, die längst globale
Standards geworden sind. Auf eine bestimmte Art führte Sun City - als afrikanische Las Vegas-Imitation
- etwas vor, was sich heute in Dubais glitzernden Hotelpalästen manifestiert: Verschwendung, Eskapismus
und ein seltsames Begehren nach einem künstlichen Zeit-Raum. Der fast mythische Ort Sun City wird in
diesem Buch auf verschiedenen Ebenen (re-)konstruiert; sowohl als historische, bildwissenschaftliche
Fallstudie, als auch als fragmentarischer Erinnerungsraum, der über Oral-History-Perspektiven mit
verschiedenen Handlungsträgern eingefangen wird. Darüber hinaus wird die urbane Entwicklung
Johannesburgs, die eine Politik kleiner abgeschotteter Paradiese offenbart, mit Sun City in Beziehung gesetzt.

Mit Texten von
Leslie Witz, Jeanne van Eeden, Ivan Vladislavić,
David Goldblatt, Kgebetli Moele,
Shaheed
Saleem, Gwen Gill u.a.

http://www.augustbuch.de/?page_id=101

 

The Dubai in Me
At the heart of the saga - the Dubai debacle. (
Nouriel Roubini)

Once the manic burst of building has stopped and the whirlwind has slowed, the secrets of Dubai are
slowly seeping out. This is a city built from nothing in just a few wild decades on credit and ecocide,
suppression and slavery. Dubai is a living metal metaphor for the neoliberal globalized world that may
be crashing - at last - into the sands.

"The thing you have to understand about Dubai is - nothing is what it seems, nothing. This isn't a city,
 it's a con-job. They lure you in telling you it's one thing - a modern kind of place - but beneath the surface
it's a medieval dictatorship." (
Huffington Post)

Dubai or Palestine, Hanoi or Dubai: this film shows how wrong this antithesis is.

This film is searching for a new topography.

This film is a metaphore, a displacement, a shift where territories are marked, where things are seen,
where they are given names and meaning. In this sense, the metaphoric task of cinema can be seen as
subverting a previous metaphorical order, namely the official mapping of space and time. An order that
defines places, that defines what has to be seen and done in those places, the way they are inhabited,
their capacities and incapacities.

The constructed picture of poverty and disgrace tends to take the edge of reality and should be preserved
from any form of aesthetisation. Otherwise we make them acceptable and attractive.

Fiction and beauty should be the part of the rich, dull reality and the objectivity of the
 documentary look the part of the poor.

http://the-dubai-in-me.com/



b_books presents
So, 21.2.10, 17 Uhr, Vortrag von Vivian Liska, b_books, Lübbener Str. 14

Giorgio Agambens leerer Messianismus

Das Werk Giorgio Agambens ist eine schillernde Antwort auf die Frage, ob nach den Totalitarismen und den gescheiterten
Revolutionshoffnungen des 20. Jahrhunderts radikales Denken noch möglich
ist und welcher Preis dafür zu entrichten ist.
Agamben schreibt sich auf eigenwillige Weise in die Tradition politisch-theologischer Denker des 20. Jahrhunderts ein.
Seiner Zeitdiagnose eines allgegenwärtigen Ausnahmezustands setzt er einen ebenso radikalen wie komplexen Entwurf
einer messianischen Erlösung entgegen.
Mit Paulus und Walter Benjamin als Leitfiguren, deren Visionen er ineinander
verschränkt, setzt Agamben der „schlechten Unendlichkeit“, die er in den messianischen Theorien von Gershom Scholem bis
Jacques Derrida am Werk sieht, eine Denkfigur entgegen, die dem endlosen Kreislauf Einhalt gebietet. Agambens Erneuerung
messianischer Denkfiguren begründet die Originalität seines politisch-theologischen Denkens und stellt eine ebenso kontroverse
wie unumgehbare Herausforderung dieser jüngeren Erscheinungsformen der messianischen Tradition und, darüber hinaus,
der heutigen politischen Theorien dar. Agambens Thesen sollen hier in Auseinandersetzung mit seinen Vorläufern am Scharnier
zwischen seinen politischen, literarischen und kulturtheoretischen Schriften hinterfragt werden.  

 
Vivian Liska, Prof. für Neuere Deutsche Literatur und Direktorin des Instituts für Jüdische Studien an der Universität Antwerpen. 
Studium an der NY University, der University of Maryland und der Universität Antwerpen. Forschungsschwerpunkte Literatur
der Moderne, deutsch-jüdisches Denken und Literaturtheorie.

Publikationen (Auswahl): Als Herausgeberin: Modernism in der ICLA-Reihe “History of the European Literatures”
 (mit Astradur Eysteinsson) 2007,
Contemporary Jewish Writing in Europe
(mit Thomas Nolden), 2007 und What Does the Veil Know?
 (mit Eva Meyer) 2009. Als Autorin:  Die Nacht der Hymnen
(zu Paul Celans Frühwerk), 1993; Die Dichterin und das schelmische Erhabene
(zu Else Lasker‑Schülers früher Prosa)
,1997; ‘Die Moderne ‑ Ein Weib’
(zu Romanen von Autorinnen der Jahrhundertwende) 2000.
Giorgio Agambens leerer Messianismus
(2008); When Kafka Says ‚We.’ Uncommon Communities in German Jewish Literature (2009).



b_books presents

5. Februar 2010 :: 21 Uhr

Buchpräsentation und Diskussion
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                    Deep Search
Politik des Suchens jenseits von Google
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Das soeben erschienene Buch „Deep Search: Politik des Suchens jenseits von Google“ wird am
5. Februar im Rahmen einer Diskussionsrunde im Berliner b_books präsentiert. Dabei sollen vor
allem die kulturellen, politischen und sozialen Dimensionen im Gebrauch digitaler Suchmaschinen
untersucht werden. Denn diese Maschinen bieten nicht nur eine praktische Hilfe zur Bewältigung
der zunehmenden Informationsflut, sondern beinhalten immer auch eine folgenreiche politische
Strategie, die sich in ihrem scheinbar neutralen Code verbirgt. Einige der Fragen, die zur Diskussion
stehen, sind: Was gewinnen wir und was verlieren wir, wenn wir die analogen Navigationshilfen
aufgeben und uns neuen digitalen zuwenden? Wie wird computer-lesbarer Sinn produziert? Wo
liegt das emanzipatorische Potenzial des Zugangs zu derartig enormen Informationsmengen? Und
wo liegen die Gefahren des unvermeidlichen Gebrauchs von Suchmaschinen? Wie könnten Ansätze
in diesem Bereich aussehen, die nicht dem Beispiel Google folgen?

Diskussionsteilnehmer/innen:
Konrad Becker, World-Information Institute, Wien
Mercedes Bunz, The Guardian, London
Thomas Macho, Humboldt-Universität zu Berlin
Kirsten Wagner, Humboldt-Universität zu Berlin

Moderation:
b_books

Organisation:
Clemens Apprich
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Der Sammelband zum „Deep Search“-Symposium, welches am 8. November 2008 vom
World-Information Institute in Wien organisiert wurde und am 28. Mai diesen Jahres seine
Fortsetzung findet, ist nunmehr in deutscher Sprache erschienen. Das von Konrad Becker
und Felix Stalder herausgegebene Buch umfasst eine Sammlung von 13 Texten, die sich
mit den sozialen und politischen Folgen digitaler Navigationshilfen beschäftigen. Dabei
geht es um die Chancen und Gefahren im Umgang mit Suchmaschinen, aber auch um die
Frage, wie wir in gegenwärtigen Informationssystemen überhaupt etwas von der Welt in
Erfahrung bringen können. Zu den Autor/innen zählen Konrad Becker, Robert Darnton,
Paul Duguid, Joris van Hoboken, Claire Lobet-Maris, Geert Lovink, Lev Manovich,
Katja Mayer, Metahaven, Matteo Pasquinelli, Bernhard Rieder, Theo Röhle, Richard
Rogers, und Felix Stalder & Christine Mayer.

Eine Publikation von World-Information Institute

http://world-information.org/wii


Konrad Becker/ Felix Stalder [Hrsg.]
Deep Search: Die Politik des Suchens jenseits von Google
Studienverlag & Transaction Publishers, 2009. ca. 220 Seiten
ISBN 978-3-7065-4794-9
_____________________________________________________________

b_books
luebbener strasse 14 | 10997 berlin, germany
tel +49-30-6117844 | fax +49-30-6185810

mailto:x@bbooksz.de

http://www.bbooks.de



5. Februar 2010 :: 9 p.m.

Book Presentation and Panel Discussion (in German)
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                    Deep Search
The Politics of Search Beyond Google
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The book launch of “Deep Search: The Politics of Search Beyond Google” is accompanied by
a roundtable discussion which is going to address the cultural, political and social dimensions in
dealing with search engines. These engines are never just practical tools to deal with information
overload, but embed political strategies in seemingly neutral code. Some of the questions to be
discussed are: What do we win, and what do we lose when we move from an analogue to a digital
information order? How is computer readable significance produced? How is meaning involved in
machine communication? Where is the emancipatory potential of having access to such vast
amounts of information? What are the dangers of our reliance on search engines? And are there
any approaches that do not follow the currently dominating paradigm of Google?

Panelists:
Konrad Becker, World-Information Institute, Vienna
Mercedes Bunz, The Guardian, London
Thomas Macho, Humboldt-Universität zu Berlin
Kirsten Wagner, Humboldt-Universität zu Berlin

Moderation:
b_books

Organisation:
Clemens Apprich
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The World-Information Institute has published the book "Deep Search: The Politics of
Search Beyond Google" as a follow-up to a symposium held in Vienna, Austria, in November
2008 which will be continued on May 28 this year. The volume, edited by Konrad Becker and
Felix Stalder, is a collection of 13 texts that investigate the social and political dimensions of
Web search and addresses urgent issues of culture, context and classification in information
systems. Article authors are Konrad Becker, Robert Darnton, Paul Duguid, Joris van Hoboken,
Claire Lobet-Maris, Geert Lovink, Lev Manovich, Katja Mayer, Metahaven, Matteo Pasquinelli,
Bernhard Rieder,Theo Röhle, Richard Rogers, and Felix Stalder & Christine Mayer.

A Publication of Word-Information Institute

http://world-information.org/wii


Konrad Becker/ Felix Stalder [eds.]
Deep Search: The Politics of Search Beyond Google
Studienverlag & Transaction Publishers, 2009. 220 pages
ISBN 978-3-7065-4795-6
_____________________________________________________________

b_books
luebbener strasse 14 | 10997 berlin, germany
tel +49-30-6117844 | fax +49-30-6185810

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1] Mo, 25. Januar, 21 h, High-End Resistance Hamburg ― Diskussion über Hamburgs
stadtkritische Bewegung und die Logik der creative class mit Margit Czenki, Ted Gaier, Hannah Kowalski und Christoph Twickel 

2] Di, 26. Januar, 21 h, Eine Zukunft jenseits des Kolonialismus in Israel / Palästina  
Vortrag und Diskussion mit Gadi Algazi (Tel Aviv)


1] High-End Resistance Hamburg    

„Senat will Schutzschirm für die Mieter.  Die Politik will in den Stadtteilen St. Pauli und S
t. Georg mit der Erhaltungsverordnung die weitere Gentrifizierung verhindern.“ 
(Hamburger Abendblatt 16.01.10)

Diese Schlagzeile dürfte wohl eine der High-End-Errungenschaften der stadtkritischen Bewegung in Hamburg sein. Der
Hamburger Senat gibt sich nun auch als Gentrifizierungs-Verhinderer und möchte die eigens verantwortete neoliberale
Stadtumstrukturierung sozial abfedern. Wie haben die Hamburger Aktivist/innen Politik und bürgerliche Öffentlichkeit
oweit gezähmt, dass sie, wie das Hamburger Abendblatt es ausdrückt, „von Frappant und Gängeviertel lernen“ wollen?

Die seit gut einem halben Jahr aktiven und vielfältigen lokalen Initiativen haben im Netzwerkzusammenschluss „Recht
auf Stadt“ eine Dynamik entfaltet, die ihr spezifisches Stadtteilwissen zu einer breiten Urbanismus-Debatte verallgemeinert
hat. Mit den konfrontativen Kampfstrategien um die Hamburger Hafenstraße der 80er ist jener soziale Druck jedoch kaum
mehr vergleichbar. Was sind die Faktoren und Strategien für den Erfolg der Urbanist/innen von heute? Was für soziale
Gruppen sind beteiligt, welchen Charakter hat ihre Organisierung? Wie ist der strategische Einsatz von mediengerechter
Rhetorik zu bewerten? Welche Rolle spielt dabei die Diskussion um die Verdrängung von „Künstlern“, wenn man die neue
Affinität des Mainstreams zur „creative class“ bedenkt? Brauchen wir Kulturschaffende, die ihre Fähigkeiten als Medienprofis,
für die Übersetzungsfunktion an die Öffentlichkeit einsetzen? Was sagen die Gentrifizierungsgegner/innen über ihre neuen
Freund/innen im Senat?   

Kurzpräsentationen zu einzelnen Initiativen von:

Margit Czenki für NO!BQN * Christoph Twickel für KEIN IKEA IN ALTONA - FRAPPANT / NOT IN OUR NAME. 
MARKE HAMBURG * Hannah Kowalski für GÄNGEVIERTEL – KOMM IN DIE GÄNGE * 
Ted Gaier für NOT IN OUR NAME. MARKE HAMBURG


2] Eine Zukunft jenseits des Kolonialismus in Israel / Palästina ― Vortrag und Diskussion mit Gadi Algazi (Tel Aviv)

Wenn politisch Rechte in Israel wie Libermann (Israel Beitanu) und Livni (Kadima) die Zwei-Staaten-Lösung für sich
entdecken, scheinen die Widersprüche einer zionistischen Politik um so klarer hervorzutreten. Die zionistische Vision
einer ethnisch begründeten Trennung von Araber/innen und Jüd/innen, Palästinenser/innen und Israelis liegt momentan
jedem Lösungansatz zugrunde, sei es in einem innerisraelischen oder internationalen Diskurs.

Dieser Ansatz ist weder in der Lage, die Realität des Konfliktes zu begreifen, noch zu den Gründen vorzudringen, die
dazu führten. Letzteres ist aber unumgänglich, strebt man eine mögliche oder wünschenswerte Lösung des Konfliktes an.
Die radikale Linke in Israel will die zionistische Agenda der Separation untergraben, die von einer ursprünglichen und
immanenten Feindschaft von Juden und Arabern auf theoretischer Ebene oder in politischen Projekten wie der
Trennungsmauer und der anhaltenden Diskriminierung palästinensischer Bürger/innen Israels ausgeht. Wie sollen
Juden und Araber gleichberechtigt und friedlich miteinander leben? Welche Zukunft kann man sich vorstellen, wenn
man das Unrecht und die Ängste, die Wunden der Vergangenheit und die Hoffnungen beider Seiten nicht ignoriert?

Gadi Algazi wird in seinem Vortrag diese Debatten und Visionen innerhalb der israelischen und palästinensischen
Linken vorstellen und eine aktuelle Analyse aus radikaler linker Perspektive zur Diskussion stellen. 

Prof. Gadi Algazi ist Vorsitzender der Geschichtsfakultät der TAU (Tel Aviv Universität), Mitbegründer der direkt nach
Ausbruch der zweiten Intifada (2000) gegründeten jüdisch-arabischen Grassrootsinitiative
 Taayush, Mitbegründer der
radikal linken Bewegung
 Tarabut-Hithabrut. Algazi ist engagiert in Aktionen gegen die Besatzung, wie auch bei sozialen
Kämpfen innerhalb Israels. Er ist nicht nur einer der führenden Intellektuellen der radikalen Linken, sondern zugleich
eine der zentralen Figuren innerhalb der Aktivisten-Szene.

Download Artikel von Gadi Algazi mit Hintergrundinformationen und Diskussionsansätzen.



tonight 18/1/10 9 pm at our bookshop
Tavia Nyong'o: The Body Betwixt Race, Sexuality, and the Freak Show
Lecture + Discussion

World champion runner Caster Semenya returned to a hero’s welcome in her native South Africa last year, where the public 
denounced the “gender testing” she was forced to undergo after her gold medal in Berlin. 

South Africans aren’t the only ones angrily comparing Semenya’s treatment to that of Saartjie Baartman, the nineteenth-century
Khoisan woman who was exhibited throughout Europe as a sexualized monstrosity. White audiences guffawed, prodded and
poked at her exposed body, which they laughingly demeaned as that of a “Hottentot Venus”: the inverse of European standards of beauty. 

Challenging Semenya’s femaleness, people now assert, is imperialism all over again. If ever a case called for an intersectional
analysis that included queer and trans perspectives, as well as anti-racist and anti-imperialist ones, this is it. Instead of insisting
upon the naturalness of her gender, how about turning the question around and denaturalizing the world of gender segregated,
performance-obsessed, commercially-driven sports, a world that can neither seem to do with or without excessive bodies like
Semenya’s and their virtuosic performances?

Tavia Nyong'o is a Kenyan-American cultural critic, historian and performance studies scholar. He is currently an Associate
Professor of Performance Studies at New York University where he teaches courses on black diaspora performance, cultural studies,
social and critical theory.
Tonight's talk by Tavia Nyongo's will be the final event of the b_books festival Gedachte Filme, Filmsquat #3,
gefördert vom Bezirksamt Kreuzberg



Montagspraxis am Dienstag (!), 10.11.2009 21 Uhr
Buchpräsentation mit Videos über die Grenze zwischen Nord- und Südkorea.


*DMZ Botschaft. Grenzraum aktiver Zwischenraum* 

Welche Funktion hat ein Grenzraum neben der Durchsetzung einer Teilung? Dient er als aktive Zone des Unbestimmten,
in der es Neues zu verhandeln gilt? Und hängen diese Handlungs- und Handelsräume nicht stets auch von der aktuellen
politischen Lage ab? Die Grenzlinie dehnt sich zum aktiven Zwischenraum und der kontrollierte Grenzbereich erstreckt sich
immer weiter, über die eigentliche Grenzzone hinweg, in die angrenzenden Länder hinein. Dieses Phänomen internationaler
Grenzen lässt sich verdichtet an der demilitarisierten Zone (DMZ) zwischen Süd- und Nordkorea ablesen. 

„DMZ Botschaft“ gewährt einen detaillierten Blick auf die sozialen, politischen und ökonomischen Bewegungen des Grenzraums
zwischen Nord- und Südkroea und untersucht die durch die Teilung des Landes hervorgerufenen Auswirkungen auf das
alltägliche Leben. Im Fokus steht bewusst die südkoreanische Grenzseite, da die Sichtweise auf den vermeintlichen weißen
Fleck Nordkorea wesentlich das Handeln in Südkorea bestimmt. Interviews mit Akteurinnen und Akteuren, die tagtäglich mit
der Grenze konfrontiert sind, theoretische Texte über Grenze sowie umfangreiches Bildmaterial bieten vielfältige Perspektiven
auf den Umgang mit der letzten Grenzzone des Kalten Krieges. 


Mit Beiträgen von: Song Du-Yul; Beatrice von Bismarck; Kien Nghi Ha 
Interviews mit: Yoo Jae-Hyun / koreanisch-deutscher Künstler und ehemaliger Grenzsoldat; Sunmu / Künstler aus Nordkorea;
Choi Yong-Hwan / Wirtschaftsentwicklungsforscher; Kim Dong-Hyun / Bürgermeister vom Freedom Village; Angestellte des
Kaesong Industrial Complex / Angestellter der Firma Cotton Club 
Einleitung: Farida Heuck 

Hg. Farida Heuck / Yoo Jae-Hyun 

130 Seiten mit 41 Abbildungen 
2-sprachig: deutsch/koreanisch 
Erscheint anlässlich der Ausstellung 'Shared.Divided.United' der NGBK Berlin vom 9.10. -15.11.2009 

Gefördert durch den Kunstfonds Bonn 

ISBN 3-933557-98-4 
b_books Verlag, Berlin 


[donnerstagsPraxis] 05.11.2009        21 UHR b_books      Lübbener Str. 14 
Discussion and Magazine Presentation
Globalisation, Democracy, Transnationalism

with Niccolo Milanese (European Alternatives), Bertram Keller (Polar Magazine) introduced by Emanuele Guidi (curator and critic)

With the occasion of the Berlin launch of transnational political and artistic bimonthly The Myth of Europa, you are kindly invited
to a discussion addressing the meaning of artistic globalisation and the significance of transnational democracy in an age of
post-national fluxes of people and capital. 

The discussion will feature the participation of European Alternatives, organisation based in London, Paris, and Bologna,
dedicated to exploring the potential of a transnational politics and art. It will be followed by informal drinks and the presentation
of the organisation's projects in Berlin, with a chance to get involved in its artistic and political programme.


montagsPRAXIS, montag 5.10. 21 uhr

The Topp Twins: Untouchable Girls
2009, , 83 Min. engl.
dir.:
Leanne Pooley

Film, direkt aus Neuseeland, mitgebracht, dort ein enormer Kinohit, landesweit, nicht nur in queeren Zirkeln.
Nordamerikapremiere gerade auf demToronto Filmfestival. Zwei Schwestern, die in Neuseeland eine eigene
TV-Show haben, irre gute Musiker/innen sind, "yodeling lesbian twins". Der Film zeigt sie auf der Bühne,
heute, aber auch, z.B. als jugendliche Farmerinnen.

Watch the trailer: http://topptwins.com/tv-and-film/untouchable-girls

The Topp Twins (b. 1958, Huntly, NZ) are the folk singing sister comedy duo of New Zealand
entertainers Jools and Lynda Topp.

They are known for their country musicinfluenced style, live shows and television performances.
They are openly lesbians. They often perform as characters, the most notable being the cross-dressing
"Ken and Ken", and "Camp Mother and Camp Leader".

The Topp Twins have performed as a country music-singing comedy duo for more than 25 years. In the
late 1990s, they created their own TV series, which ran for three seasons and showcased their iconic
cast of Kiwi characters, including Camp Mother, the Bowling Ladies and cross-dressing Ken and Ken.

Their feature film "Untouchable Girls", directed by Leanne Pooley, was released in April 2009. It

broke all previous records for opening day, and opening weekend, for a NZ documentary. After just
four weeks at the box office, it made over $1 million. (Wikipedia)

Variety schreibt:
A docu that has you falling in love with two of the crazier people you've never met, "The Topp Twins: Untouchable Girls"
could well add Jools and Lynda Topp to a list that includes spring lamb and "Lord of the Rings" -- that is, gifts from New
Zealand to a world that usually doesn't pay it any attention. Specialty distribution, with an emphasis on the gay and expat
Kiwi markets, seems a no-brainer for a film that's pure fun, very musical and a can of mixed nuts.

The Topps defy logic. "On paper," says their comedy-writer friend, Paul Horan, "yodeling lesbian twins don't really work.
" But for the better part of three decades, the Topp sisters have been gleefully defying accepted wisdom about mainstream
entertainment and homophobia, and have become crew-cut demi-goddesses in a country where the national character
includes a warped sense of humor.

"We're not comedians," Lynda Topp says. "We're singers who are funny." But their cast of characters -- beery farmers
Ken Smythe and Ken Moller in their bad polyester, or the Posh Socialites Prue and Dilly Ramsbottom -- are so fully
realized and such a part of New Zealand pop culture that Lynda Topp's disclaimer has to be chalked up to modesty.
Someone dubs them "an anarchist variety act," and that's a good description.

Musically, the pair resemble those American pop icons Phil and Don Everly, inasmuch as they sound like one voice
harmonizing with itself. During an '80s period in which they wore slicked hair and suits, they actually looked like
the Everlys. They attain a similar vocal purity only siblings seem able to achieve, which gives their Country-flavored
 music a keening, aching quality. It makes the Topps a real double threat: Their audience can choke up, or choke
with laughter.

Helmer Leanne Pooley tells the sisters' life story -- from their farm-girl days to their work on behalf of Kiwi gay
rights; from their '80s appearances at anti-Springbok rallies (protesting the tour of the rugby team from what was
 then apartheid South Africa) to their relationship with their parents, who dealt with their two daughters'
homosexuality (a son is gay, too) with total support. Without belaboring it, Pooley lays the evidence before us and
lets us draw our own conclusion: that the indefatigably cheery and witty Topp Twins got that way through love.

Which they spread around, most generously through those comedic characterizations, which both puncture and
massage various elements of New Zealand identity, but never without affection. The Topps are shown onstage in
various incarnations, but they also re-create their various personae directly for Pooley's camera, which then morphs
them back into themselves. What we see are transformations worthy of world-class actresses, which the Topps
certainly are, regardless of any denials they might issue -- either as themselves, or as Belle and Bell Gingham,
the hilarious Camp Mother and Camp Leader, or the Bowling Ladies.

Production values are top-shelf, notably the sound mix by Terry King, Chris Burt and Stefan Brough, and the
lensing by Leon Narbey and Wayne Vinten.



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"Kashmir - Journey for Freedom"
Screening and discussion with the US-Israeli filmmaker Udi Aloni

7. Sept. 2009, 21:00


Udi Aloni zeigt im Rahmen der Montagspraxis den dritten Teil seiner thematischen
Trilogie über Theologie und Politik.

Nach der Dokumentation "Local Angel" (2002) und dem Spielfilm "Forgiveness" (2006)
hat Aloni dieses Mal den Schauplatz gewechselt: In "Kashmir – Journey to Freedom"
verlässt Aloni den Nahen Osten und bereist mit Kashmir eine politische Situation,
die die aktuelle Konfliktsituation in Israel-Palästina im Medium eines anderen
Schauplatz spiegelt.

The Film

Once described by Mahatma Gandhi as “a pillar of light in a subcontinent lost in darkness,
” Kashmir has become a land of terror and despair, its people suffering under the strain of
constant violence and human rights violations. This film tells the story of a new generation
of young Muslim Kashmiris who, after years of armed resistance, decided to lay down their
arms and start a nonviolent resistance movement in the hope of finally achieving peace and
independence. They strive for a renaissance of the Kashmiri tradition of religious and ethnic
coexistence, inspired by Sufi culture and the spirit and history of Kashmir. In a rare look at
the region, Udi Aloni filmed his protagonists as they launched their new struggle. Finally
refused re-entry by the Indian government, Aloni was forced to tell the rest of this story
far from the land and people he had come to admire.

The Director

Udi Aloni is an Israeli and American artist and director whose projects in films and visual
arts frequently explore the discourse between theology and politics. In all of his activities,
including university lectures, conferences and demonstrations, Aloni is a strong voice
in promoting justice, peace, solidarity and love between Israel and Palestine. His work
includes correspondences with the most pre-eminent philosophers of our time, including
Slavoj Zizek, Alain Badiou, Avital Ronell, Judith Butler, and Tony Kushner, who describe
him as a unique and revolutionary thinker. In the last five years, Aloni has concentrated
on making films and writing.

http://kashmirthefilm.com/

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A Collective Memory, Part I Thurs, Aug, 20th 2009 9 pm * Screening + Discussion

Summer 2009: Tehran, Iran. The 10th Presidential Elections.  Beyond the scope of media coverage -
images of huge demonstratons, police brutality and mock trials of intellectuals and dissidents - as well as
a possible policy analysis of the events surrounding the elections in Iran, there exists a more subjective
narrative. It is a story of people who have fallen in love.  A story that has become a collective memory.
Within this story all of our memories co-exist, blend together and work towards a sense of solidarity.
Taking place at home, on the streets and over virtual networks, what Hamid Dabashi has called Iran's
"burgeoning civil rights movement" employs strategies of productive silence, critical awareness, compassion
and warmth between the people. Together, our efforts are directed at unleashing the potential of the people -
"you and me and everyone we know" - in order to keep our hope strong.

This Thursday, August 20th, at 9PM, we want to present and discuss questions of possible solidarity using
material, textual and visual, collected while in Tehran this summer. We will show excerpts of the short film
"The Epic of the Lovers: Mafia, God and the Citizens" (2009) by Azin Feizabadi and Ida Momennejad. It
will be an attempt to step outside of  "facts" and "objectivity" and to present our "work-in-progress"
collective memory of emotions, fears, reflections, hopes and imaginations.

Ashkan, Natascha, Ida and Azin


Di, 28.7. | 21:00 | bbooks | "Zionismus und Melancholie"

 "Zionismus und Melancholie. Zur Affirmation des melancholischen Denkens"
 
Vortrag (in englischer Sprache) und Diskussion mit Gal Hertz, Tel Aviv University
Moderation: Sami Khatib, FU Berlin
 
Der Topos Melancholie hat sich durch die Säkularisierung dramatisch verändert. Verstand man in
Mittelalter und Antike unter Melancholie („schwarze Galle“) ein Temperament bzw. einen seelischen
Zustand, so hat sich seit Freuds Neudefinition des Melancholischen die Vorstellung eines psychischen
Krankheitsbilds etabliert, dem mit Trauerarbeit nicht beizukommen ist. Wenn Melancholie die nicht
(er)lösbare Abwesenheit des begehrten Objekts meint, was bedeutet dann Melancholie im Angesicht
von Gottes Tod? Lässt sich Melancholie als Symptom der traumatischen Erfahrung deuten, dass Gott
unwiderruflich tot ist?

Als Antwort auf Aufklärung, Säkularisierung und den damit verbundenen Tod Gottes schlug die deutsche
Romantik eine interessante Doppellösung vor: kulturelle Affirmation und Erlösung einer (ursprünglich
religiös gespeisten) Melancholie durch Symbolisierung und Ästhetisierung.
Gerade letztere stellte eine große Herausforderung für das jüdische Denken dar, da das europäische
Judentum – trotz aller Emanzipationsbestrebungen – fast immer außerhalb oder am Rande von Kultur,
Politik und Gesellschaft stand und paradoxerweise genau deshalb zum Ziel anti-melancholischer
Strömungen wurde. So transformierte sich die anti-melancholische Position in einen antisemitischen
Reflex, indem der Topos Melancholie im Namen des Juden zur Gegen-Geschichte, zu einer alternativen,
gegenläufigen politischen Theologieposition verklärt wurde. Das Judentum avancierte zum Paradigma des
Melancholischen.Nur vor diesem Hintergrund lässt sich der im Zionismus unternommene Versuch verstehen,
eine Neuinterpretation dieses romantischen Topos anzustrengen und das Judentum vom Melancholischen –
und mithin von allem vermeintlich Hoffnungslosen und Femininen – zu „befreien“. 

Die Geschichte hätte hier enden können: mit diesen beiden gegenläufigen Strömungen einer ablehnenden
Identifizierung des Judentums mit dem Melancholischen und dem Gegenversuch einer Befreiung desselben
von allen melancholischen Anklängen. Mit dem Zweiten Weltkrieg und der Shoah wurde auch der
europäisch-jüdische Melancholietopos unwiederbringlich zerstört; der anti-melancholische Zionismus
dagegen konnte sich in den Staat Israel umwandeln. Was aber ist aus dem Melancholietopos geworden?
Ist er im heutigen Israel verschwunden?

Auch in der modernen jüdischen Kultur existiert eine Spannung zwischen vollzogener Säkularisierung und
einem melancholischen Zustand, in dem der Tod Gottes nicht als solcher in Trauerarbeit beklagt werden
kann und als nicht (er)lösbare Leerstelle melancholisch insistiert. Die Grundüberlegung des Vortrags
besteht nun darin, zu zeigen, wie dieses Spannungsverhältnis im heutigen Israel einseitig „gelöst“ wurde
 und im Resultat zu einer Abwehr des Melancholischen geführt hat. Die These besteht darin, dass der
politische  Mainstream in Israel bis heute anti-melancholisch strukturiert ist, da der jüdische Staat den
Bezug auf die Religion aller Säkularisierungsprozesse zum Trotz als ein in das Politische eingreifendes
theologisches Prinzip braucht, um einen Begründungszusammenhang der sozialen Ordnung behaupten zu
können. Dieser religiöse Bezug ist aber nur möglich in der Unterdrückung der melancholischen Leerstelle,
die der Tod Gottes hinterlassen hat. Ein Effekt dieser Entwicklung besteht darin, dass das religiöse Leben –
verstanden als endlose und weltlich nicht erlösbare Trauerarbeit – zum Ziel einer politischen Kritik avancieren
konnte, die im religiösen Leben bloß religiöse Dekadenz und ein Fehlen von Hoffnung und positiver
gesellschaftlicher Einstellung erblickt. Umgekehrt lässt sich die Ablehnung eines bestimmten religiösen
Judentums als anti-melancholisches Ressentiment dechiffrieren. Wie aber lässt sich dieses Melancholieparadigma
 im Spannungsfeld von Judentum, Säkularisierung und Zionismus genauer fassen?

Der Vortrag argumentiert, dass Melancholie eine zentrale Kategorie darstellt, um aktuelle Diskurse in Israel
zu verstehen. Das Melancholische wird hier im Freudschen Sinne als das wiederkehrende Unterdrückte
begriffen, das die inneren kulturellen Codes reguliert. Entlang eines symptomatischen Lesens des aktuellen
israelischen Kinos (Filme wie z.B. Waltz with Bashir) ließe sich dieser Zusammenhang  aufzeigen. Das
Melancholische „arbeitet“ aber nicht nur im Kulturellen sondern auch in der israelischen Politik: in der Angst,
eine Gegenposition zur hegemonialen Anti-Melancholie-Position zu beziehen. In diesem Licht betrachtet erscheint
 die Idee eines binationalen Staates oder der Vorschlag vollends gleicher Rechte für nicht-jüdische Israelis als eine
Bedrohung, die das fragile Anti-Melancholie-Paradigma gefährden könnte.

 
Gal Hertz lebt in Tel Aviv und promoviert zurzeit mit einer Arbeit über Karl Kraus’ Sprachkritik.
 


Mo, 6. Juli, 21h Videoscreening + Diskussion

Ende der Vertretung - Emmely und der Streik im Einzelhandel
Ein Film von Bärbel Schönafinger in Zusammenarbeit mit Samira Fansa 
kanalB Nr. 34 

Diskussion mit 
Emmely, Karen (Streikende)
Bärbel Schönafinger (Filmemacherin)
Jörg Nowak (Komitee "Solidarität mit Emmely")


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Zum Film:

Die Situation der Beschäftigten im Einzelhandel hat sich in den letzten Jahren drastisch verschlechtert. Während die Arbeitsbelastung  immer
näher an die Grenze des körperlich erträglichen geht, bleiben die Löhne immer weiter hinter den steigenden Lebenshaltungskosten zurück.
Gleichzeitig stiegen die Gewinne der Branche immer weiter an: zwischen 2000 und 2006 um 64,3%. Als die Arbeitgeber Ende 2006 die Zuschläge
für Spät- und Nachtarbeit kürzen wollten, hatten sie im Empfinden vieler Beschäftigter eine Grenze überschritten: Die längste und härteste
Tarifauseinandersetzung im deutschen Einzelhandel begann.


Der Film begleitet die Streikenden über eineinhalb Jahre. Zu Wort  kommen Frauen, die seit Jahrzehnten im Einzelhandel arbeiten. Viele 
streiken zum ersten mal in ihrem Leben. Oft sind sie allein erziehend, in Teilzeit und mit so wenig Lohn, dass sie sich ihr Essen "bei der 
Familie zusammensuchen" müssen. Manchen wird ihr Engagement im Streik zum Verhängnis, Emmely zum Beispiel. Nachdem sie in ihrer
Kaiser's Filiale den Streik organisiert hat, wird ihr unter einem Vorwand  fristlos gekündigt. Ihr Kampf um Wiedereinstellung wirft ein 
Schlaglicht auf das einseitig an den Interessen der Unternehmen ausgerichtete deutsche Arbeitsrecht.


Der Film erkundet das Engagement der einfachen Gewerkschaftsmitglieder im Streik, analysiert das Vorgehen der Streikleitung und der
Einfluss der Betriebsräte. Beschrieben werden auch die Interventionen linker Gruppen an der Seite der Streikenden. Der Film sucht nach
Antworten auf die Frage, weshalb die Beschäftigten und ihre Organisationen nicht in der Lage sind, sich gegen die Arbeitgeber durchzusetzen.


Stimmt die Aussage des Films, dass die einfachen  Gewerkschaftsmitglieder und der Gewerkschaftsapparat von je unterschiedlichen
Interessen geleitet sind? Spiegelt das die  Fallstricke und Begrenzungen einer sozialpartnerschaftlich  organisierten
Beschäftigtenvertretung? Sollten sich Aktivistinnen,die Streiks unterstützen wollen, bei ihren Interventionen an die
Beschäftigten an der Basis wenden oder weiterhin die gewerkschaftliche Anbindung suchen?



Ende der Vertretung - Emmely und der Streik im Einzelhandel
Interviews und Kamera: Samira Fansa, Bärbel Schönafinger 
Buch und Schnitt: Bärbel Schönafinger
Zweite Kamera: Kea 
Support: Jörn Hagenloch, Katrin Duffke, Emmanuelle Piriot, Britta Schneider, Paul Fiedler, Kira Schönafinger
Tonmischung: Sonja Harth
Grafik: Bildwechsel
DVD und Animation: Björn Dietzen
Statistische Daten: Dr. Bert Warich/WABE Institut 
Netz: Volker Moritz 
Produktion und Vertrieb: kanalB (http://.kanalB.org <http://.kanalB.org>
Dieser Film wurde gefördert von der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt

 
   

montagsPRA

 


montagsPRAXIS  19. november 2007/ 21 uhr

radio-features „sprache ist unsere einzige heimat“ und „das baskische labyrinth“ (wdr / jeweils 52 minuten)
von raul zelik

Das Baskenland ist ein seltsamer Einzelfall in Europa. Nirgendwo sonst sind soziale Bewegungen und Initiativen – Basisgewerkschaften, Jugendzentren, Medienprojekte ... – so präsent wie hier. Eine linke Unabhängigkeitspartei, die die baskische Identität anruft, begreift sich als Sprachrohr von sozialen Bewegungen und verteidigt die Rechte von Sans-Papiers. An der Regionalregierung, die von baskischen Christdemokraten – einer Art CSU-Pendant – geführt wird, sind auch die spanischen Kommunisten beteiligt. Und über all dem schwebt ein  faktischer
Ausnahmezustand: Hunderte von Wahllisten und Medien sind in den letzten zehn Jahren verboten worden, auf Polizeiwachen wird die Folter nach wie vor systematisch eingesetzt, 15 Prozent der Bevölkerung sind von den Wahlen mehr oder weniger ausgeschlossen.

Die beiden im Oktober 2007 ausgestrahlten Radio-Features gehen der  Fragen nach, was es mit diesem Konflikt, in dem sich identitäre Strategien, soziale Kämpfe, militaristische Konzepte, Emanzipationsbewegungen und frankistische Kontinuität auf so eigenartige Weise miteinander  verknüpfen, auf sich hat.

Das literarische Feature „Sprache ist unsere einzige Heimat“ erzählt am Beispiel des baskischen Schriftstellers Joseba Sarrionandia die enge Verbindung von Sprache, Literatur und Politik im baskischen Konflikt. Sarrionandia, der als 1980 ins Gefängnis kam und 1985 auf spektakuläre Weise aus der Haft floh, lebt seit über 20 Jahren im Untergrund und schreibt aus einer doppelt randständigen Perspektive: in einer Minderheitensprache, die nur 500.000 Menschen sprechen und die er im Alltag mit niemandem teilt. Sarrionandia steht exemplarisch für eine  Reihe
von Schriftstellern, die zumindest zeitweise ETA-Aktivisten waren.

Das politische Feature „Das baskische Labyrinth“ untersucht, warum der bewaffnete Konflikt im Baskenland mittlerweile seit 50 Jahren  andauert. In zahlreichen Interviews wird hinterfragt, warum die 2006 aufgenommenen Verhandlungen zwischen der spanischen Regierung und der baskischen Unabhängigkeitsbewegungen in diesem Frühjahr scheiterten.

die veranstaltung ist teil des projektes >live*wasser<
mit unterstützung des hauptstadtkulturfonds


samstagsPraxis, 3. November, 17:30:


Leni Riefenstahl goes Olympia: "Fest der Völker" & "Fest der Schönheit" zur Diskussion

Leni Riefenstahl wird noch immer als eine der herausragenden Regisseurinnen des 20. Jahrhunderts behandelt und gewürdigt. Die von Adolf Hitler ernannte "Reichsfilmregisseurin" schuf selbst den Mythos ihres "politischen Desinteresses", das zu der "damit zusammenhängenden Mitläuferschaft" geführt haben soll. Bis heute werden in der Betrachtung ihrer Filme oft die viel beschworenen technischen Erneuerungen in Kameraführung und Schnitt abgetrennt von Bildsprache und politischer Ausrichtung ihrer Filme. In dieser Lesart erscheint die Riefenstahlsche Ästhetik als reine Formsprache und nicht als politische Kunst, die in perfektionistischer Manier Führerkult, Heroisierung vom Kampf um Leben und Tod und Männlichkeitsideal überhöhte und die Propagandamaschine der Nazis innovativ erneuerte.
An diesem Abend zeigen wir die beiden Olympia-Filme der Leni Riefenstahl, "Fest der Völker" und "Fest der Schönheit". Neben dem Film über den 5. Reichsparteitag "Triumph des Willens" waren es diese Filme, die den internationalen Durchbruch der Riefenstahl ermöglichten. Der saubere, disziplinierte Sport als heroischer Einzelkampf und homogenisiertes Massenereignis zugleich -- ist es genau diese Mischung, die die Filme als noch immer modern und aktuell in ihrer Aus- und Zurichtung erscheinen lassen?
Die Filme werden in eine Einführung in die Geschichte der Olympischen Spiele von 1936 eingebettet, die im nationalsozialistischen Berlin stattfanden und die sich zum vollen Publikumserfolg entwickelten.
Wie immer freuen wir uns über Diskussion danach -- da die Filme lang sind, starten wir schon um 17:30.

Dienstagspraxis am 30.10.2007  

Filmscreening und Diskussion: Wir Ihr
Wie filmt man Kolonialismus?

Au clair de la lune von Leona Goldstein
(Burkina Faso, Côte d´Ivoire, Mali, Marokko, 2005/06)
40 min, OmU

Bauern! von Elke Marhöfer
(Burkina Faso, 2007) 20 min, OmU

Leona Goldstein ist Fotografin und Videoaktivistin. Elke Marhöfer ist Videoaktivistin und Künstlerin. Beide leben und arbeiten in Berlin. Ihre beiden an diesem Abend vorgestellten Filme sind Dokumente einer nach unterschiedlichen Motiven und Möglichkeiten erlebten Realität in Westafrika.

Leona Goldsteins Au clair de la lune entstand in Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Mali und Marokko. Aus erzählenden Bildern, Statements und Erfahrungsberichten verschiedener ProtagonistInnen entsteht ein differenzierter Kommentar auf die historischen, politischen und symbolischen Beziehungen zwischen Europa und Afrika. Eines der kennzeichnenden Elemente des Films ist, dass zwar der Kamerablick stumm und die im politischen Dokumentarfilm oft notorische Erzählerrolle weitgehend unbesetzt bleibt, andererseits jedoch die unmissverständliche Anrede der ProtagonistInnen an die Zuhörerin „aus dem Norden“ deren Position deutlich markiert und auch thematisiert.

Elke Marhöfers Video Bauern! ist eine Beobachtung von Bauern und Bäuerinnen in Burkina Faso bei der Baumwollernte und eine Aufzeichnung der die Arbeit begleitenden Gespräche um den Alltag, das Ernten, den zu erwartenden Ertrag, die unstabilen Absatzpreise. Aus dem Verhältnis zwischen der fast unveränderten Kameraposition, der Beiläufigkeit der Beobachtung und dem Inhalt der Gespräche entwickelt sich quasi in Echtzeit eine feine Balance aus Distanz und Sympathie.

Für die Beziehungen zwischen Europa und Afrika bedeutet das, was man „Globalisierung“ zu nennen sich abgewöhnt, eine Neuauflage des Kolonialismus. Nicht nur die ökonomischen Beziehungen, auch die Bildpolitik und die symbolischen Beziehungen folgen ungebrochen ausbeuterischen und rassistischen Mustern. Zu den Kontinuitäten gehören aber auch der Widerstand dagegen und das Bemühen um Gegenbilder. In der Diskussion mit den beiden Filmemacherinnen soll es um die unterschiedlichen Motive und Strategien gehen, sich auf diesem Terrain zu bewegen, es zu erweitern oder auch zu verlassen, um die Gefahr des Scheiterns und das Gespenst der Freiheit.

Links:
Elke Marhöfer -
www.whateverbeing.de/
Leona Goldstein – www.zapanka.net
In Zusammenarbeit mit dem Filmfestival globale, Idee und Moderation: Tobias Hering.
www.globale-filmfestival.org

Samstag, 22. September 22 Uhr im basso, Köpenicker Str. 187-188
b_books + Brinkmann & Bose präsentieren zwei Neuerscheinungen von Laurence A. Rickels:


Ulrike Ottinger. Eine Autobiografie des Kinos.

Seit 1974 macht Ulrike Ottinger Filme, die sich zwischen fiktionalem Kunstfilm und postmoderner Dokumentation bewegen.
Ihre Arbeit umfasst zudem Fotografie und Theaterproduktionen, die international rezipiert wurden.
Laurence A. Rickels Buch untersucht vor allem Ottingers Filme vor dem Hintergrund der Geschichte des Kunstfilms, der, seitdem Hollywood seine eigene Alternative produziert, in der Kunst und dem Dokumentarfilm weiterhin existiert.
Die Studie verfolgt zudem das Ende des alten Europas und die euphorische Substitution dieses Verlustes in einer Welt der Differenz, dem Aufeinandertreffen mit dem Anderen am Rande der Großleinwandkultur.
Rickels analysiert scharf Ottingers von Metamorphose und Allegorie gekennzeichnete Bildsprache und verknüpft ihre Arbeit mit einer psychoanalytische geprägten Medientheorie.
Übersetzt v. Michaela Wünsch und Marietta Kesting. 226 S., 20 Euro,
ISBN 3-933557-73-9.

Vampirismus Vorlesungen.

Laurence A. Rickels, Poptheoretiker aus Kalifornien, führt uns durch die Welt der Vampire. Von »Nosferatu« bis »Interview mit einem Vampir« werden die Quellen (Texte und Filme) zu dieser Figur aus der Horrorwelt psychoanalytisch und medientheoretisch gelesen. Der Vampir gehört zum morbiden Fundus psychischer Projektionen. Unbetrauerbarer Verlust läßt ihn zu einem Liebenden der besonderen Art, sogar zur »Gadget-Love« werden: zur Liebe zum technischen Objekt. Der Vampir ist Wiedergänger und Ersatz für tote und geliebte Menschen. Die Beziehung zu den Untoten ist das Los unserer Gesellschaft. Psychoanalyse, Kulturwissenschaft erklären, warum Vampire ihr Reich stabil begründen können: sie sind eine produktive Form der Unfähigkeit zu lieben, von Rache und Vernichtung. Übersetzt v. Egbert Hörmann. 208 S., Br., 25 EUR, ISBN 978-3-922660-60-6

 

montagsPRAXIS Montag, 10. September, 21 Uhr re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland Buchvorstellung und AutorInnengespräch über Community und politische Selbstorganisationen 

mit Ekpenyong Ani (ADEFRA - Schwarze deutsche Frauen/Schwarze Frauen in Deutschland), Sun-ju Choi (Koreanische Frauengruppe), Gaston Ebua (The Voice Refugee Forum), Isidora Randjelovic (Bashe Rroma) und Kien Nghi Ha
Mit re/visionen erscheint im deutschsprachigen Raum erstmals ein Buch, das ausnahmslos Stimmen von People of Color versammelt. Entsprechend stehen hier die vielfältigen Perspektiven von Afro-, Asiatisch- und anderen Schwarzen Deutschen sowie von Menschen mit aussereuropäischen Flucht- und Migrationshintergründen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Diese konzeptionelle Grundlegung ist zentral, um uns auf den Zusammenhang zwischen rassifizierten Subjektpositionen und kritischer Wissensproduktion zu konzentrieren.
 In den 1960er Jahren erhielt der Begriff "People of Color" in den USA - beeinflusst durch die weltweiten Befreiungskämpfe anti-kolonialer Revolutionär/innen - neue politische Impulse. Inspiriert durch die Anfangserfolge der Black Panther zielten diese radikalen Bewegungen auf Selbstbehauptung und interkommunale Ansätze für die politische Zusammenarbeit. Aufbauend auf diesen Erfahrungen wurde People of Color zu einer gemeinsamen Selbstbezeichnung, die Solidarität unter allen rassistisch Diskriminierten herstellt und quer zur rassistischen Politik des Teilens und Herrschens verläuft.
Dieses Buch knüpft an diese historischen Kämpfe und ihre Subjektperspektive an, in dem in ihm die Erfahrungen und das Wissen von People of Color als vielschichtiger Ausgangsrahmen für eine breit angelegte Auseinandersetzung mit vernachlässigten Themen begriffen wird. In vier Kapiteln mit vierzig Beiträgen kommen Theoretiker/innen, Aktivist/innen und Kulturarbeiter/innen zu Wort. Sie eröffnen einen gemeinsamen Diskussionsraum für postkoloniale Denkansätze und suchen nach Möglichkeiten der Übersetzung und Weiterentwicklung.
Während im ersten Kapitel aktuelle Analysen zu Rassismus, anti-islamischer Kopftuch-Hysterie sowie dem ausgrenzenden Migrations- und Integrationsregime mit seinem kolonial-rassistischem Erbe im Vordergrund stehen, wird im zweiten Teil der Konstruktion und Produktion kultureller Selbst- wie Fremdbilder nachgegangen. Die anschliessenden Beiträge erörtern die Bedeutungen antirassistischer Kulturpolitik und werfen Fragen nach einer Kunst der kollektiven Selbstbestimmung auf. Abschließend werden unter anderem durch Gespräche mit ADEFRA und The VOICE sowie durch Beiträge der Koreanischen Frauengruppe und Karawane (München) das Verhältnis zwischen Widerstand, Individuum und Community thematisiert.
Um der hier vertretenen Diversität in ihren verschiedenen Ausdrucksformen gerecht zu werden, arbeiten wir nicht nur mit wissenschaftlichen Analysen und politischen Essays, sondern auch mit Interviews, literarischen Textformen, Kurzportraits, Geschichtssplittern und Comics. Durch diese unterschiedlichen Zugänge und Wahrnehmungsebenen entsteht ein komplexes Bild, das nicht abgeschlossen, vollständig oder einheitlich ist und auch nicht danach strebt.
Der Versuch, marginalisierte Subjektperspektiven mit einer grenzüberschreitenden Identitätspolitik zu verbinden, um mit befreienden Impulsen in aktuelle politische Debatten einzugreifen, ist das Anliegen von re/visionen.

Kien Nghi Ha, Nicola Lauré al-Samarai, Sheila Mysorekar (Hg.): re/visionen. Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland, ISBN: 978-3-89771-458-8, 456 Seiten, 24 Euro, Unrast Verlag.

 

montagsPRAXIS, performance + diskussion 2./3.9.2007

 

montagsPRAXIS am 21.Mai   21 uhr

Präsentation documenta 12 Magazine No. 2: Life!

wir laden herzlich ein zur Präsentation der zweiten Ausgabe des ‚documenta 12 Magazine’.
Das ‚documenta 12 Magazine No. 2: Life!’ wird von b_books und pro qm in Berlin im Rahmen einer montagsPRAXIS vorgestellt und mit einigen der Redakteur/innen der documenta 12 magazines und Georg Schöllhammer (Leitung documenta 12 magazines) diskutiert.

b_books wird gemeinsam mit Pro qm die Buchhandlung der documenta 12 betreiben: Eine temporäre Fusion zweier Buchläden, zweier Experimente, die mit der Präsentation des zweiten Magazins gewissermaßen beginnt

"Während sich die erste Ausgabe des ‚documenta 12 Magazine’ den vielfältigen Bedeutungen des Begriffs der Moderne, den multiplen Formen des Modernismus und den lokalen Dialekten der Modernität gewidmet hat, geht es nun um nichts Geringeres als ‚Life!’. Die Auswahl von Beiträgen drehen sich alle um eine der Leitfragen der documenta 12: „Was ist das bloße Leben?“ Sie diskutieren, was mit dem Begriff vom „bloßen Leben“, die in vielen der gegenwärtigen ästhetischen und politischen Diskussionen eine zentrale Denkfigur geworden ist, gemeint ist. Die Beiträge zeigen, dass das bloße Leben viele Facetten, auch unerwartete, leichte oder lyrische oder mithin heitere haben kann."

mit dabei:
*personal preview archplus:*
archplus 183 Situativer Urbanismus
- Zu einer beiläufigen Form des Sozialen

Die Situationistische Internationale lebt als "Phantom Avantgarde" (Roberto Ohrt) fort, fasziniert weiterhin und ist zum Bezugspunkt des theoretischen Diskurses um Kunst und Gesellschaft geworden -- mit Auswirkungen auch auf Architektur und Städtebau.
Wir wollen hier das Konzept einer Ermöglichungsarchitektur aufgreifen -- und zum Mitdenken und Mitmachen einladen. Ziel ist ein Entwurf von Raum, der wiederum zur Produktion von Räumen anregt: eine Raumproduktion zweiter Ordnung.
Die Orientierung an der Situation vor Ort wird dabei eine der Strategien sein, um sich diesem neuen Raumbewusstsein zu stellen. Wir vermuten, dass sich die Situation vor Ort, die atmosphärische Einheit des Quartiers und die archipelartige Gliederung der Stadt als die neuen Leitbegriffe des situativen Urbanismus etablieren werden -- hier weiter zu denken, diesen Ansatz auszubauen, dazu soll diese Ausgabe von archplus anregen.
archplus 183 ist ein inhaltlicher Beitrag zum documenta 12 magazines Netzwerk.
www.archplus.net

 

 
       
montagsPRAXIS, 19th of FEB, 9 p.m. b_books, Berlin
Graffiti NYC special appearance by Hugo Martinez and three of the leading graffiti artists working today, JA,
GIZ
and RATE

This book, the first in a series developed by members of New York’s ALL CITY think tank, is
ased on a fundamental conviction that graffiti is not an anthropological phenomenon to be 
dissected, nor a social malady to be cured, but a legitimate aesthetic and cultural movement, 
born of a revolutionary spirit and a will to resistance.

In GRAFFITI NYC, Hugo Martinez takes readers on a tour of New York City, the birthplace and
present-day Mecca of graffiti. Martinez, an activist and theoretician on the history of street art,
has been involved with the development and documentation of NYC graffiti since it emerged.
Guided by the keen photographic eye of graffiti writer NATO , this book offers a from-the-trenches
look at the work of the best writers practicing today. It provides a survey of developments over the
past 5 years by the full range of graffiti writers, from “Kings” to newcomers. A variety of portraits,
action and street shots give an unprecedented glimpse of this cultural and social movement, its creators,
 its roots and its future.
Among the artists featured are VFR, SI, NET A, TE CK, JA, COST, MQUE , TR ACY 168, KEZ 5, SKUF,
COCO 144 and BRUZ . 

Hugo Martinez is the director of Martinez Gallery in New York, America’s premiere showcase for
graffiti art. He has worked at the vanguard of the movement since 1972, when he helped form
United Graffiti Artists to encourage collaborative work among writers and to foster their culture.
In 1973 he organized the first gallery show of graffiti in New York. Over the last four decades, he
has opened galleries in several New York boroughs before settling on "nomadic venues,” an
approach that has attracted extensive media attention.

NATO , born and raised in New York, made a name for himself in the graffiti community by
painting his name extensively on rooftops facing the city’s elevated train lines. His daredevil
graffiti career came to a halt in September 2000 when he was arrested and convicted of felony 
graffiti. As a result, he re-channeled most of his artistic energy, showcasing his work in
exhibitions at New York’s Martinez Gallery. In addition to his three-year position as Graffiti
Editor for YRB NYC magazine, NATO has had articles and photography appear in Atlantica, 
Files, Frank 151, Mass Appeal, and New York magazine.

Antonio Zaya , a native of the Canary Islands, has spent his entire life working in and around
the visual arts, originally as a performance artist, painter, and poet. While he continues to
produce performance art, Zaya’s focus has moved towards criticism, editing, and curating. 
He has served as curator of ARCO and for the Havana Biennial,
curator of the Biennial of The Canary Islands, and editorial director of Atlantica magazine.


JA, from Manhattan, is arguably the most prolific “bomber” in the history of graffiti,
painting his well-known tags throughout the city, night after night, for over 15 years.
He has been recognized with the underground honorific “All City” innumerable times,
thanks to his proclivity to work on the highest, biggest and most life-threatening locations
the city has to offer, with a trademark casual air that has won him many admirers.
 
GIZ, from Queens, has developed a clean, idiosyncratic style, with heavy Pop Art
influences; it is a style that, perhaps more than any other today, can be considered
part of a mature and developed oeuvre, one that will be recalled and alluded to far
after the day he puts the final touch on his last “throw up.” Giz and his writing crew,
called the MTA, have been sufficiently prolific on the city’s train and subway lines
to warrant public enemy number one status with the New York Police Department’s
notorious Vandal Squad.
 
RATE, originally from Boston but working Brooklyn, was innovative in his choice of
a mascot, rather than traditional tag elements, as his chosen calling card. He has
painted hundreds of his signature rats throughout New York, showing a preference
for the city’s darkest and most forgotten corners. He is prolific in other graffiti disciplines
as well, having developed an immediately recognizable style seen in thousands of works
citywide. Rate also works in traditional studio art venue and formats, yet, unlike many
writers before him, continues to practice his original, preferred, form. 



GRAFFITI NYC 
by Hugo Martinez, NATO, Antonio Zaya 
Prestel November 2006
ISBN: 3-7913-3673-8 Price: $19.95
Verlagstext:

New York gilt als die Wiege der Graffiti-Kunst, die Größen dieser  Szene hinterlassen im ganzen
Stadtgebiet ihre unverwechselbare  Handschrift. Hugo Martinez, ausgewiesener Kenner der Street Art in 
New York, folgt den Spuren der Graffiti-Großmeister und stellt die  bedeutendsten Straßenkünstler des
Big Apple vor. Mehr als 200 Fotos  zeigen die Arbeiten der angesagtesten "Writer" der Szene wie CASE  2, KEZ, MÖSCO, SKUF, VFR und MQ.

 

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