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12.4., 17.15 uhr
Radikal Handeln oder Radikal sein
>Der kommende Aufstand< oder die Gemeinschaft, die nicht möglich ist

3.5., 17.15 uhr
Gleichheit der (gefilmten) Dinge und das Regime der Kunst

über die politische (Film)Theorie Jacques Rancières

10.5, 17.15. uhr
Arbeit und Sex

Die Erfindung der produktiven Subjektivität
bei Maurizio Lazzarato, Toni Negri und Beatriz Preciado

17.5., 17.15 uhr
empfindlich und lebendig – die Politik des Lebens und der Körper im Film

bei Hannah Arendt, Giorgio Agamben und Judith Butler

Eine Veranstaltung der DFFB
Ort: DFFB, potsdamerstr. 2 10785 berlin, 9. Stock


Die Welt politisch zu sehen, mag vielleicht Konjunktur haben, Politik eigentlich nicht: wer will schon in einem parlamentarischen Ausschuss sitzen oder einen Parteivorsitzenden wählen? Oder einen 'engagierten' Film mit politischer Botschaft machen? Eigentlich, ärgwöhnen viele, 'politisch' ist solche Politik ohnehin nicht, 'das Politische' ist überall dort, wo Politik drauf steht, bestimmt nicht zu finden. Godards berühmt gewordener Slogan, man solle keine politischen Filme machen, sondern Filme politisch, trifft sehr gut ein Misstrauen gegen ein simples Politikverständnis das mindestens seit 1968 um sich gegriffen hat. Aber was kommt dann, wo steckt denn das 'wirklich Politische'?

Die Unterscheidung zwischen (falscher) Politik und einem darüber weit hinausgehenden Politischen prägt eine theoretische Debatte, die in den letzten Jahren immer begeisterter geführt wird. Gemeinsam ist den unterschiedliche Ansätzen, dass sie nach dem Wesen des Politischen suchen und dabei wissen, dass es ein solches Wesen nicht mehr geben kann. Eine Hauptursache für gesellschaftliches Funktionieren (und damit auch für die darin enthaltene Repression) gibt es nicht, weder liegt sie in der Ökonomie, noch in der Ideologie, aber auch nicht einfach in der Macht, selbst wenn diese als etwas verstanden wird, das kleinteilig geworden ist und überall 'hineingekrochen': in die persönlichen Beziehungen, das Selbstverständnis, den Alltag, das Berufsleben. Aber gilt deshalb gleich 'alles ist politisch', wie das der Mai 68 forsch prägte oder ist seitdem nicht gleichzeitig auch nichts mehr politisch?


Die vier Vorträge (Sessions) behandeln die neue Radikalität des Kommenden Aufstands, die 'Aufteilung des Sinnlichen' bei Jacques Rancière, die Neuverhandlung von Arbeit und Leben im sogenannten Postfordismus bis hin zu den minimalen Radikalismen eines Giorgio Agamben; in seinem Buch Die kommende Gemeinschaft fordert er bereits, die (politische) Sichtbarkeit aufzulösen in eine Beliebigkeit des Subjekts – wie es das Unsichtbare Komitee als anonyme Autoren von Der kommende Aufstand bereits realisiert – aber an Stelle ihrer militanten Wut auf die Verhältnisse stellt Agamben das geheime Versprechen einer kommenden Revolution, das gerade darin besteht, dass alles (fast) genau so bleibt wie es ist.



Stephan Geene


Nachtrag zu Jean-Pierre Gorin

Interview 2011 auf cargo
Gorin on the (the) political (in) film, Vienale 2007
Gorin während der Viennale 2007 [der Standard]











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