Der Autor, italienischer Philosoph, Theoretiker und Kommunist kehrt im Sommer 1997
nach 14 Jahren Pariser Exils freiwillig nach Rom zurück, wohlwissend, dass man ihm
am Flughafen verhaften und einbuchten wird. In "Ready-Mix" sind in kurzen Kapiteln
seine Gedanken zur gesellschaftlichen Entwicklung seit den Siebziger Jahren festgehalten.
Er berücksichtigt Themen wie die Pariser Streiks von 1995 und den Golfkrieg, schreibt
über Multitude, Gehirn-Maschinen und das "Frau-Werden der Arbeit", konstruiert dabei
aus seinen Utopien virtuelle Welten und Existenzgrundlagen. Negri überzieht neunzig
Buchseiten mit glitzernden Ideen und Ansätzen, räumt alte Ideologien vom Tisch und
scheint sie in einem Papierkorb mit Norton Protection abzulegen, wo sie zwar entsorgt,
aber jeder Zeit für Gedankenrekonstruktionen abrufbar sind. Wie es oft bei Theoretikern
nur schwer vermeidlich ist, kann ein Fremdwörterlexikon auf den ersten Seiten hilfreich
sein. Hat man sich an die durchgerechneten, fast graphischen Gedankengängen des Herrn
Negri erst einmal gewöhnt, entsteht ein architektonisches Gebilde aus Möglichkeiten:
Räume, in denen das Hirn Bilder aufhängt."
michael helming, in: scope, nummer 2
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