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zur frankfurter buchmesse 2004
theoretische party

b_books und nitribitt

samstag
9. oktober 2004
20 uhr

im
atelierfrankfurt
hohenstaufenstr. 13-27
ehem. polizeipräsidium
frankfurt am main

leistung ruinieren . ersatzarbeit . kontrasexualität

ein buch zeigt immer viel weniger als das, was ihm vorausgeht. wenn die unterschiedlichen bücher, die wir machen, aber zufällig in bestimmter weise zueinander stehen, kommt vielleicht wieder einiges von dem ins spiel, was beim druck der einzelnen verschwunden war. in diesem spiel sind wir leistung leid, die wir nicht lassen können, beschreiben räume, über die wir kaum sprechen können + suchen buchstäblich andere materialitäten von sex.
>> zu den
aktuellen titeln
kontrasexuelles manifest
-- this contra-sexual manifesto is a weird but quite stimulative mixture of deconstructive gender philosophy and queer/ transgender action. it's now translated form french into german. --
leistung ruinieren
"... steigt in teilen der urbanen jugend die nervösität, ein deviantes leben hinzubekommen und trotzdem erfolgreich zu sein. so nehmen am ende die werbefilme zu, in denen man menschen in trainingsanzügen auf verwackelten bildstrecken in ihren hippen ungeordneten alltag folgen kann. im gleichen rhythmus vermehren sich die symposien, austellungen und filmvestivals, die fragen des politischen verhandeln, kritik ausstellen, das leben der neuen infamen menschen repräsentieren, ohne über die paar quadratmeter der institutionen und ihrer repräsentationslogik hinauszureichen. meist lassen sie selbst den fiesen alltag flacher hierarchien und verblödeter arbeitsteilung in diesen einrichtungen intakt."
disco ceremonies
zwischen disco-fetzen, kriegsgeflüster und abstürzenden engeln scheint das versprechen von liebe alles zusammenzuhalten ohne dass dafür ein wirklicher ort gefunden werden könnte. ... entdeckt eine eigene disco-zeit, in der vordergründig nichts geschieht, aber stimmen, bilder und soundfragmente eine unbekannte vergangenheit aktualisieren. ... erinnerungslandschaften zaubern menschen hervor, die out-dated geworden sind und sich unzeitgemäss am impuls der zeit bewegen.
hier entsteht
"
auch auf seiten der zwischennutzer haben sich, so denken wir, die zeiten geändert. es ist nicht mehr so, dass zwischennutzer prinzipiell politisch motiviert sind, wie das zum beispiel die hausbesetzerszene der siebziger- und achtzigerjahre war, die ja ganz klar eine gegenwelt zum imperialismus aufbauen wollte. mittlerweile gibt es viele junge leute, die in zwischennutzungen eher die möglichkeit sehen, ihre eigene sache zu machen. für sie ist es wichtig, mit eigenen ideen experimentieren zu können, einen eigenen weg zu finden und letztendlich natürlich damit auch erfolg zu haben. die leute haben auch nichts mehr dagegen, wenn sie mit ihrer nutzung auch geld verdienen und sie ein sprungbrett für eine berufliche karriere wird."
Der im Untertitel von City of COOP erscheinende Begriff Ersatzökonomien enthält ... eine doppelte Bedeutung: Als paralleler Kreislauf zu kapitalistischen Wirtschaftsformen und im Sinne einer Vision, diese zu ersetzen. Darunter fallen Massentauschringe, von ArbeiterInnen besetzte und kollektiv betriebene Fabriken sowie Kooperativen aller Art.
Escrache
So gesehen können wir Tausende von Erfahrungen finden, die sich auf die gleiche Suche gemacht haben. Sind diese vielleicht auch weniger spektakulär, verbreitet oder kommentiert, so sind sie doch gleich wichtig: Situationen des Widerstands und die Erschaffung neuer Existenzformen, in denen für alle Bereiche des Lebens Konzeptionen erarbeitet und umgesetzt werden, die autonom gegenüber denen der etablierten Macht sind. Revolutionäre Politik erweist sich heutzutage in der Vertiefung und Weiterentwicklung dieser Praxisformen sowie in der Fähigkeit zur Verknüpfung, um sich gegenseitig zu stärken.
e_ersatzarbeit 2000