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Reihe metroZones bei b_books
Herausgegeben von Jochen Becker und Stephan Lanz

Für die bisher erschienenen Titel:
Lektorat: Kim Hörbe
Gestaltung: sandy k. / bildwechsel

Frankfurter Rundschau
03.02.2005
Robert Kaltenbrunner
Im Brennglas die Civitas
Ein Berliner Bauexperiment aus dem Off: In der deutschen Hauptstadt entwickelt das Projekt "metroZones" Analysen urbaner Lebensformen


Eigene Wahrheiten aufzuspüren ist das gute Recht von Schriftstellern, führt aber nicht in jedem Fall zur Erleuchtung. "Warum nicht ein Gedicht über einen Haufen Scheiße schreiben, wie Gott ihn fallen ließ und Kalkutta nannte. Wie es wimmelt, stinkt und lebt und immer mehr wird." Günter Grass, von dem diese Worte stammen, ist nicht der einzige, den diese Metropole bei einem seiner Besuche an seine ästhetischen, moralischen und psychischen Grenzen geführt hat. Doch die ehemalige Hauptstadt Britisch-Indiens (in der sich Grass in diesen Tagen erneut aufhält, auch um Abbitte zu leisten, wie man Fernsehinterviews entnehmen kann) ist beileibe nicht das einzige Großstadtphänomen, über das man ins Grübeln kommen sollte. Tatsächlich können Stadtbilder und -geschichten besondere Antworten auf allgemeinere Fragen nach Identität geben, das heißt, danach, was Menschen (geworden) sind und gemacht haben.

Jenseits aller Planbarkeit

Dass Metropolen wie durch ein Brennglas auf gesellschaftliche Entwicklungen aufmerksam machen, dass sie nicht nur ein auf Hochglanz getrimmtes Sinnversprechen der Globalisierung, sondern zugleich Ort für Widerständiges, für emanzipative Praktiken jenseits aller Planbarkeit sind: Zu solchen Einsichten zwingt "metroZones", ein in Berlin angesiedeltes, netzwerkartig strukturiertes Projekt von zwei Kuratorenteams sowie verschiedenen Autoren und Künstlern. Was unter diesem Titel firmiert, findet - neben Ausstellungen, Filmevents und anderen Aktionen - nun seinen Ausdruck in der so instruktiven wie ansprechend gestalteten Buchreihe des Kreuzberger b-books-Verlag, die mittlerweile auf fünf Bände angewachsen ist. Sie lenkt das Augenmerk auf andere als die offensichtlichen Regeln, nach denen sich das uns bekannte und tagtäglich gelebte Koordinatensystem der Urbanität bestimmt. Und sie versteht sich, nach eigenem Bekunden, als Widerpart zur existierenden "Europäischen Stadt", die als überregulierter, kommerzialisierter und ästhetisch reduzierter Raum informelle soziale, kulturelle und ökonomische Aneignungsweisen beschneide.

Gleichwohl, alle Stadt-Konnotate, namentlich wenn es um die "Europäische Stadt" geht, sind stets auch kulturelle: Sie war die Wiege der Demokratie im antiken Griechenland, sie war der mittelalterliche Ort der Sehnsucht, an dem die Luft frei machte, sie war das Pandämonium in Metropolis, und in Berlin Alexanderplatz wurde sie zum topographischen Sinnbild der moralischen Auflösung der Menschen. In Blade Runner schließlich spiegelt die verseuchte Stadt die Trostlosigkeit der Zukunft: vom Traum zum Trauma?

Doch um solche Zuschreibungen und Mythen geht es metroZones nicht. Genauso wenig um visuelle Metaphern, wie etwa jene, die die Stadt, menschengemacht, als einen Organismus versteht: Durch ihre Adern fließt der Verkehr, durch ihre Nervenbahnen der Strom, ihre Parks bilden die grünen Lungen. Die Stadt verändert das Verhalten der Menschen und ihre Wahrnehmung. Straßen und Häuser drängen die Natur zurück, organisieren das Leben neu, beschleunigen und entfremden. Solch melancholischer Diskurs aus Elementen des Spielerisch-Versponnenen ist der metroZoner Sache nicht. Weil das Erscheinungsbild einer Stadt, ob in der so genannten Dritten Welt oder hierzulande, viel mehr mit Sentimentalität zu tun habe als mit ihrer tatsächlichen ökonomischen Funktion, suchen sie nach einen neuen Zugang.

Zum Ausflug in andere Sphären möchte beispielsweise Learning from* einladen. Was mit dem Untertitel "Städte von Welt, Phantasmen der Zivilgesellschaft, informelle Organisation" wenig sinnlich daherkommt, zeigt sich bei näherer Einlassung als recht suggestiv. Dabei sind es so unterschiedliche wie anschauliche Beispiele, die die Thesen von der archaischen, aber auch integrativen Kraft des Informellen untermauern: der Arizona-Markt, im Nordosten Bosnien-Herzegowinas gelegen und eng mit den Planungen der SFOR-Truppen verknüpft, als größter informeller Warenumschlagplatz Südosteuropas. Das ausgeklügelte System der Dabbawallas (Essensausträger) von Bombay. Oder die "Performance ohne Führerschein" im alltäglichen Verkehrschaos in Istanbul. Wenngleich sich in all diese Wahrnehmungen stets kulturelle Wertungen einschleichen, gelingt es durchaus, normative Parabeln des "guten Lebens" zu meiden. Die eigene Definitionsmacht von Nutzern und Bewohnern, ihre aktive Teilhabe an der physischen Umwelt ist dennoch ein zentraler Aspekt.

Was mit dem Projekt entsteht, entwickelt sich zu einem Berliner Bauexperiment, das sich mit Aneignungs- und Mitbestimmungsprojekten aus europäischer Perspektive beschäftigt und im Sommer 2003 vor der Volksbühne eine informelle Hausstruktur mit der Anmutung einer Squatter-Siedlung errichtete. In einer Reihe von Interviews, zum Beispiel mit Yona Friedman, Nicolaas John Habraken, Lucien Kroll oder Eilfried Huth, wird der Widerspruch ausgelotet, der zwischen dem Anspruch, die Wohnungsfrage durch Standardisierung zu lösen und dem kulturellen Versprechen einer uneingeschränkten Entfaltung des Individuums liegt. Der Bogen spannt sich dabei von konkreten partizipativen Architekturprojekten etwa in den Niederlanden über die "Zwischennutzung" in der aktuellen Stadtumbau-Debatte bis hin zu eher sozialpolitischen Aspekten, etwa dass in der Peripherie Roms über 800 000 Migranten in ursprünglich illegal errichteten Wohnungen leben. Nutzerbeteiligung, ja Selbstermächtigung seien zu forcieren, weil, so das Autorenduo Fezer/Heyden, die "in der Bau- und Stadtplanungsgesetzgebung institutionalisierten und formalisierten Beteiligungserrungenschaften im Kontext privatwirtschaftlich bestimmter Stadtentwicklung ihre Wirkung weitgehend eingebüßt haben. Sie erscheinen zu starr, um Alternativen durchsetzen zu können, und zugleich zu dehnbar, um wirksamen Einspruch zu erheben."

 Dass städtischer Alltag jenseits unseres Kulturkreies sich nicht nach den Normen eines europäischen Stadtmodells oder einer westlichen Civitas definiert, will das Begriffspaar Space/Troubles augenscheinlich machen. Anhand von Fallstudien zu Themenkomplexen wie "Landnahmen städtischer Räume", "Ersatzökonomien" oder "Jenseits des guten Regierens" geht es bei diesem Projekt um Alltagsbewältigung - insbesondere derer, die nicht zu den Globalisierungsgewinnern zählen.

Wenn nun auf städtischer Ebene weltweit nach staatlichen Interventionsformen gesucht wird, um Märkte und Standortwettbewerb zu regulieren: Was heißt das für die normale Lebenswelt, für emanzipatorische Umgangs- und beteiligende Verfahrensformen? Welche Perspektiven jenseits des europäisch-neoliberalen Stadt(bürger)verständnisses können damit eröffnet werden? Welche Rolle spielen Architektur und Stadtplanung in den neuen, global verkoppelten und häufig gewaltsam ausgetragenen Konflikten?

Gerade weil eher Fragen gestellt als Antworten gegeben, weil nicht neue Mythen erzeugt werden, stellt metroZones ein gelungenes Projekt dar. Hier wird keine verquast-altlinke Ideologie aufgekocht, sondern frisch und unverkrampft all das ins Visier genommen, was nach den Maßstäben europäischer Stadt-Definition als hässlich, uninteressant und überkommen gilt. Und das hat, wie mit Salman Rushdie ein weiterer Schriftsteller notierte, durchaus seinen Eigenwert: "Oh, ihr vielen Stadtverschönerer, habt ihr denn nicht erkannt, dass das Schöne in Bombay gerade die Tatsache war, dass es niemanden und allen gehörte. Habt ihr die alltäglichen Leben-und-leben-lassen-Wunder nicht gesehen, die sich auf seinen überfüllten Straßen drängten?"


"metroZones"

"metroZones" ist ein in Berlin angesiedeltes Netzwerk, zu dem sich Autoren und Künstler zusammengeschlossen haben. Neben Ausstellungen und Film-events konzentriert sich das Projekt auf die Herausgabe einer Buchreihe. Sie ist im Kreuzberger b-books-Verlag erschienen und umfasst mittlerweile fünf Bände.


Der Autor ist Leiter der Abteilung Bauen, Wohnen, Architektur des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (Bonn/Berlin).
Rezensionen einzelner Titel:

Rezensionen zu Space//Troubles

Rezensionen zu Hier entsteht

Rezensionen zu ›Self Service City: Istanbul‹
Jungle World
Nr.
13, 30. März 2005
Sigurd Jennerjahn
Die Autonomie der Städte
Die Buchreihe »metroZones« beschäftigt sich mit der Soziologie urbaner Bewegungen.

In Istanbul besetzen aus der Provinz Zugewanderte Land und errichten darauf ihre Häuser. Später werden diese gecekondu genannten Siedlungen von der Stadtverwaltung legalisiert. Zwei Drittel des städtischen Raumes entstehen auf diese Weise. In Lagos kontrollieren area boys, meist Jugendliche, die sich nach ethnischer Zugehörigkeit in Banden zusammenfinden, Straßenzüge. Nicht die Polizei, sondern sie bestimmen dort die Regeln, gewähren Schutz, erheben Abgaben, verhängen Strafen. Oft spielen sie für lokale Politiker die Rolle einer informellen Sicherheitstruppe. In Buenos Aires schließen sich cartoneros, Müllsammler, zu Kooperativen zusammen, um zu verhindern, dass sie von den Zwischenhändlern im Wertstoff-Recycling über den Tisch gezogen werden, und um den Mitgliedern allgemein durch bessere Organisation ein erträglicheres Auskommen zu sichern.

Es sind gesellschaftliche Phänomene wie diese, die in der von Jochen Becker und Stephan Lanz herausgegebenen Publikationsreihe »metroZones« thematisiert werden. Gemeinsam ist den drei willkürlich ausgewählten Beispielen, dass es sich dabei um Praktiken handelt, die sich in der Informalität abspielen. Und genau darum geht es den Herausgebern, um Siedlungsprozesse, die sich unabhängig von den Vorgaben der Stadtplaner vollziehen, um Gewaltordnungen, die sich in Konkurrenz zum staatlichen Gewaltmonopol herausbilden, um Ersatzökonomien, die parallel zu den formalisierten kapitalistischen Wirtschaftskreisläufen entstehen und diese gegebenenfalls ersetzen können. Die Kritik an den Konzepten der good governance, des guten Regierens, und der europäischen Stadt zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die Beiträge der bisher erschienenen fünf Bände.

Den Theoretikern des »guten Regierens« wirft man vor, sie würden, indem sie Armut und Gewalt in den Megastädten in erster Linie als das Ergebnis von Standortnachteilen im globalen Wettbewerb und einer mangelhaften Verwaltung darstellen, den wahren Charakter dieser Probleme nur verschleiern. Es werde so getan, als hätten alle Akteure, ungeachtet sozialer und ökonomischer Unterschiede, dasselbe Interesse an einem effizienten und auf Nachhaltigkeit bedachten Krisenmanagement. Dies sei jedoch reine Ideologie. Machtverhältnisse und Interessensgegensätze würden einfach ausgeblendet, und folglich könne daraus keine realistische Beschreibung der Probleme erwachsen.

Es ist fast ein Gemeinplatz, der These, dass der städtische Raum in den Metropolen des Südens zunehmend in ein Patchwork aus Inseln zerfalle – auf der einen Seite die bewachten Wohngebiete der oberen Schichten und die Shopping Malls, auf der anderen Slums, Favelas und ähnliche Marginalsiedlungen –, das Idealbild der europäischen Stadt entgegenzuhalten. Dieser sei es bis zu einem gewissen Grade gelungen, die soziale Integration der unterschiedlichen Klassen zu gewährleisten. Die räumliche Durchmischung und der Austausch zwischen den verschiedenen Milieus hätten zudem für kulturelle Lebendigkeit gesorgt.

Becker und Lanz nun halten die Rede von der europäischen Stadt in doppelter Hinsicht für problematisch. Zum einen werde damit ein Mythos beschworen. Ein derart friedliches Miteinander der Stadtbürger habe es nie gegeben. Im Gegenteil, zu allen Zeiten war es geradezu konstitutiv für die europäischen Städte, dass bestimmte Minderheiten als gefährlich gebrandmarkt und räumlich wie symbolisch aus der Gemeinschaft der Stadtbürger ausgeschlossen wurden. Außerdem – und das sei fataler – werde durch den Rückgriff auf das Modell einer europäischen Stadt ein kolonialistischer Blick reproduziert. Alles, was den Normen dieses Konstrukts nicht genügt, werde als Chaos, als Verfall, als etwas Bedrohliches, als das Andere der europäischen Stadt stigmatisiert. Dabei übersehe man die vielfältigen Organisationsmechanismen, die in dem vermeintlichen Chaos wirksam sind.

Diese aufzudecken und in einer Sprache zu beschreiben, die nicht bloß gängige Klischees bedient, ist das Anliegen der Buchreihe. Der diskursive Raum, in dem man sich dabei bewegt, ist recht komplex. Einerseits gilt es, die Zumutungen eines neokolonialen Blicks zurückzuweisen und der berechtigten Forderung nach Anerkennung Rechnung zu tragen. Auf der anderen Seite darf dies nicht zu einer Romantisierung der Brutalität des städtischen Alltags führen, dazu, dass man die Frage des emanzipatorischen Potenzials einzelner Praktiken aus den Augen verliert. Auch erweisen sich bisweilen einige der kritisierten Konzepte als ziemlich hartnäckig. So schwebt einzelnen Autoren nach wie vor die europäische Stadt als positiver Gegenentwurf zu den analysierten urbanen Realitäten vor.

Hervorgegangen ist die Buchreihe aus dem von der Bundeskulturstiftung geförderten Projekt »Ersatzstadt«. In den Jahren 2002 und 2003 haben die beiden Kuratorenteams, metroZones und Tulip House inc., an der Berliner Volksbühne eine Reihe von Veranstaltungen organisiert. Bislang liegen fünf Titel vor; ein sechster, der sich mit Teheran und Kabul befasst, ist für dieses Jahr angekündigt. Die ersten beiden Bände (»Space// Troubles« und »Learning from*«) kombinieren Texte, die den theoretischen Anspruch des Projekts reflektieren, mit Fallbeispielen aus unterschiedlichen Teilen der Welt. Der dritte (»Hier entsteht«) beschäftigt sich mit Strategien partizipativer Architektur und enthält als Zugabe eine CD-Rom mit filmischen und musikalischen Beiträgen. In »Self Service City: Ystanbul und City of Coop« konzentrieren sich die Beiträge auf die drei Städte Istanbul, Rio de Janeiro und Buenos Aires.

Alle Bände überzeugen durch die hervorragende Kombination von Texten und von Bildmaterial. Die zahlreichen Fotos von den beschriebenen Schauplätzen eröffnen dem Leser eine zusätzliche Dimension. Durch das Aufeinandertreffen ganz unterschiedlicher Textsorten, von Interviews, von Texten mit akademischem Anspruch, von Reiseberichten, von Dokumentationen von Kunstaktionen, von journalistischen Reportagen haftet den Büchern etwas Provisorisches und damit auch etwas sehr Lebendiges an. Fast hat man den Eindruck, die Herausgeber wollten im Aufbau der Werke die dargestellten informellen Strukturen nachvollziehen.

Der zuletzt erschienene Band in der Reihe, »City of Coop«, betrachtet den Zustand der städtischen sozialen Bewegungen in Rio und in Buenos Aires. Und dort wird Hoffnungsvolles entdeckt. Es handelt sich dabei um jene bereits erwähnte Kooperative der Müllsammler, um Fabrikbesetzungen in Argentinien oder um Initiativen, die in den Favelas entstanden sind und versuchen, durch kulturelle Aktivitäten das Bewusstsein der Bewohner für ihre Bürgerrechte zu schärfen. Es sind Berichte aus der Praxis.

Da ist zum Beispiel der Grupo Cultural Afro Reggae. Als Reaktion auf ein 1993 von der Polizei verübtes Massaker in der Favela Vigário Geral hat die Gruppe dort den Versuch gestartet, über die Musik den Jugendlichen eine Alternative zu einer Karriere im Drogenhandel aufzuzeigen. Begleitend dazu veranstaltete sie Workshops über die Bedeutung der afrikanischen kulturellen Einflüsse in Brasilien und über politische Partizipationsmöglichkeiten. Das Projekt war so erfolgreich, dass die Gruppe mittlerweile in vier weiteren Favelas tätig ist, einen Zirkus und weitere Musikbands betreibt. In einem anderen Vorhaben versucht die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Bauhaus Dessau, durch bauliche Eingriffe in der Favela und die Einrichtung eines Kulturzentrums dort den Austausch zwischen dieser und den benachbarten Stadtvierteln anzuregen. Deutlich wird in den Berichten, wie kompliziert es ist, sich zwischen den verschiedenen Interessen von Drogenhändlern, Lokalpolitikern, dem NGO-Establishment und anderen, die gerne Einfluss nehmen, einen Weg zu bahnen. Es wird aber auch deutlich, dass in diesem Feld zwischen den verschiedenen, sich oft sehr ambivalent verhaltenden Akteuren Handlungsspielräume bestehen.

Man kann nur hoffen, dass der in »City of Coop« aufscheinende Optimismus angebracht ist und sich im Rückblick nicht herausstellt, dass er diese neuen Initiativen »hoffnungslos überschätzt«, so wie dies an anderer Stelle für die Sicht brasilianischer Intellektueller auf die in den siebziger Jahren boomenden Bewohnervereinigungen konstatiert wird. In jedem Fall ist zu wünschen, dass »metroZones« den eingeschlagenen Weg fortsetzen und weiterhin Berichte aus der Informalität der Städte liefern wird. Denn die gewählte Perspektive, die Selbstgewissheit des Zentrums zugunsten einer Position aufzugeben, welche den Alltag in den Megastädten des Südens aus der Nähe verfolgt und die auch für Lernprozesse offen ist, scheint allemal interessant.